Kritik an schleppender Lieferung

Impfteams in Remscheid sind zur Untätigkeit verurteilt

Mecklenburg-Vorpommern ist schneller, sagt Sven Wolf (SPD). Der Landespolitiker fordert die Regierung zum Handeln auf.Foto:Roland Keusch
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Mecklenburg-Vorpommern ist schneller, sagt Sven Wolf (SPD). Der Landespolitiker fordert die Regierung zum Handeln auf.

Drei weitere Remscheider sind mit Covid-19 gestorben.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Impfteams haben Zwangspause. Erst ab dem 17. Januar können sie ihre Arbeit wieder aufnehmen. Und dass auch nur, um den 1025 Bewohnern in den Alten- und Pflegeheimen, die bislang geimpft wurden, die zweite Dosis zu verabreichen. Wann und wie viele neue Chargen zur Impfung größerer Bevölkerungsgruppen in Remscheid ankommen, weiß beim Corona-Krisenstab derzeit niemand. Dennoch gilt: Ende Januar sollen sowohl alle Heime als auch das Klinikum durchgeimpft sein.

Unterdessen sind drei weitere Remscheider an beziehungsweise mit Covid-19 gestorben. Die Männer waren 88, 62 und 55 Jahre alt. Die Zahl der Covid-19-Toten stieg damit laut Stadt auf 97. Von den 20 Covid-19-Patienten, die sich im Krankenhaus befinden, liegen sechs auf der Intensivstation. Drei müssen beatmet werden. Noch verfügt das Sana-Klinikum über ausreichende Bettenkapazitäten. Von 30 Intensivbetten, die das Krankenhaus an der Burger Straße vorhält, sind laut Robert-Koch-Institut 27 belegt.

Die schleppende Versorgung mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer sorgt unterdessen für Kritik. Sven Wolf, für die SPD Mitglied des Düsseldorfer Landtages und Vorsitzender der Remscheider SPD-Ratsfraktion, fürchtet insbesondere um die Impfbereitschaft innerhalb der Bevölkerung. „Was die Stadt geleistet hat, finde ich großartig“, sagt er. „Binnen kürzester Zeit wurde ein funktionsfähiges Impfzentrum eingerichtet. In und außerhalb der Verwaltung finden sich zahlreiche freiwillige Helfer. Nur müsste jetzt eben auch der Impfstoff vorhanden sein.

Ist er aber nicht. In dem Impfzentrum, das die Stadt zum 15. Dezember in der Sporthalle West einsatzbereit meldete und in dem pro Monat bis zu 10.000 Bürgerinnen und Bürger immunisiert werden sollten, ist deshalb bis heute kein einziger Remscheider gegen Sars-CoV-2 geimpft worden. Dabei stehen Ärzte samt Helfer bereit.

Remscheid: Auch nicht jeder Heimbewohner will sich impfen lassen

Sven Wolf macht dafür Bund und Land verantwortlich. „Die Kommunikation war mindestens ungeschickt“, sagt er. „Man hat den Menschen suggeriert, dass es nun zügig vorangehe. Die Impfbereitschaft war entsprechend groß.“ Sollte sich das nun ändern, weil die Menschen Wochen warten müssen, wäre das „ein verheerendes Signal“.

Tendenzen dazu zeichnen sich bereits ab. Wie berichtet, gibt es ausgerechnet unter den Pflegekräften in den Alten- und Pflegeheimen einige, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen. Das gilt allerdings auch für den ein oder anderen Bewohner beziehungsweise dessen Rechtsvertreter. Weder Stadt noch Heim-Betreiber wollen deshalb Druck auf die Mitarbeiter ausüben.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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