Historisches Foto

Heute suchen wir eine historische Ecke in Remscheid

Um welche historische ecke in Remscheid handelt es sich hier?
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Um welche historische ecke in Remscheid handelt es sich hier?

Viele Leser erkannten vergangene Woche den Haltepunkt der S 7 und erinnerten sich an das imposante Empfangsgebäude.

Von Andreas Weber

Ein Haltepunkt ist Güldenwerth nicht, erklärt Martin Bollongino. Der RGA-Leser zitiert die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung. Darin heißt es: „Bahnhöfe sind Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden dürfen.“ Damit, so schreibt Bollongino, sei Güldenwerth klar ein Bahnhof, aber Solingen-Schaberg ein Haltepunkt, weil es dort keine Weichen gäbe. In jedem Fall zählte Martin Bollongino zu den vielen Lesern, die das Rätsel knackten. Thomas Groß meint: „Der Bahnhof Güldenwerth ist nicht der schönste. Aber wenn man mit unserer S7 weiter Richtung Solingen fährt, wird man mit einem wunderbaren Blick über die Müngstener Brücke belohnt.“

Container am Bahngleis: So sah es 1997 in Güldenwerth aus.

Karl Alm kennt die Gegend aus dem Effeff. Sein ganzes Leben hat der heute in Vieringhausen beheimatete Ex-Kneipier rund um Güldenwerth verbracht. Der 66-Jährige erinnert sich an das tolle Bahnhofsgebäude mit der gut-bürgerlichen Gastro von Willi Hamm. „Den Strammen Max gab´s für ein paar Pfennige.“ Sonntagmorgens nahm ihn Vater Karl-Heinz von der Stockder Straße mit zum Frühschoppen. Karl Alm kennt noch „Raboll“, ein limonadenartiges Getränk in Bauchflaschen. Die Container auf dem Bild assoziiert Alm direkt mit Schrottgroßhändler Ernst Wilms.

Fidi Ohler trägt zur Auflösung bei: „Auf dem Container-Stellplatz ist heute ein Pkw-Parkplatz für Pendler und ein Busbahnhof. Auch stand an dieser Stelle das Gebäude der Güterabfertigung und rechts ein handbetriebener, ortsfester Drehkran, mit dem die Firma Ohler bis in die 60er Kreissägemaschinen bis maximal sieben Tonnen Stückgewicht auf offene Güterwagen verlud.“ „Mit herzlichen Grüßen von dem in die Landeshauptstadt ausgewanderten, aber immer noch an seiner Heimatstadt interessierten RGA-Leser“ meldet sich Andreas Happel: „Zwischen 1988 und 2000 bin ich von dort jeden Tag zu meinen Arbeitsstätten in Düsseldorf bzw. Ratingen gefahren.“ Als besonders schön empfindet Happel, dass „der Bahnsteig behutsam renoviert wurde und noch die Säulen der Bahnsteigüberdachung aus der Gründerzeit zu finden sind.“

Die Behältnisse des Containerdienstes Wilms sind bis heute geblieben.

Manfred Armbrust überlegte lange, fand die Lösung des Rätsels beim Betrachten des Fotos nach dem Ausschlussverfahren. Alle anderen drei Bahnhöfe/Haltepunkte in Remscheid schieden aus. Mit Güldenwerth lag er richtig. Als Anhaltspunkt diente Armbrust im Hintergrund die Villa. „Es muss das Wohnhaus von Hazet-Chef Hermann Zerver gewesen sein.“ Armbrust weiß auch, dass die Station Güldenwerth „beliebtes Endziel oder Ausgangspunkt für Wanderer“ war. So wie für Hans Baldsiefen: „Von Güldenwerth aus haben unsere Familie und Freunde schöne Touren unternommen.“

Remscheid: Der Standortfrage war 1898 ein heftiger Streit vorausgegangen

Wie gewohnt, steuert Roland Benscheid viele Infos zur Historie bei: „Ab 1898 musste an der Bahnlinie Remscheid-Solingen eine Haltestelle auf Remscheider Gebiet eingerichtet werden. Man entschied sich für Güldenwerth. Dort wurde 1901 ein Bahnhof mit einem schlossartigen Empfangsgebäude und einer zeitgemäßen Bahnsteigüberdachung eröffnet.“ Abgerissen wurde das Gebäude im Mai 1972 nach langem Verfall. „Die gusseiserne Überdachung ist geblieben. Zu den Firmen in der benachbarten Tannenstraße besteht ein Versorgungsanschluss.“ In der Gaststätte traf sich Roland Benscheid Ende der 60er zu einem Getränke mit Frikadelle. „Außerdem gab es dort einen Glücksspielautomat. Der Einsatz kostete 10 Pfennig.“

Heinz-Jürgen Schmitz fügt hinzu, dass der Standort 1898 nach heftigem Streit der Bewohner von Reinshagen, Güldenwerth und Vieringhausen ausgewählt wurde. „Ursprünglich hatte die preußische Eisenbahnverwaltung in Güldenwerth keinen öffentlichen Bahnhof vorgesehen, nur eine interne Betriebsstelle. Man ließ sich umstimmen und so wurde der Bahnhof 1898 provisorisch eröffnet“, teilt Martin Bollongino mit und führt weiter aus, dass das imposante Empfangsgebäude mit seinem Rundturm an der falschen Seite lag, nicht zur Straße Güldenwerth, sondern zu Hazet. „Aber dadurch hatten die dort Beschäftigten einen viel kürzeren Weg zu ihrer Arbeit vom Bahnhof.“

Dieter Prill weiß, wann das Bild entstanden ist: „1997, als die Mauer auf dem Bahnsteig von Kindern eines Kindergartens bemalt wurde.“ Ernst Lochmann erkannte Güldenwerth „an den Schrottmulden von Wilms“. Viele weitere Einsendungen erreichten die Redaktion, von Peter Boecker, Bardo Reinke, Klaus Gärtner, Gabriele Heider, Gisela Müller, Herbert Hildebrandt, Helmut Schucht, Jürgen Weyer.

Das aktuelle historische Foto aus Remscheid

Eine historische Ecke in Remscheid wird heute gesucht. Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 6. Februar, per E-Mail oder Post, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten der Leser, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid. red

redaktion@rga-online.de

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