Historisches Foto

Auf welche Ortslage war das Kamera-Objektiv gerichtet?

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Auf welche Ortslage war das Kamera-Objektiv gerichtet?

Gesucht war der Bahnhof Güldenwerth – Bahnsteigüberdachung steht unter Denkmalschutz – Schlossartiges Empfangsgebäude wurde abgerissen.

Von Andreas Weber

Der Bahnhof Güldenwerth im Jahr 1980. 

Bahnhöfe sind dankbare Rätselfragen, viele Einsendungen garantiert. Das Foto aus Güldenwerth trug der Redaktion viele Reaktionen ein. Susanne Bollongino pendelte von diesem Bahnhof täglich zur Arbeit nach Wuppertal-Elberfeld. „Leider hat man das wunderschöne Bahnhofsgebäude und die Stellwerke abgerissen, aber die auf dem Foto sichtbare Bahnsteigüberdachung wurde rechtzeitig unter Denkmalschutz gestellt.“ 2001 wurde sie in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen, schreibt Thorsten Wolff. Links auf dem Bild, führt Bollongino weiter aus, sieht man eine Ecke der Güterabfertigung und den Holzzaun der ehemaligen Kohlenhandlung „Hund & Stahl“.

Heinz Jürgen Schmitz datiert die Überdachung auf „aus der Kaiserzeit“. Zur Geschichte schreibt er: „Im Juli 1896 wurde der Bahnhof Güldenwerth eröffnet, nachdem sich viele Bürger aus Reinshagen und Westhausen gegen den Standort gewehrt hatten. 1901 wurde das schlossartige im verschieferten Fachwerkstil mit Schmuckfresken versehene Empfangsgebäude eingeweiht und im Mai 1972 nach jahrelangem Leerstand abgerissen. Im Gebäude befand sich das von Willi Hamm geführte Restaurant.“

Die schmucke Überdachung ist bis heute geblieben.

Als Nadine Heckmann vor 25 Jahren zur Grundschule ging, durfte sie als Klassenprojekt die Mauern an der Treppe zur Unterführung bemalen. „Ich erinnere mich, dass wir die Müngstener Brücke gemalt haben, da diese Jubiläum feierte. Die Krönung für uns Kinder war, dass uns OB Reinhard Ulbrich die Hand schüttelte und wir mit unserem Bild für den RGA abgelichtet worden sind.“ Cornelia Tittler hat dort viel Zeit verbracht: „Meine Geschwister und ich waren in unserer Kindheit oft bei meinem Großvater. Der war Bahnhofsvorsteher und wohnte über der Eingangshalle. Das Schlafzimmer hatte ein Fenster zu Gleis 1. Wir wurden nachts wach, wenn die Züge Verspätung hatten oder ausfielen.“

Frank Kohl denkt auch an die Kindheit zurück: „Manchmal sind wir heimlich über die Bahngleise zum Güldenwerther Hof oder zum Schrottplatz neben Kran Wendel geschlichen.“ Ernst Erdmann erinnert sich an Folgendes: „Es kam vor, dass ein Zug vom Hauptbahnhof kommend Güldenwerth zu schnell anfuhr, der Zug erst nach dem Bahngleis zum Stehen kam und die Fahrgäste hinter dem Zug herlaufen mussten und über der Schotterpiste einstiegen.“

Zu Bundeswehr-Zeiten brach Michael Faubel von Güldenwerth nach Koblenz mit dem Zug auf, teilt er dem RGA mit. Eine nette Episode Ende der 90er blieb bei Lana Petrus haften. Ihre Tochter fuhr einmal wöchentlich zum Schulunterricht nach Wuppertal, wo die alleinerziehende Mutter sie spätabends abholte. „Parkplatz und Zugang oben an der Straße Güldenwerth waren noch nicht gebaut. Stattdessen konnte man den Bahnhof nur über die langgezogene, wenig beleuchtete Güldenwerther Bahnhofsstraße, die düstere Unterführung sowie einen dunklen Vorplatz erreichen.“ Ihre Tochter bat die Mama, sich beim Lokführer zu melden, der sie sprechen wolle. Der erwies sich als fürsorglich: „Wären Sie nicht da gewesen, hätte ich Ihre Tochter auf meine letzte Tour bis Solingen-Schaberg mitgenommen und sie danach nach Hause gebracht. Denn ich wohne in Ihrer Nähe und es geht nicht, dass ein junges Mädchen abends alleine in Güldenwerth warten muss.“

Zu ihrer Tochter habe er gesagt, dass sie auf der Heimfahrt unbedingt an der verschlossenen Tür des Lokführers klopfen solle, um Bescheid zu geben, dass sie hier aussteige. „Sie würden darauf achtgeben, dass jemand zum Abholen käme, ansonsten dafür sorgen, dass sie sicher nach Hause käme“, lobt Petrus die Geste.

Manfred Armbrust verweist darauf, dass Güldenwerth ein beliebter Haltepunkt für Wanderer ist, die das Hammertal oder die Müngstener Brücke erleben wollen. Dieter Prill denkt an seine Lehrstelle zurück: „Von hier führte schon in den 60er Jahren ein Gleisanschluss auf das Firmengelände der Firma Ibach Stahlwerke an der Tannenstraße.“

Roland Benscheid kennt die Bahnhofs-Gastro von innen. „Ich habe mich 1967/68 mit meinen Mopedfreunden gelegentlich dort getroffen. Der Wirt hatte für kleines Geld Frikadellen und Cola für uns. Ein Geldspielautomat lockte mit zehn Pfennig Einsatz zu einem Spiel.“ Weitere richtige Lösungen sandten Helmut Schucht, Paul Becker, Tim Bergmann, Helmut Ruppert, Renate Kohrs, Wolfgang Diederichs, Ulrich Hager, Hans Ulrich Budde, Klaus Müller.

Neues Rätsel

Diesmal wird es nicht ganz so einfach. Auf welche Ortslage war das Kamera-Objektiv gerichtet? So viel sei verraten: Es ist nicht weit weg von Güldenwerth. Schicken Sie uns die Lösung bis 29. Oktober per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid; redaktion@rga-online.de.

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