Beratungsstelle geschlossen

Krebs: Betroffene bieten ihre Hilfe an

 Gruppensprecherschulung des Selbsthilfebund Blasenkrebs e.V.
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 Gruppensprecherschulung des Selbsthilfebund Blasenkrebs e.V.

Die Beratungsstelle im Gesundheitshaus ist geschlossen: Selbsthilfegruppen springen in die Bresche.

Von Axel Richter

Remscheid. Covid-19 hat andere schwere und tödliche Krankheiten in den Hintergrund gedrängt. Dabei kennt Krebs keinen Lockdown. Und die Krebsrate in Remscheid ist nach Studien der Krankenversicherer hoch. Vor allem Brust- und Prostatakrebs sind in Remscheid weit verbreitet. Dafür spricht auch ein dichtes Netz der Selbsthilfeorganisationen. Während sich die Krebsberatungsstelle im Gesundheitshaus in Hasten im Umbruch befindet, gewinnen die ehrenamtlich arbeitenden Organisationen an Bedeutung.

„Wir machen keine Rechtsberatungen, können aber bei vielen Tagesproblemen helfen“, sagt der Remscheider Michael Schmidt, Regionalsprecher Deutsche Ilco. Der eingetragene Verein kümmert sich um Patienten mit Darmkrebs und Stoma, also einem künstlichen Ausgang.

Die Deutsche Ilco ist wiederum mit insgesamt zehn Bundesverbänden im Haus der Krebshilfe in Bonn zusammengeschlossen. „Sie decken circa 85 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland ab“, berichtet der Radevormwalder Artur Krzyzanowski, Vorstandsvorsitzender des Selbsthilfe-Bundes Blasenkrebs mit Sitz in Bonn.

Der Bundesverband der Kehlkopfoperierten zählt dazu, die Frauenselbsthilfe Krebs, der Bundesverband Prostatakrebs, der Selbsthilfebund Blasenkrebs oder auch das BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiären Krebserkrankungen. Im Bergischen Land unterstützen die Vereine zahlreiche autonome Selbsthilfegruppen.

Sie treffen sich in Kliniken, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. „Zum Beispiel unterstützt uns das selbsthilfefreundliche Helios Klinikum in Wuppertal aktiv“, berichtet Artur Krzyzanowski. Auf der Homepage findet man zwischenzeitlich zehn Selbsthilfegruppen, die sich dort treffen. Einen Ansprechpartner für die Gruppe findet man dort ebenfalls.

Betroffene wissen am besten, wie man mit Krebs leben kann.

Artur Krzyzanowski, Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs

Zwar erachten sich die Vereine nicht als Konkurrenz zur Krebsberatung, die der Verein Tumorzentrum Solingen bislang in Remscheid und Solingen angeboten hat. Doch die Selbsthilfeorganisationen verweisen selbstbewusst auf ihre Erfahrungen. Sie selbst haben erlebt, wie es ist, vor der Diagnose Krebs zu stehen. Sie kennen verschiedene Therapien und Operationsmöglichkeiten; sie wissen um Reha-Maßnahmen, und sie kennen die Sorge, die die Betroffenen umgibt, wen die nächste Nachsorge-Untersuchung ansteht und sich die Frage stellt, ob der Krebs zurückgekehrt ist. „Betroffene wissen am besten, wie man mit einer Krebserkrankung leben kann“, sagt Artur Krzyzanowski.

Das unterstreicht Michael Schmidt von der Deutschen Ilco. Selbsthilfegruppen für Menschen mit Darmkrebs gibt es in Remscheid, Solingen, Wuppertal, Haan und Velbert. Einmal im Monat kommen sie zusammen. Normalerweise. Die Corona-Pandemie macht die Treffen derzeit unmöglich. Die Ehrenamtler haben ihre Arbeit aber nicht eingestellt. Im Gegenteil. Michael Schmidt bietet telefonische Sprechstunden an. Und Artur Krzyzanowski hat in der Pandemie eine neue Selbsthilfegruppe Blasenkrebs in Wuppertal gegründet.

Wie wichtig ihr Engagement ist, zeigen folgende Zahlen: In jedem Jahr erkranken 540 000 Menschen in Deutschland an Krebs. 4 Millionen leben mit der Krankheit. 2019 sind 231 000 Menschen an Krebs verstorben. Und: 40 Prozent aller Krebserkrankungen können durch eine gesunde Lebensweise verhindert werden.

Kontakt

Michael Schmidt von der Deutschen Ilco ist unter Tel. (02 1 91) 34 96 63 zu erreichen.

Kontakt zu Artur Krzyzanowski vom Selbsthilfebund Blasenkrebs gibt es unter Tel. (0228) 33 88 9150.

Informationen zu weiteren regionalen Selbsthilfegruppen vor Ort unter www.hausderkrebshilfe.de und www.krebshilfe.de

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