Betreuung

Im Kindergarten geht es wieder los – aber mit Abstrichen

Mit diesem Plakat am Gartentor grüßten die Mitarbeiter des Hückeswagener Arche-Kindergartens „ihre“ Kinder während der Corona-Zeit. Ab Montag dürfen sie alle wieder in die Kita kommen. Foto: Alexia Schlickowey
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Mit diesem Plakat am Gartentor grüßten die Mitarbeiter des Hückeswagener Arche-Kindergartens „ihre“ Kinder während der Corona-Zeit. Ab Montag dürfen sie alle wieder in die Kita kommen. 

Am Montag starten die Einrichtungen in den „eingeschränkten Regelbetrieb“.

  • Alle Kinder dürfen wieder in die Remscheider Kitas.
  • Die Betreuungszeiten werden um je zehn Stunden reduziert.
  • Wie lange der "eingeschränkte Regelbetrieb" gilt, steht noch nicht fest.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Es geht wieder los – zumindest ein bisschen. Am kommenden Montag, 8. Juni, starten die Kindertagesstätten in NRW den „eingeschränkten Regelbetrieb“, der die bisherige Notbetreuung ablöst. Konnten Eltern bislang nur unter bestimmten Voraussetzungen Betreuung für ihre Kinder erhalten, dürfen nun alle Kita-Kinder wieder kommen. Wenn auch mit Einschränkungen.

„Eingeschränkter Regelbetrieb bedeutet qualitative und quantitative Abstriche“, formulierte es zum Beispiel Egbert Willecke, zuständiger Fachdienstleiter der Stadt Remscheid, im letzten Jugendhilfeausschuss. Offensichtlichste Änderung ist die Reduzierung der Betreuungszeiten um je zehn Stunden. Wer bisher 45 Stunden gebucht hatte, bekommt nun noch 35, wer 35 hatte 25 und so weiter.

Doch auch pädagogisch werde vieles anders laufen, betonte Ingrid Rosiejka in der gleichen Sitzung. „Das wird kein Kindergarten sein, wie man ihn kennt“, sagte die Vorsitzende der AG Kita. Viele Abläufe müssten geändert werden. So dürfe es zum Beispiel keinen Austausch zwischen den Gruppen geben. Ob das bisherige Betretungsverbot weiterhin gilt, also Eltern die Kinder an der Tür abgeben müssen und die Einrichtung nicht betreten dürfen, um das Infektionsrisiko niedrig zu halten, entscheidet übrigens jede Kita für sich.

Während sich viele darüber freuen, dass die Kita wieder losgeht, kommt auf eine Gruppe von Eltern unter Umständen eine große Umstellung zu: Die sogenannten Systemrelevanten, die ihre Kinder bisher 45 Stunden betreuen ließen, um ihrer Arbeit als Krankenpfleger, Polizist oder auch im Supermarkt nachgehen zu können, werden ab Montag auf maximal 35 Stunden zurückfallen. Auch weil die meisten Kindertageseinrichtungen insgesamt nur 35 Stunden pro Woche öffnen werden.

Das hat seinen Grund vor allem in der aktuellen Personalsituation der Einrichtungen. Suchten die meisten Kitas vor der Krise schon händeringend nach Erziehern, fallen nun durch die Pandemie weitere Fachkräfte aus. Von den rund 330 Mitarbeitern in den städtischen Einrichtungen in Remscheid könnte etwa ein Viertel zur Risiko-Gruppe gehören, schätzt man bei der Stadt.

Und einzelne Kitas trifft es sogar noch härter – teils fallen ein Drittel, manchmal sogar die Hälfte des Personals aus. In diesen Fällen wir der „eingeschränkte Regelbetrieb“ noch weiter eingeschränkt, so dass Kinder nur tageweise kommen können.

Kitas: Stadt Remscheid verzichtet im Juni auf Elternbeiträge

Die Stadt Remscheid reagiert darauf unter anderem, indem sie auch im Juni, wie schon im April und Mai, auf die Elternbeiträge verzichtet. Außerdem wird das Essensgeld um 10 Euro reduziert. Ab Juli sollen dann aber wieder die üblichen Beträge fällig werden.

Ursprünglich geplant war der Neustart der Kitas für September, angesichts der guten Entwicklung bei den Infektionszahlen und unter demDruck der Eltern hat man ihn aber nun vorgezogen. Wie lange der „eingeschränkte Regelbetrieb“ gelten soll, steht noch nicht fest.

Um die Einrichtungen dabei zu unterstützen, versorgt sie das Land mit Schutzmaterial wie Desinfektionsmittel und Masken. Remscheid zum Beispiel hat in diesen Tagen 25 000 Masken erhalten, darunter 10 000 FFP2-Masken. Der Rest sind einfache Mund-Nase-Abdeckungen – die allerdings in einer Art Selbstbau-Satz kamen. Wer sie wann zusammenbasteln soll, ist noch unklar.

Lesen Sie auch: Normalität wirft Fragen auf - Eingeschränkter Regelbetrieb ab 8. Juni erfreut die Eltern und besorgt die Gewerkschaften.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Corona-Virus lesen Sie in unserem Live-Blog.

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