Helft uns helfen

Kinder lernen, dass auch die Seele krank sein kann

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Kinder, deren Eltern psychisch erkrankt sind, erleben oft einen Alltag voller Sorgen und Traurigkeit.

Der RGA unterstützt bei seiner Spendenaktion Helft uns helfen das Netzwerk „Kleine Helden“.

Von Anja Carolina Siebel

Julian Bäcker hat einen Job, bei dem es darauf ankommt, genau zuzuhören. Das ist auch zwischen den Zeilen zu lesen bei den Geschichten, die Kinder ihm erzählen. Der Remscheider ist Sozialpädagoge im Schulverbund Dörpfeld/ Struck in Remscheid.

Als solcher betreut er vor allem Kinder in der sogenannten Schuleingangsphase, jene, die ein wenig mehr Förderbedarf haben als ihre Altersgenossen, noch nicht ganz die schulreife erreicht haben.

„Manche Kinder sind besonders still, andere laut und aggressiv.“
Julian Bäcker, Schulsozialpädagoge

Julian Bäcker hört viele Geschichten. „Leider auch manche traurige“, sagt er. Für ihn sei es als Berufseinsteiger erst einmal erschreckend gewesen, zu erleben, in wie vielen Familien es Probleme gebe. Zum Beispiel, weil die Eltern psychisch erkrankt sind oder eine Suchtproblematik haben. „Manchmal bemerken wir ein auffälliges Verhalten der Kinder. Entweder sie sind besonders still oder auffallend laut und aggressiv“, sagt er. Manchmal, und das freue ihn besonders, kommen die Kinder aber auch direkt zu ihm oder einem Vertrauenslehrer, um ihre Geschichte zu erzählen, den Sorgen und Unsicherheiten des Alltags einmal Luft zu machen. „Das zeigt, dass wir schon einen guten Kontakt zu den Kindern aufbauen konnten“, fühlt sich der Schulsozialpädagoge für seine und die Arbeit der Klassenlehrer bestätigt.

Weil das Thema „Psychische Erkrankungen in Familien“ in den Grundschulen immer präsenter sei, habe das Team des Schulverbunde Dörpfeld/ Struck sich bereits weitergebildet. Bei der Erziehungsberatung der Stadt Remscheid absolvierten die Pädagogen eine Fortbildung über psychische Erkrankungen und deren Besonderheiten. „Das hat uns zum einen für unsere Arbeit nochmal gestärkt“, resümiert Julian Bäcker.

Zum anderen entwickelten die Teilnehmer die Idee für ein besonderes Projekt: „Wir möchten den Kindern unserer Schule das Thema psychische Erkrankungen näher bringen, zeigen, dass nicht nur der Körper, sondern auch die Seele erkranken kann und dass das vor allem kein Tabuthema ist.

Experten schätzen, dass allein etwa 3 Millionen Kinder in Deutschland in einer suchtbelasteten Familie leben. Das heißt, jedes sechste Kind ist von Alkohol oder Drogen betroffen, ohne selbst zu konsumieren. „Die Dunkelziffer ist unserer Meinung nach hoch, weil viele Kinder sich nicht trauen, anderen von der Situation in ihrer Familie zu erzählen“, schätzt Julian Bäcker.

Damit Kinder sich trotz dieser Belastung zu lebenstüchtigen Erwachsenen entwickeln können, würden sie fürsorgliche Menschen, die sie unterstützen und stärken, brauchen. Bäcker: „Im Projekt wollen wir mit zwei Puppen Situationen nachspielen, die so oder so ähnlich in betroffenen Familien vorkommen könnten.“ Mit Hilfe der Puppen würden sich Kinder nicht direkt angesprochen fühlen, könnten aber doch einen Bezug herstellen und eventuell Mut fassen, über ihre Sorgen mit einer Vertrauensperson zu sprechen. Aus den Geschichten mit den Puppen sollen zudem Filme entstehen, die dann auch in anderen Grundschulen verwendet werden könnten. „Für die Umsetzung brauchen wir natürlich Materialien, die wir über Spenden finanzieren müssen“, erklärt der Sozialpädagoge. Hier kommt das Netzwerk „Kleine Helden“ ins Spiel, dem der Schulverbund sich angeschlossen hat. „Wir können uns im Netzwerk gegenseitig austauschen, aber eben auch finanziell stärker werden – durch Spenden.“ Die RGA-Leser unterstützen mit ihrer Spende für die Aktion „Helft uns helfen“ dieses Jahr das Netzwerk „Kleine Helden“. Und tragen somit dazu bei, dass die Welt belasteter Kinder ein wenig sorgenfreier werden kann.

SIE SPENDEN FÜR HELFT UNS HELFEN

NAMEN Gudrun Wirtz, Edda Drees, Hermann Grunewald, Gerhard und Dagmar Alex, Dietmar Wulfing, Lothar und Petra Schick, Susanne und Frank Herbers, Rainer und Renate Schöneshofer, Herbert und Heidemarie Schmidt, Marianne und Hans Hermann Hein, Renate Gaede, Dietmar und Andrea Hoth, Arndt Kubiak, Peter Meshing,, Joachim und Silke Bohnisch, Klaus Quinting, Hans-Joachim Jung, Ekkehard Sackermann, Rainer Friedrich Bickenbach, Wolfgang Henche und Susanne Elisabeth Hollender, Willi Alois Bures, Rüdiger Roske, Regina Lindenau, Holger und Gabriele Lucks, Dirk Aldermann, Liesel Vaz-Wingen, Monika Beate Putsch, Ralf Trögel,, Dr. Ingo Barzen, Editha Maria Knab, Christoph Otto Seebeck-Hegemann, Christel und Ulrich Maass, Joachim und Eva-Maria Krüger, Ingrid Stamm, Inge Ellerkamp, Marliese und Alois Buss, Heinrich und Gertrud Jeseck, Reinhard und Hannelore Kapp, Edelgard Becker, Susanne und Ralf Bäcker, Vera und Hans-Juergen Lyko, Susanne Bollongino, Klaus und Ursula Heinrichsmeyer, Hans-Günter und Renate Kuhl, Klaus Ickler, Carsten Ziemke, Stefan Scheerer, Marion Campisi, Helmut und Elke Quednau, Dr. Ing. Heinrich Lindner, Hans Unkelbach, Karin Bartl, Margret Lenhard, Doris Liebich, Ute Kosanetzky, Hans Jürgen Ginsberg, Christa Hellmann, Annette Nicole Blasius, Monika Hein Karl-Hermann und MarIta Siebel, Renate Glaeser, Ursula Hoelzl, Brigitte Maar, Jürgen Walter Ackermann, Peter und Waltraud Sieh, Frank Michel, Irmgard Krüger, Heinrich und Ruth Weller, Ursula de Groote, Annemarie Elisabeth Nitsche, Bernd und Birgit Büllesbach, Gerda-Marie Landau, Renate Schulten, Monika Heike Grothe, Hilde Nessmann, Manfred Paul Josef von Fritschen, Martin Halbach, Herbert und Rita Güthe, Gertrud Scharr , N. Koubek und I. Koubek-Holz, Gerhard Wegerhoff, Dietmar und Heike Zeleny, Silke Eller, Ursula Zingler, Ursula Runtemund, Karl-Gerd Schäfer, Brigitte Kiel, Albert Gillen, Helmut und Rosemarie Schucht, Christel Maus, Dieter und Ingrid Wellershaus, Bernd Niebuhr, Rainer und Christa Wirth, Wibemann, Rosemarie Koslowski, Marianne Pankauke , Gerda Preyer, Ilse Pientka, Ursula Weber Antje Voss, Christine Schumacher, Ellen Flüs, Gabriele Heider, Horst Gustav Spahlinger, Brigitte Velten, Carla Grassow, Gislinde Borchert-Bublinski, Ingo und Eleonore Gräfinghoff, Gerhard Franz und Hannelore Jörgens.

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