Malheur beim Ausladen

Milchpulver löst Großeinsatz der Feuerwehr aus

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Zum Eigenschutz rückten die Einsatzkräfte in speziellen Schutzanzügen zur Salemstraße aus. Foto: Michael Schütz

Anrufer hatte verdächtige Substanz an der Salemstraße gemeldet.

Von Tristan Krämer

Vielleicht war es das geschichtlich belastete Datum des 11. Septembers, das die Fantasie eines Mannes beflügelte, der am Mittwoch einen Notruf bei der Feuerwehr absetzte. An der Salemstraße hätten Unbekannte ein verdächtiges Pulver aus einem Autofenster geworfen und seien anschließend weitergefahren, meldete der Anrufer um kurz nach 14 Uhr. Und setzte damit einen Großeinsatz in Gang, dessen Prozedere in solchen Fällen der Standard ist.

„Aufgrund der Meldung mussten wir davon ausgehen, dass es sich bei dem Pulver um einen Gefahrstoff handeln kann“, erklärt Sascha Ploch, der den anschließenden Einsatz leitete. Um die Anwohner und sich selbst vor der potenziellen Gefahr zu schützen, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot und mit Ausrüstung an, die bei Einsätzen mit möglicherweise biologischen und chemischen Gefahrenstoffen vorgeschrieben ist: 15 Einsatzkräfte, zum Teil in entsprechenden Schutzanzügen, begaben sich mitsamt eines Gefahrgut-Abrollbehälters zur Salemstraße. Dort sperrten sie den Bereich großräumig ab und sorgten dafür, dass die Anwohner in ihren Wohnungen blieben und ihre Fenster schlossen. Anschließend prüften sie das verdächtige Pulver, das in recht großer Menge zwischen parkenden Autos lag.

Verursacher drohen keine Konsequenzen

„Das ist vor Ort aber gar nicht so einfach“, schildert Ploch, das die Schutzanzüge aus gutem Grund verhindern, das Geruch, geschweige denn Geschmack einer Substanz zu den Rettern dringt. „Deshalb haben wir das Pulver zunächst einmal so abgedeckt, dass keine Gefahr mehr davon ausgehen konnte“, berichtet der Einsatzleiter weiter. Anschließend hätten die Einsatzkräfte besprochen, wie das weitere Vorgehen aussehen könnte.

Für eine abrupte Entwarnung sorgte schließlich der Vater eines Babys, der sich über das Großaufgebot vor seiner Haustür wunderte. Er erklärte den Feuerwehrleuten, dass es sich bei dem verdächtigen Pulver um einen Zusatz für Babymilch handelt. Dieses sei ihm beim Ausladen seines Autos – der Mann kam gerade aus dem Urlaub – auf die Straße gefallen. Er habe es noch nicht geschafft, es zu entfernen.

Konsequenzen oder Kosten für den Einsatz muss der Mann übrigens nicht fürchten. „Eigentlich hat er den Einsatz sogar verkürzt. Hätte er sich nicht gemeldet, hätten wir weitere Schritte einleiten und beispielsweise eine Dekontamination aufbauen müssen“, so Einsatzleiter Ploch.

Hier gibt es weitere Blaulicht-Meldungen aus Remscheid.

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