Mein Leben als Papa

Hannes deckt auf: Eine Frage hätte er da noch . . .

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Sein Name ist Hannes. Und das ist sein Ausweis.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

Seit fast drei Jahren bin ich morgens der Erste aus der RGA-Mannschaft, der bei der hiesigen Polizei anruft. „Hamse watt für mich?“, frage ich die freundlichen Pressesprecher in aller Frühe. Und Stefan Weiand, Jan Battenberg oder Stefan Weitkämper berichten mir für eine erste Meldung auf unserer Homepage von der Automatensprengung in der Nacht oder dem schweren Verkehrsunfall, der für den langen Stau am Morgen verantwortlich ist. Manchmal heißt es aber auch: „Alles ruhig. Ich hab nix für Sie.“

Bis vor kurzem hab ich solch eine Aussage akzeptiert, noch einen angenehmen Tag gewünscht und aufgelegt. Seit ich aber – wie so viele in Zeiten von Corona – im Homeoffice arbeite, ist alles anders. 

Jetzt sitzt Hannes neben mir – und ich werde zu Columbo. „Eine Frage hätte ich da noch, Herr Weitkämper“, setze ich an und versuche zu rekapitulieren, was mir Hannes vor meinem Anruf bei der Polizei in allen Einzelheiten berichtet hat.

„Mein Kollege hat gehört, dass zwei Diebe eine Statue aus einem Museum gestohlen haben. Einer Polizeistreife soll später ein Wagen mit der Statue aufgefallen sein. Nach einer Verfolgungsjagd sei ein Dieb gefasst worden. Der andere konnte zunächst fliehen.“ – „Und dann hat die Polizei ihm ins Bein geschossen“, mischt sich Hannes ein. 

„Können Sie das so bestätigen?“, will ich von Herrn Weitkämper wissen. Und der spielt zum Glück mit. „Ja, da war letzte Nacht was im Röntgenmuseum. Ich höre mal nach.“

gunnar.freudenberg@b-boll.de

Hannes ist zufrieden. Ihm macht sein neuer Job als „Papas Kollege“, wie er sich selbst nennt, richtig Spaß. Erst recht, seit ihm RGA-Verleger Michael Boll einen Brief geschrieben hat, in dem er Hannes für seine Unterstützung dankt. Vor allem aber lag dem Brief ein Presseausweis bei. Liebevoll gebastelt und ausgestellt auf den Namen Hannes Freudenberg. Stolz stieg in Hannes’ Augen hoch. 

Für ihn ist sein Presseausweis aber auch Verpflichtung. Immer spektakulärer werden morgens seine Blaulicht-Geschichten, die er nachts im Traum recherchiert oder heimlich bei „Alarm für Cobra 11“ gesehen haben muss.

„Eine Frage hätte ich da noch, Herr Weiand“, setze ich am nächsten Morgen an. „Mein Kollege hat gehört, dass vergangene Nacht ein Monstertruck über einen Pkw gefahren ist und sich noch auf der Flucht befindet. Der Pkw soll in Flammen aufgegangen sein. Fahrer und Beifahrerin sollen sich schwer verletzt haben.“ – „Denen tat alles weh“, mischt sich Hannes ein. 

„Können Sie das so bestätigen?“, will ich diesmal von Herrn Weiand wissen. Ganz Vollprofi antwortet dieser: „Dazu kann ich aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit leider noch keine Angaben machen.“

Hannes kommt aber auch ohne weitere Infos klar und hackt seine Blaulicht-Berichte geschwind in seinen Computer. „Stehen die Geschichten dann wirklich in der Zeitung?“, will er von mir wissen. „Na klar“, antworte ich – und habe mein Versprechen mit der heutigen Kolumne eingelöst.

Und was macht Michel, während Papa und Hannes investigativ unterwegs sind? Nun, er lässt Dinge aus Hannes’ Kinderzimmer mitgehen oder die Matchbox-Autos spektakulär verunfallen. Möglicherweise holt sich Hannes auch von ihm die Anregungen für seine Geschichten . . .

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