Mein Leben als Papa

Hannes findet „Onkel Schumi“ schwer in Ordnung

Schumi, Rennauto Lightning McQueen und Hannes (v.l.): einfach gute Typen! Foto: gf
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Schumi, Rennauto Lightning McQueen und Hannes (v.l.): einfach gute Typen! 

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

Fast drei Jahre lang saß er im Büro neben mir: Der Kollege, der von Anfang März bis Ende Oktober kurze Hosen trägt und das Fenster in jeder Jahreszeit immer mindestens „auf Kipp“ stellt. Jetzt hat er die Redaktion gewechselt. 

Ich mag den neuen Kollegen an meiner Seite zwar auch, vermisse aber die Gespräche mit dem Ex-Sitznachbarn, der selbst keine Kinder hat, als „Onkel Schumi“ aber ganz sicher Maßstäbe bei der Sozialisation seiner Nichten und Neffen gesetzt hat. „Sie konnten schon Bierflaschen öffnen, bevor sie schreiben konnten“, berichtete er einmal stolz. Und erzählte von den Wettessen, die er in der Mittagspause nicht nur mit den Kollegen veranstaltet, sondern auch mit seiner Verwandtschaft. „Im Kindergarten hatten irgendwann alle Magenschmerzen, weil mein Neffe das Wettessen dort natürlich nachspielen musste.“

Auf Geschichten, Fotos und Videos von Hannes und Michel hatte der Kollege immer einen eigenen Blick. Spielte ich ihm ein Video vor, in dem meine Kinder mit ihrem Elektro-Spielauto durch den Garten düsen, kam ihm folgende Idee: „Schick sie damit doch sonntags zum Bäcker!“ Erzählte ich ihm von dem Hustensaft, den Hannes einfach nicht nehmen wollte, hatte er einen passenden Tipp parat: „Gib ihn in Leberwurst. Das funktioniert bei Hunden auch.“

gunnar.freudenberg@b-boll.de

Obwohl er Schumi noch nicht oft getroffen hat, mag Hannes ihn. Vielleicht, weil wir an seinem Haus vorbei müssen, wenn wir zu den Omas, Opas, Tanten, Onkeln und Cousinen fahren. „Schumis Haus“ gilt als Orientierungshilfe. Vielleicht, weil Schumi so ein großes, cooles Geländeauto fährt. Vielleicht, weil Schumis Mutter uns manchmal selbst gemachte Marmelade schenkt. Vielleicht auch, weil Schumi uns den Animationsfilm „Cars“ geliehen und Hannes damit zum riesigen Fan von Rennauto Lightning McQueen gemacht hat.

Neulich kam Schumi bei uns zum Wintergrillen vorbei. Während Michel beim Anblick des mächtigen Mannes, der als Boxer im Schwergewicht angesiedelt wäre, zunächst noch ein bisschen erstarrte, nahm Hannes ihn gleich in Beschlag.

„Willst du mal mein Zimmer sehen?“, fragte er ihn. Erklärte ihm seine selbst gebaute Rennstrecke. Briet für ihn Plastikgemüse. Und zeigte ihm natürlich all sein Spielzeug von „Cars“. Da verstanden sich zwei. Bis Schumi das Plastikgemüse nicht mehr genügte und er hungrig wurde.

„Auf die Plätze, fertig, los . . .“, startete er das Wettessen. Wie es ausgegangen ist, kann ich nicht sagen – ich stand ja die meiste Zeit am Grill. Überhaupt habe ich gar nicht so viel von Schumis Besuch mitbekommen. Zum Glück berichtete er mir später im Büro – am Telefon –, was Hannes ihm angeblich so alles erzählt haben soll. „Er findet die Bayern eigentlich super, traut sich aber nicht, es dir zu sagen. Und er behauptet, er bekommt nicht genug zu essen.“

Abgenommen habe ich ihm das nicht. Allerdings glaube ich ihm, dass er diese Kolumne seit Folge 143 nicht mehr liest. Da hatte ich ein wenig gegen „seinen“ FC Bayern gestänkert. Vielleicht steigt er ja ab dieser Folge wieder ein. Liebe „Mama Schumi“, lesen Sie ihm diese Zeilen doch bitte als Geburtstagsgruß vor. Alles Gute, Onkel Schumi!

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