VRR-Bewertung

Nur der Hauptbahnhof bekommt eine gute Note

Vor 11 Jahren wurde der neue Remscheider Hauptbahnhof eingeweiht. Er schneidet in der VRR-Analyse am besten ab. Archivfoto: Roland Keusch
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Vor 11 Jahren wurde der neue Remscheider Hauptbahnhof eingeweiht. Er schneidet in der VRR-Analyse am besten ab. Archivfoto: Roland Keusch

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat wieder die Bahnhöfe und Stationen bewertet. Remscheid hat sich verschlechtert.

  • Der VRR testet und bewertet regelmäßig Bahnhöfe im Zuständigkeitsgebiet.
  • Der Bahnhof Güldenwerth konnte sich nicht verbessern.
  • Am Remscheider Hauptbahnhof wurden Funktion und Sauberkeit der Bahnsteige bemängelt.

Von Michael Albrecht

Remscheid. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat wieder die Bahnhöfe in seinem Zuständigkeitsgebiet unter die Lupe genommen. Die Erhebung fand 2019 zum 13. Mal statt. Insgesamt wurden von den VRR-Testern im vergangenen Jahr 297 Stationen besichtigt und bewertet. Dabei wurden 131 Stationen als akzeptabel klassifiziert, 93 als noch akzeptabel und 73 als nicht akzeptabel. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt das Ergebnis der Gesamtbewertung, dass die Zahl der als nicht akzeptabel bewerteten Stationen wiederum zugenommen hat.

Eine erhebliche Abwertung der Stationen erfolgte nach wie vor durch Graffitischäden. Die VRR-Profitester erfassen und bewerten auch Zugangsbereiche zu Stationen, die sich in der Unterhaltungspflicht von Kommunen beziehungsweise DB Netz AG befinden. Mängel in diesen Bereichen tragen auch zur Gesamtbewertung bei.

Remscheid: Tester bewerteten Sauberkeit, Funktion und Barrierefreiheit

Bewertet wurden Sauberkeit, Funktion und Graffiti der Zugänge und den Bahnsteigen. Im Vergleich zu den Vorjahren 2017 und 2018 schneiden die Remscheider Bahnhöfe insgesamt schlechter ab. So erhielt der Bahnhof Lüttringhausen in den beiden Vorjahren von den Testern die Gesamtnote akzeptabel, so rutschte er im vergangenen Jahr etwas ab und wurden nur als noch akzeptabel eingestuft.

In Lennep haben sich die Zugänge in puncto Sauberkeit und Funktion verschlechtert. Auch die Sauberkeit auf den Bahnsteigen bekam eine schlechtere Note. Übel aufgestoßen sind den Testern auch die Graffiti bei Zugängen und Bahnsteigen. Diese bewerteten sie als nicht mehr akzeptabel.

Ein ähnliches Bild ergibt sich am Bahnhof Remscheid-Lüttringhausen. Hier sind es auch wieder die Graffiti, die mit für eine schlechtere Bewertung verantwortlich der Station sind.

Remscheid: DB ist für die Remscheider Bahnhöfe zuständig

Der Bahnhof Güldenwerth, der in den beiden Vergleichsjahren bereits am schlechtesten abgeschnitten hat, konnte sich nicht verbessern. Hier blieben die Tester bei ihrem Urteil noch akzeptabel. Hier sind es auch vor allem Sauberkeit und Graffiti, für die es die schlechteste Bewertung gab.

Nur der Remscheider Hauptbahnhof konnte seine Klassifizierung verteidigen. Die Tester gaben ihm, wie schon in den Vorjahren die Note akzeptabel. Bemängelt wurden hier die Punkte Funktion und Sauberkeit der Bahnsteige sowie die Graffiti in den Zugängen.

Verantwortlich für die meisten Bahnhöfe und Stationen im VRR-Gebiet ist die Deutsche Bahn. Das ist auch bei den vier Remscheidern Bahnhöfen der Fall. Allerdings hat der Qualitätsbericht des VRR keine bindende Auswirkung. Die Pflege und Instandhaltung liegt ausschließlich in den Händen der Bahn. Zwischen dem VRR und der DB Station & Service AG als Eigentümer der meisten Stationen gibt es keine direkten vertraglichen Beziehungen, daher seien Handlungs- und Einflussmöglichkeiten des VRR auf die Entwicklung und die Qualität der Stationsinfrastruktur sowie auf das Erscheinungsbild der Stationen nur eingeschränkt vorhanden. Die Ergebnisse in den Stationsberichten und deren Veröffentlichung leisteten daher einen wichtigen Beitrag, diese „Lücke“ zu schließen, teilt der Verkehrsverbund mit.

In seinem Stationsbericht hat der VRR auch Bahnhofsgebäude, Beleuchtung und mögliche Angsträume im Zugangs- und Bahnsteigbereich bewertet. Unter diesen Aspekten fanden die Inspektionen des VRR, die einmal in jedem Quartel durchgeführt wurden, allerdings nicht auf den vier Remscheider Bahnhöfen statt. Hingegen wurden sie auch im Hinblick auf Barrierefreiheit begutachtet. Hier schneidet auch der Bahnhof Güldenwerth am schlechtesten ab, da dort weder ein Aufzug noch eine Rampe vorhanden ist.

Ab 2022 könnten am Lenneper Bahnhof zusätzliche Parkplätze für Pendler entstehen, die mit dem Zug ihren Arbeitsplatz ansteuern.

Am Remscheider Hauptbahnhof gibt es regelmäßig Probleme aufgrund von Vandalismus. Die Reparatur enes beschädigten Aufzugs im Parkhaus wird teuer - und noch etwas dauern. Stadt und Polizei kündigen mehr Präsenz am Bahnhof an.

Remscheids Polizeichef Thomas Book will die Probleme am Hauptbahnhof in den Griff kriegen. Dem RGA erklärte er im Interview, warum man keine Kameras aufhängt.

VERKEHRSVERBUND

HINTERGRUND Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist einer der größten in Europa und übernimmt Aufgaben im öffentlichen Personennahverkehr an Rhein, Ruhr und Wupper. Der VRR gestaltet den Nahverkehr in 16 kreisfreien Städten sowie sieben Kreisen mit zusammen 7,8 Millionen Menschen.

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