Arbeitskampf

Tarifkonflikt: Oberbürgermeister Mast-Weisz soll aktiv werden

Oberbürgermeister Mast-Weisz soll im Tarifkonflikt aktiv werden.
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Oberbürgermeister Mast-Weisz soll im Tarifkonflikt aktiv werden.
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf, sich im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst einzusetzen.

Remscheid. Update vom 1. Oktober: Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf, sich im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst bei der Arbeitgeber-Verhandlungsgruppe für einen „zügigen, anständigen und wertschätzenden Abschluss“ einzusetzen. ,,Vor wenigen Monaten noch waren die Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel in den Krankenhäusern, Pflegeheimen, Verwaltungen, im ÖPNV Heldinnen und Helden. Davon ist leider nichts mehr zu spüren“, erklärt der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Peter Lange.

Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft will für ihre Mitglieder eine Gehaltssteigerung von 4,8 Prozent. Das Argument der Arbeitgeber, dass diese Erhöhung wegen der Corona-Krise für nicht finanzierbar gehalten wird, sei für den DGB nicht schlüssig. -ma-

Artikel vom 22. September: Tarifstreit: Stadtmitarbeiter streiken im Autokorso

Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Gehalt - Kämmerer: „Das können die Kommunen in der Pandemie nicht tragen.“

Von Axel Richter

Annähernd 40 Autos und einige Fahrräder nahmen laut Polizei an den Autokorso statt.

Mit einem Fahrzeugkorso, an dem nach Polizeiangaben annähernd 40 Autos und mehrere Fahrräder teilnahmen, unterstrich die Gewerkschaft Verdi am Dienstag ihre Forderung in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes. Verdi fordert für die Beschäftigten 4,8 Prozent mehr Gehalt und mindestens 150 Euro.

Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft alle Beschäftigten der Stadtverwaltung und der Technischen Betriebe aufgerufen. Auch zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher der städtischen Kindertagesstätten nahmen daran teil. „Die Auswirkungen blieben aber gering“, sagt Peter Nowak, für die Kitas zuständiger Abteilungsleiter der Stadt.

Verdi-Sektretär Lothar Reitzer begründete den Streik so: „Die Weigerung der Arbeitgeber, auch in der zweiten Verhandlungsrunde ein angemessenes Angebot zu unterbreiten, zeugt von deren Respektlosigkeit gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, die während der Corona-Epidemie mit hohem Einsatz ihre Arbeit erledigen.“ Die kommunalen Arbeitgeber wiesen den Warnstreik dagegen als unverhältnismäßig zurück. Die Menschen würden unnötig in Mitleidenschaft gezogen. Und das in einer Zeit, in der vielen Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft der Verlust des Arbeitsplatzes droht.

Auch Remscheids Kämmerer Sven Wiertz (SPD) hofft auf ein baldiges Ende der Tarifauseinandersetzung. Nach aktuellen Berechnungen würde ein Tarifabschluss von 4,8 Prozent bundesweit mit annähernd 5,7 Milliarden Euro zu Buche schlagen, sagt Wierzt. Was das für die Remscheider Stadtkasse bedeuten würde, weiß er noch nicht zu sagen. In jedem Fall kämen die Forderungen zur Unzeit. „Die Städte befinden sich aufgrund der Pandemie in einer schwierigen Situation.“ 4,8 Prozent mehr Gehalt und das sofort - „das können die Kommunen nicht tragen.“

Wegen des Warnstreiks blieben in Alt-Remscheid die Papiertonnen ungeleert. Auch die Gewerbetour fiel aus. Einen Nachholtermin gibt es laut Stadt nicht.

Unser Bericht vom 22. September, 8.32 Uhr: Verdi streikt heute in Remscheid

Remscheid. Zur Stunde beginnt der Warnstreik von Verdi in Remscheid. Die Gewerkschaft hat die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zum Streik aufgerufen. Seit etwa 8 Uhr ist ein Autokorso unterwegs, mit dem die Streikenden auf ihre Lohnforderung hinweisen. Aktuell haben sich etwa 50 private Pkw eingereiht - unterwegs sind sie vom Schützenplatz Richtung Rathaus, über die Elberfelder und Neuenkamper Straße bis nach Lennep und zurück. Die Polizei begleitet das Autokorso.

Diejenigen, die sich am Warnstreik beteiligen, hatten sich zunächst auf dem Schützenplatz versammelt. Verdi-Sprecher Lothar Reitzer spricht davon, dass gegen 7 Uhr bereits etwa 120 Streikende vor Ort waren. Ab 8 Uhr soll es einen Autokorso durch die Stadt geben - vom Schützenplatz Richtung Rathaus bis nach Lennep und wieder zurück.

Aufgerufen sind alle Abteilungen der Stadtverwaltung, also auch die Mitarbeiter der Müllabfuhr und Beschäftigte in den städtischen Kitas. Zur Stunde ist noch unklar, welche Einrichtungen komplett geschlossen bleiben.

„Nachdem die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst am Montag in Potsdam auch in der zweiten von drei vereinbarten Verhandlungsrunden kein Angebot abgegeben haben, wird es auch in Nordrhein-Westfalen ab dieser Woche zu ersten Warnstreiks und kleineren Aktionen kommen“, teilt die Gewerkschaft mit. Betroffen von „ersten ganztägigen betriebsnahen Arbeitsniederlegungen“ seien neben Remscheid auch Duisburg, Unna und Gütersloh.

Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ein Plus von 4,8 Prozent und mindestens 150 Euro, Ausbildungsvergütungen sollen um mindestens 100 Euro steigen. Ende Oktober trifft man sich zur nächsten Verhandlungsrunde. -wey/neu-

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst scheitert. Die Gewerkschaft Verdi reagiert und verkündet Warnstreiks - die gibt es wohl auch in Kitas.

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