Corona-Krise

Getränkehändler bitten um Leergut

Sarah Cammerzell leitet das Getränkehaus Doeden an der Barmer Straße. Foto: Roland Keusch
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Sarah Cammerzell leitet das Getränkehaus Doeden an der Barmer Straße in Remscheid.

Wegen Corona werden mehr Kästen gekauft als zurückgegeben. Das stellt Hersteller vor Probleme.

  • Mehr volle Kästen und Flaschen gekauft, als leer zurückgebracht.
  • Ähnliche Probleme gab es in den vergangenen Hitzesommern.
  • Für Lieferdienst gibt es mehr Interessenten.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Per Aushang in ihrem Laden oder als Information im Internet – viele Remscheider Getränkehändler bitten ihre Kunden derzeit darum, ihr Leergut zurückzugeben. Denn wegen der Corona-Krise wurden in den vergangenen Wochen deutlich mehr volle Kästen und Flaschen gekauft, als leere zurückgebracht. Das sorgt bei den Herstellern fürEngpässe.

„Es haben sich Vertreter einiger Marken hilfesuchend an uns gewandt“, berichtet Sarah Cammerzell. Sie ist Geschäftsführerin des Getränkehauses Andrea Doeden an der Barmer Straße. Davon betroffen seien vor allem die gängigsten Wasser- und Biermarken. „Da bekommen wir teils deutlich weniger Leergut, als wir volle Kästen verkaufen.“

Corona-Krise: Mehr Menschen möchten sich Getränke liefern lassen

Vom veränderten Einkaufsverhalten durch die Ausbreitung des Coronavirus sind nicht nur die Super-, sondern auch die Getränkemärkte in Remscheid betroffen. „Wir haben Umsätze wie im Weihnachtsgeschäft oder in heißen Sommerphasen“, erzählt Cammerzell. Das bestätigt Marwan Darwesh. „Der März war heftig“, sagt der Leiter des Trink-und-Spare-Marktes in Güldenwerth. Viele Kunden hätten lieber ein oder zwei Getränkekisten mehr als sonst gekauft und sich in den Keller gestellt. Das bedinge die ausbleibende Leergut-Rückgabe.

Grundsätzlich verstehe er den Gedanken vieler Kunden, Vorräte zu Hause haben zu wollen. Auf längere Sicht führt das jedoch zu Problemen, wenn nicht genug Leergut zurückgegeben wird. „Wenn Mehrwegflaschen fehlen, können die Hersteller irgendwann ihre Getränke nicht mehr abfüllen. Dann könnte es Schwierigkeiten mit dem Liefern geben“, skizziert Darwesh. Denn das Mehrwegsystem ist ein Kreislauf. Ähnliche Probleme gab es in den Hitzesommern der vergangenen beiden Jahre.

Sarah Cammerzell spürt derweil nicht nur in ihrem Geschäft, dass die Nachfrage zugenommen hat. Auch für den Lieferdienst gebe es in Zeiten von Quarantäne und Isolation mehr Interessenten. Auch der Getränkehandel Koch bietet einen Lieferservice an. Mehr noch: An der Baisieper Straße ist auch Drive-in-Einkaufen möglich, wie die Angestellte Anne Sadlowski erklärt: „Die Kunden fahren vor, wir holen das Leergut aus dem Kofferraum, packen die neuen Kästen hinein – bezahlt werden kann durch den Fensterschlitz.“ Das Angebot habe es allerdings bereits vor Corona gegeben, räumt Sadlowski ein.

Zu Ostern wird mit einer deutlich höheren Ansteckungsrate und einer steigenden Zahl von Erkrankten in Remscheid gerechnet. Die Feuerwehr hat 100 Notbetten aufgestellt.

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In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

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