Gefährliche Körperverletzung

Schlägerei nährt Ängste am Rathaus

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Angstraum Theodor-Heuss-Platz: Hier wurden zwei junge Männer so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten.

Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Dezernentin lädt zum runden Tisch ein.

Von Frank Michalczak

Eine blutige Schlägerei wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage auf dem Theodor-Heuss-Platz am Rathaus. Dabei wurden am Mittwochabend zwei junge Männer so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten. Dies wird für weiteren Gesprächsstoff an einem runden Tisch sorgen, zu dem Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke unabhängig von diesem Vorfall eingeladen hatte. Am Mittwoch wollen sich Vertreter der Gastronomie und des Allee-Centers mit Mitarbeitern von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst über die Lage austauschen.

Entfacht wurde die Diskussion über die Sicherheit am Rathaus von der CDU, die einen „Brandbrief“ von Betreibern eines Lokals erhielt. Die Gäste, so die Schilderung, trauten sich nicht mehr, über den Platz zu gehen. Dort halten sich Jugendcliquen auf, die Angst und Schrecken verbreiteten. Die Rede ist von Schlägereien, Pöbeleien und Trinkgelagen.

Wie Barbara Reul-Nocke berichtet, bestehen die Gruppen oftmals aus jungen Menschen, die durch persönliche Ansprache schwer zu erreichen sind. „Sie haben kein Interesse daran, Jugendeinrichtungen zu besuchen. Sie wollen sich im öffentlichen Raum treffen“, schildert sie ihren Eindruck. Die Polizei stellte auf der Grundlage ihrer Einsatzzahlen keinen Gefahrenpunkt fest. Das Sicherheitsempfinden der Bürger werde durch Vorkommnisse aber belastet.

RGA-Leser erlebte die Schlägerei am Mittwoch mit

Ein RGA-Leser erlebte die Schlägerei am Mittwoch mit. Er hatte eine Gaststätte am Rathaus besucht: „Als wir ankamen, waren bereits rund zwanzig Jugendliche nahe der Eingangstüre. Ein schwarzes BMW Coupé raste mit Vollgas auf den Rathausplatz und schleuderte mit quietschenden Rädern wieder zurück.“ Kurz darauf habe sich die Schlägerei ereignet.

Nach ersten Angaben der Polizei waren die beiden 18 Jahre alten Männer, die später ins Krankenhaus gebracht wurden, gegen 20.45 Uhr mit einem 17-jährigen Solinger in Streit geraten. Dieser verließ daraufhin den Theodor-Heuss-Platz, um kurz darauf mit zwei Begleitern zurückzukehren. Der Haupttäter habe mit Fäusten und einem Holzstiel auf die Opfer eingeschlagen. Rettungskräfte brachten die beiden Männer aus Remscheid und Wermelskirchen in die Klinik.

Im RGA-Gespräch berichteten die Opfer davon, dass sie einen 16-Jährigen vor dem Angreifer schützen wollten. Nach ihrem Eingreifen seien der Solinger und seine Begleiter auf sie losgangen. Den polizeibekannten 17-Jährigen erwarte ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, heißt es bei der Polizei.

Rechtsdezernentin Reul-Nocke will am runden Tisch die unterschiedlichen Beobachtungen zusammenführen und daraus Handlungsempfehlen ableiten. Sie befürchtet allerdings einen Verdrängungseffekt. Wenn die Jugendlichen vom Rathaus verschwinden, werde dies vermutlich dazu führen, dass sie einen anderen Treffpunkt in der Innenstadt aufsuchen.

Center war 2017 von Vandalismus betroffen

Insbesondere in der kalten Jahreszeit kommt dafür das Allee-Center in Frage. Ein Abschnitt ist zwischen den Eingängen von der Konrad-Adenauer-Straße und dem Theodor-Heuss-Platz rund um die Uhr geöffnet. Sie ist in diesem Abschnitt ein öffentlicher Weg, auf den die Stadt pocht. Bereits im Herbst 2017 beklagte die damalige Managerin Andrea Schwenke Vandalismus und Sachbeschädigungen. Losgelöst davon hat Barbara Reul-Nocke einen Hinweis: „Wenn Zeugen offensichtliche Straftaten beobachten, sollten sie die Polizei anrufen. Lieber einmal mehr als einmal zu wenig.“ Nicht in jedem Fall sei dies geschehen.

Hier gibt es weitere Blaulicht-Meldungen aus Remscheid.

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