241 Jahre altes Patrizierhaus

Arbeiten am Haus Cleff sind im Zeitplan

Das bergische Schmuckkästchen an der Cleffstraße wird aufwendig saniert. Die Fenster sind zum Teil schon ausgebaut worden. Foto: Roland Keusch
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Das bergische Schmuckkästchen an der Cleffstraße wird aufwendig saniert. Die Fenster sind zum Teil schon ausgebaut worden. 

Werkstätten bearbeiten das Holz. Gerüst wird erweitert. Dachdecker beginnen im März.

  • Die Baustelle Haus Cleff ist im Zeitplan.
  • Die beauftragten Firmen bearbeiten das verwitterte Holz in ihren Werkstätten.
  • Seit Dezember 2013 ist das marode Haus Cleff geschlossen.

Von Melissa Wienzek

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht: Die Baustelle Haus Cleff ist im Zeitplan. Denn die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude sind teilweise für den Bürger nicht sichtbar. Die Sanierung des bergischen Patrizierhauses läuft.

Das erklärt Stadtkämmerer Sven Wiertz (SPD), zugleich Kulturdezernent, auf RGA-Nachfrage. Die Gewerke Gerüstbau, Holzwerk, Holzfenster, Dachdecker und Zimmerarbeiten seien zudem inzwischen vergeben. Die Stadt hatte diese ausgeschrieben. „Hier wurden besonders versierte und erfahrene Firmen im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz ausgewählt“, betont Wiertz. Denn die Arbeiten an dem 241 Jahre alten, denkmalgeschützten Patrizierhaus erfordern Fachwissen und ein hohes Maß an handwerklichem Geschick. Ein Gespräch mit allen beteiligten Firmen habe bereits vor Ort stattgefunden. Dabei seien die weiteren Bauabläufe besprochen und terminiert worden.

„Dort sind noch statische Erfordernisse zu prüfen.“
Sven Wiertz zu den anstehenden Arbeiten der Zimmerleute

Der Restaurator, die Firma Kramp aus Lemgo, hat laut Wiertz bereits im Mansardgeschoss sowie im Dachgeschoss das vom Düsseldorfer Architekten Bernhard Bramlage erstellte Fensterkataster ergänzt. Hierbei wurde erörtert: Wie viele Fenster müssen restauriert werden? Die Fenster sind zum Teil bereits ausgebaut worden. Dies ist auch von der Hastener Straße aus sichtbar. Die beauftragten Firmen bearbeiten nun das verwitterte Holz in ihren Werkstätten.

3,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung

Parallel werde das Gerüst in den nächsten Wochen nochmals erweitert, um auch die Schornsteine bearbeiten zu können, erklärt der Stadtkämmerer. Die Zimmerarbeiten sind zudem in den Vorbereitungen. „Dort sind noch statische Erfordernisse zu prüfen.“

Die Dachdeckerarbeiten am bergischen Rokokohaus sollen, je nach Wetterlage, Anfang März beginnen. Zunächst werden dabei die Schieferflächen am Dach entfernt – danach können sich die Dachdecker von oben nach unten fortarbeiten. „Hier ist abgestimmt, dass parallel zu den Abbrucharbeiten eine Regensicherung erfolgen wird“, sagt Wiertz.

Verwaltung erarbeitet derzeit ein Nutzungskonzept

Seit Dezember 2013 ist das marode Haus Cleff geschlossen. Nach jahrelanger Planung wird das bergische Schmuckkästchen nun aufwendig saniert. 3,5 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung – 490.000 Euro davon kommen aus dem Denkmalschutzprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, 120.000 Euro von der Stiftung Deutsche Denkmalpflege, den Rest übernimmt die Stadt. Schiefer, Gauben und das Dach werden in den nächsten zwei bis 2,5 Jahren erneuert – nach den Maßgaben der Denkmalbehörde.

Wenn alles gut gehe und die weitere Finanzierung gesichert sei, könne Haus Cleff in etwa vier Jahren wieder für Besucher öffnen, schätzte Architekt Bernhard Bramlage bei einem Ortstermin im November. Derzeit ist die Verwaltung dabei, ein Nutzungskonzept für das Haus Cleff zu entwickeln.

HAUS CLEFF

MUSEUM Haus Cleff gehört zu den schönsten Patrizierhäusern im Bergischen. Wegen eines Schädlingsbefalls, der im Sommer 2013 festgestellt wurde, ist das Museum für Besucher gesperrt. Die Sanierung hat im Herbst 2019 mit der Außenfassade begonnen.

Unternehmer Johann Wilhelm Arntz vermachte dem Historischen Zentrum zwei Gemälde aus dem 19. Jahrhundert. Die einstigen Hausherren von Haus Cleff sollen wieder an ihren angestammten Platz. Schlechte Nachricht: Eine Prüfung durch die Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke hatte ergeben, dass bei dem alten Patrizierhaus aus dem Rokoko die Voraussetzungen für ein „national bedeutsames Denkmal“ nicht gegeben seien.

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