Besondere Herausforderung für die Feuerwehr

Waldbrände in Remscheid: Lage bleibt angespannt

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Immer wieder muss die Feuerwehr Waldbrände bekämpfen.

Zwei Einsätze riefen die Retter auf den Plan. Stadtrat informierte sich über die akuten Gefahren.

Von Frank Michalczak

Die wochenlange Trockenheit führt zu einer erhöhten Brandgefahr in Remscheids Wäldern. Wie brisant die Lage ist, machten erst am Mittwoch zwei Einsätze der Feuerwehr deutlich. Sie musste sowohl zur Hägerner Straße als auch nach Obergarschagen ausrücken, um Flammen zu bekämpfen.

Der Chef der Remscheider Feuerwehr Guido Eul-Jordan hatte in der vergangenen Woche im Remscheider Rat erklärt, dass die Bekämpfung der Flammen in der Natur eine besondere Herausforderung für die Einheiten sei. „Denn uns steht im Wald nun einmal keine Wasserversorgung zur Verfügung.“ Tanklöschfahrzeuge kommen somit zum Einsatz, die an mehreren Ortslagen im Stadtgebiet platziert sind und tausende Liter Löschwasser vorhalten – unter anderem bei den Einheiten in Lennep, Nord, Morsbach und Bergisch Born.

Die zwei Tanklöschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr halfen den Rettern am Mittwoch an der Hägener Straße, wo sie Brandherde in dem Waldstück unterhalb des dortigen Tennisclubs beheben mussten. Laub und Gehölz brannten an mehreren Stellen auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern. Nach etwa zweieinhalb Stunden war der Einsatz beendet. Die Feuerwehr war mit 25 Einsatzkräften und 7 Fahrzeugen vor Ort tätig. Parallel dazu kam es in Obergarschagen zu einem Flächenbrand. Auf 100 Quadratmetern brannte ein Stoppelfeld. Hier konnte die Löscheinheit Lennep den Brand schnell unter Kontrolle bringen.

Für Fälle wie diese werde regelmäßig geübt – auch beim Leistungsnachweis, bei dem die Retter von der Freiwilligen Feuerwehr kürzlich ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen mussten, erklärte Eul-Jordan den Politikern im Rat. „Dabei haben wir unter anderem die Wasserentnahme aus einem Teich simuliert.“ Und: Wenn es zu einem Waldbrand kommt, gehe es darum, dass die Einsatzkräfte nicht über ihre Grenze gehen dürften. Dazu zähle Getränkemanagement ebenso wie die Alarmierung von zusätzlichem Personal. Dies führt dazu, dass sich Einsatzkräfte abwechseln können.

WEITERER EINSATZ

FEUER Auch die Löscheinheit Morsbach musste am Mittwoch ausrücken – zur Sensburger Straße, wo ein Müllbehälter in Flammen stand. Insgesamt waren bei den bei den diversen Einsätzen 33 Feuerwehrleute aktiv. Zehn Fahrzeuge wurden dabei bis in die Abendstunden eingesetzt.

Die Stadt Remscheid sieht unterdessen davon ab, trotz der lang anhaltenden Dürre das Grillen in der Öffentlichkeit zu untersagen. Sie knüpft das aber an eine Bedingung: „Öffentliches Grillen ist und bleibt ausschließlich auf den gekennzeichneten Flächen erlaubt“, unterstreicht Markus Wolff, der bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) für die Grünflächen zuständig ist. Es sei zwar „rappeltrocken“. Die Grillplätze in den Grünanlagen seien aber so angeordnet, dass größere Gefahren für die Vegetation nicht bestehen. 2018 hatten die TBR die Orte ausgewiesen, an denen der Grillspaß zulässig ist – unter anderem auf der ehemaligen Hundewiese im Stadtpark, im Lenneper Bachtal und auf einem Areal auf der Grünfläche Kuckuck. Zuvor war das Brutzeln von Grillwürsten, Steaks und Co. weitgehend geduldet worden. Aber: Wer jetzt außerhalb der ausgeschilderten Flächen die Heizkohle entzündet, muss mit Buß- bzw. Verwarngeld rechnen. Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann hebt hervor, dass dies natürlich nicht für das Grillvergnügen auf privaten Grundstücken gilt. Hier sei es aber wichtig, Rücksicht auf die Nachbarn zu nehmen – insbesondere was die Belästigung durch Qualm und Partylärm angehe.

Grillen auf ausgewiesenen Flächen bleibt erlaubt

Wenn es aber um das Grillen auf den ausgewiesenen Flächen der Stadt geht, scheine die neue Reglementierung zu funktionieren. „Wir hatten eine Beschwerde, wonach im Stadtpark unerlaubterweise der Grill angeworfen wurde“, berichtet Beckmann: „Vor Ort stellte sich dann aber heraus, dass sich die Leute an die Spielregeln gehalten hatten. Sie befanden sich auf der ehemaligen Hundeweise.“ Und dort darf der Grill zum Einsatz kommen. Brisant sei aber kürzlich ein Vorfall im Linkläuer Bachtal gewesen – einem idyllischen Flecken bei Reinshagen. Dort hatten Freiluftfreunde ein Camp aufgeschlagen. „Mit einem romantischen Lagerfeuer, Lichter in den Bäumen und sonstigem. Und das ist nicht nur bei der derzeitigen Trockenheit verboten. Es handelt sich um ein Landschaftsschutzgebiet“, erklärt Beckmann, dessen Kollegen das muntere Treiben beendeten. Ein Verfahren sei gegen die Camper eingeleitet worden.

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