Mein Leben als Papa

Im Homeoffice: „Das hier ist jetzt unser Büro, Mama“

Ein Dino (Hannes), der Papa und Michel im Homeoffice. Es handelt sich um eine stark übertriebene Darstellung. Foto: lf
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Ein Dino (Hannes), der Papa und Michel im Homeoffice. Es handelt sich um eine stark übertriebene Darstellung. 

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

Wie schnell das alles ging: Vorigen Samstag habe ich an dieser Stelle noch über meine Urlaubswoche daheim geschrieben. Darüber, wie ich die Abläufe im Alltag meiner eingespielten Familie gestört habe. Jetzt bin ich wieder zu Hause. Aber nicht im Urlaub, sondern im Homeoffice. Wie derzeit viele in Zeiten von Corona. 

Mein Alltag findet fürs Erste zu Hause statt. Und der Alltag für Hannes, Michel und die Mama ruht. Kein Kindergarten mehr, keine Spielgruppe, kein Turnen. Nichts. Aber Kinder wären nicht Kinder, wenn sie sich nicht schnell auf neue Begebenheiten einstellen könnten.

„Entschuldigung, Papa! Ich habe verschlafen“, begrüßt mich Hannes um 7.30 Uhr an meinem dritten Homeoffice-Tag. Ich bin schon seit einer Stunde mit Frühdienst-Aufgaben beschäftigt, und irgendwie ist es Hannes unangenehm, dass er zu spät ins Büro kommt. Ja, ins Büro. So heißt Michels Zimmer jetzt, weil ich mir hier meine Homeoffice-Ecke eingerichtete habe. Hat er der Mama auch schon zu verstehen gegeben.

Für Hannes steht fest: Er ist jetzt mein Kollege. In einer anderen Ecke hat er Mamas Spiele-Computer aus den 90er Jahren aufgebaut, er trinkt aus meiner alten RGA-Tasse und telefonisch ist er über Spielzeughandy zu erreichen. Nicht falsch verstehen: Hannes akzeptiert, dass ich nicht mit ihm spielen kann, er nimmt seinen Job wirklich ernst und haut wild in seine Tasten.

Für mich macht es das leichter. Aus dem Großraumbüro bin ich eine dauerhafte Geräuschkulisse gewohnt. Auch Michel hilft dabei. Seine zum Teil hohen und lauten Frequenzen, die er beim Spielen erreicht, ersetzen die durchdringende Stimme meiner lieben Kollegin Simone T.-S. eins zu eins.

Ein Höhepunkt für Hannes ist der morgendliche Anruf bei der Pressestelle der Polizei. „Haben die da Pistolen im Büro?“, will er wissen. Das nicht, aber sehr viel Verständnis dafür, dass „Herr Freudenberg von der Zeitung“ jetzt morgens nicht mehr alleine anruft. „Was machen Hannes und Michel?“, ist die erste Frage der Polizei, noch bevor wir über den nächtlichen Motorradunfall sprechen. Die physische Distanz mag in diesen Tagen größer werden, die soziale Nähe nimmt dafür zu.

Im Gegensatz zu mir hat Hannes übrigens nur einen Zwei-Stunden-Tag. Irgendwann ist es für ihn einfach spannender, mit Michel Blödsinn zu machen, die Holzeisenbahn in seinem Zimmer aufzubauen oder einfach zu toben. So gerne ich dabei schon vor meinem Feierabend mitmachen würde, bin ich mir doch darüber im Klaren, wie privilegiert ich bin. Mit einer Frau, die sich noch in Elternzeit befindet, und einem großen Garten, der immer mehr zum Wohnzimmer wird. Und mit Hannes und Michel, die mir zwischendurch immer wieder Eis, Smoothies oder Kuchen bringen. 

Allmählich könnte man von einem Corona-Alltag im Hause Freudenberg sprechen. Mit schöneren und nervigeren Momenten. Aber: Es könnte schlimmer sein! 

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