Mein Leben als Papa

In meinem Kopf ist kein Platz mehr für neue Namen

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In meinem Kopf sieht es ähnlich wirr aus wie auf diesem Stammbaum. Außer Hannes & Michel stimmt nichts.
  • Gunnar Freudenberg
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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg, Vater von Hannes (5) und Michel (2), erzählt von seiner Schwäche.

Neulich lag mal wieder eine Danksagung in unserem Briefkasten. Ein süßes Baby namens Helena lachte mich an und bedankte sich für die Glückwünsche, Aufmerksamkeiten und Geschenke zu ihrer Geburt vor einem knappen halben Jahr. „Sehr gerne“, antwortete ich im Stillen. „Aber: Wer bist du?“ 

Das Leben als 40-jähriger Familienvater bringt es mit sich, dass im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis unheimlich viele Kinder in Hannes’ und Michels Alter ins Blickfeld treten. Und mir fällt es zunehmend schwerer, den Überblick zu behalten und den passenden Namen zum dazugehörigen Kind mit dessen ungefährem Alter parat zu haben.

So kommt es vor, dass mir meine Frau abends auf der Couch kundtut, dass Jona ja morgen Geburtstag habe. „Ach“, geb ich mich wissend. „Wie alt wird sie denn schon?“ – „Der Jonah. Jonah mit H. Nicht von deiner Kollegin“, sagt sie und glaubt, sie hilft mir damit weiter. „Von Melanie?!“, ergänzt sie noch und schubst mich in die richtige Richtung. „Ah, ist der jetzt auch schon ein Jahr alt“, stelle ich fest und muss mich wieder belehren lassen. „Nein, der wird drei. Das dritte Kind heißt Marie und ist noch kein Jahr alt.“ Ich erspare mir den Satz: „Wie, es gibt schon ein drittes Kind?“

gunnar.freudenberg@b-boll.de

Es ist aber auch wirklich nicht leicht: Neben Jona mit und ohne H heißt die Tochter meiner Cousine auch noch Jana. Der Jonah mit H einer weiteren Cousine ist kürzlich 18 geworden. Als ich ihn das letzte Mal, in einer Zeit vor Corona, bei einer Familienfeier traf, wusste ich nicht, wer der große, junge Mann ist. Ich hatte ihn noch als Zwölfjährigen abgespeichert. Dann gibt es noch Jonathan im Kindergarten. Er gehört neben Julian, Joshua und Jonas zu Hannes’ besten Freunden. Vielleicht wäre Jannes der passendere Name für Hannes gewesen.

Die meisten Geschwister seiner Freunde besuchen inzwischen auch schon den Kindergarten. Was mich dazu bringt, in den Gesprächen mit den anderen Eltern komplett auf die Nennung von Namen zu verzichten: „Und, hat sich der Kleine schon eingelebt im Kindergarten?“ Oder: „Bei den beiden alles gut soweit?“

Eigentlich ist mein Namensgedächtnis gar nicht so schlecht. Mir sind zum Beispiel Gregor Quasten, Roman Wojcicki und Walter Kelsch noch präsent. Die spielten in der Saison 1987/88 für den FC Homburg in der Fußball-Bundesliga-Saison und waren in meinem Panini-Sammelalbum. Spätestens wenn Michel in den Kindergarten kommt, bastel ich mir so ein Album auch mit unseren Freunden, Bekannten und Verwandten. Und natürlich auch mit Helena.

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