Mein Leben als Papa

So kleiden sich die Kinder von „dem, der bunte Hemden trägt“

+
Michels „Nanünana-Outfit“ (l.), der bunte Papa und das Palmen-Hawaii-Outfit von Hannes.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (9-10 Jahre) und Michel (4-5 Jahre).

Ich bin kein Fashion Victim. Also niemand, der immer nach der aktuellen Mode gekleidet ist und jeden Trend mitmacht. Für Kollegen bin ich „der, der bunte Hemden trägt“. Und gerne auch mal Fußballtrikots. Als Kandidat bei „Shopping Queen“ würde Guido Maria Kretschmer über mich wahrscheinlich sagen: „Die Hose tut nichts für ihn.“

Kurz gesagt: Kleidung spielt in meinem Leben nur eine untergeordnete Rolle. Bei Hannes und Michel habe ich einen anderen Eindruck. Sichtbares Zeichen dafür: Sie freuen sich richtig, wenn Papa, Mama oder die Omas ihnen ein T-Shirt, Schuhe oder auch nur neue Unterhosen und Socken mitbringen. Bei mir war und ist es immer noch so, dass ich an Geburtstagen oder an Weihnachten Geschenke, in denen sich offensichtlich ein Kleidungsstück befindet, als Erstes auspacke, gequält lächle, mich bedanke und dann endlich die anderen Geschenke in Angriff nehme.

Hannes – und neuerdings auch Michel – bestimmen selbst, was sie tragen. Die Zeiten, in denen ich ihnen morgens irgendein x-beliebiges T-Shirt aus dem Kleiderschrank ziehen kann, sind vorbei. „Nein!“, raunzt mich Michel an. Er will lieber das Oberteil mit „Nanünana“ (Feuerwehrmann Sam), „Whooaar“ (Dinos) oder „Brrrmmm“ (Rennautos). Und natürlich viel lieber eine andere Hose. Mittlerweile lege ich ihm immer erst eine Hose raus, die er auf keinen Fall anziehen soll. Nach dreimal „Nein!“ sind wir dann bei der Hose angekommen, die ich eh im Sinn hatte. So hat er seinen Willen – und ich auch. Pädagogisch vielleicht nicht wertvoll, aber taktisch unheimlich clever, finde ich.

Hannes ist da schon einen Schritt weiter. Er kombiniert seine Sachen. „Die kurze Hose mit den Palmen passt doch wunderbar zu meinem Hut und meinem T-Shirt mit den Palmen“, stellt er fest, als er mit Papa im Bekleidungsgeschäft steht. In den Corona-Wochen ist Hannes nämlich aus fast all seinen Sachen rausgewachsen. Einmal neu einkleiden, bitte! Ein Großeinkauf ließ sich einfach nicht mehr vermeiden. „Aber mit Papa“, wollte Hannes losziehen. Warum auch immer. Vielleicht, weil der fast alles durchwinkt, was er sich so aussucht.

Diesmal aber sagte auch ich mal „Nein!“. Hannes braucht jetzt nämlich Größe 134. Und Größe 134 ist eine verdammt blöde Größe für einen Vierjährigen. Denn Größe 134 ist eigentlich für Neun- bis Zehnjährige, wie das Schild verrät. Und da gibt es fast nichts mehr ohne Totenköpfe oder andere Symbole, mit denen ein Vierjähriger noch nicht rumlaufen muss. Also doch noch mal ein Dino-T-Shirt in 128. Für diesen Sommer wird es wohl noch reichen.

Und wenn nicht, freut sich Michel bald drüber. Der trägt auch schon Größe 110 für Vier- bis Fünfjährige und hat das Glück – oder das Pech – immer auf Hannes’ alte Sachen zurückgreifen zu können. Weil er dieselben Interessen und denselben Geschmack wie Hannes hat, passt das aber ganz gut. Und irgendwie sieht Michel in alten T-Shirts von Hannes auch ganz anders aus. Streifen beide dann Hand in Hand als „die, die bunte T-Shirts tragen“ durch die Gegend, geht auch mir das Herz auf. Obwohl ich mit Mode nichts am Hut habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Corona: Inzidenzwert steigt weiter auf 176,9 - Einsatzkräfte der Bundeswehr unterstützen weiter
Corona: Inzidenzwert steigt weiter auf 176,9 - Einsatzkräfte der Bundeswehr unterstützen weiter
Corona: Inzidenzwert steigt weiter auf 176,9 - Einsatzkräfte der Bundeswehr unterstützen weiter
Bewohnerin schreckt Einbrecher auf
Bewohnerin schreckt Einbrecher auf
Bewohnerin schreckt Einbrecher auf
Corona: Diese Regeln gelten speziell in Remscheid
Corona: Diese Regeln gelten speziell in Remscheid
Corona: Diese Regeln gelten speziell in Remscheid
Corona-Krise: Der Blog für Remscheid, Teil 3
Corona-Krise: Der Blog für Remscheid, Teil 3
Corona-Krise: Der Blog für Remscheid, Teil 3

Kommentare