Mein Leben als Papa

Ein ganz besonderer Vater-Sohn-Moment zum Jahresende

Das Spiel sorgte wirklich für tolle und besondere Gespräche mit Hannes. Foto: lf
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Das Spiel sorgte wirklich für tolle und besondere Gespräche mit Hannes.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Die „Flotten Bienen“ wirbeln feuerspuckend über den Boden, die Wunderkerzen sprühen herrliche Funken in den Abendhimmel und mit den Knallerbsen lässt sich Michel wunderbar erschrecken. Für Hannes ist der Höhepunkt am letzten Tag des Jahres mit Einbruch der Dunkelheit bereits erreicht. „Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Silvester“, sagt er mit einem seligen Lächeln im Gesicht.

Auch mir gefällt der gemütliche Ausklang eines schwierigen, aber für uns als Familie sehr schönen Jahres. Einen ganz besonderen Moment hat sich dieses 2020 bis zuletzt für mich aufgehoben. Als sich Michel mit der Mama zurückzieht, um den Tag an der Feuerwache im Kinderzimmer ausklingen zu lassen, frage ich Hannes, ob er mit mir das neue Spiel ausprobieren möchte, das zu Weihnachten auf meinem Gabentisch lag. Er möchte.

„Sag mal!“, heißt es. Versprochen wird ein Fragespiel „für tolle und besondere Gespräche mit deinem Kind“. Okay, fangen wir einfach mal an. Die erste Frage geht an Papa: „Was hast du als Kind gerne in deiner Freizeit gemacht?“ Hannes ist gespannt, ich muss nicht lange überlegen. „Fußball gespielt, Eisenbahnstrecken gebaut, mit Lego und Autos gespielt“, antworte ich. „Also genau wie ich“, stellt Hannes fest und hat damit wohl recht.

Die nächste Frage an Hannes zielt in eine ähnliche Richtung: „Was machen wir beide auf gleiche Weise?“ Diesmal muss Hannes nicht lange überlegen: „Du sitzt genauso lange auf dem Klo wie ich“, sagt er. Wäre die Mama jetzt dabei, würde sie wohl augenrollend zustimmen.

„Was wolltest du früher werden, als du klein warst?“, lautet die nächste Frage an mich. „Das hat gewechselt“, erkläre ich Hannes. „Erst Polizist, dann Feuerwehrmann, dann Fußballer und dann Naturforscher.“ Hannes überlegt einen Augenblick – und sagt dann trocken: „Tja, Papa. Das haste wohl alles nicht geschafft.“ Aua.

Jetzt frage ich Hannes, wie ein Haus aussehen würde, das er für uns bauen dürfte. Hannes wird kreativ: „Im Keller eine Eisbahn und ein Schwimmbad, im Garten ein Fußballplatz, für Michel und mich eine Etage nur mit Lego und Eisenbahnschienen, für Mama ein Restaurant und auf dem Dach ein Hubschrauberlandeplatz.“ Gefällt mir sehr. „Aber warum denn ein Restaurant für Mama?“, frage ich. „Weil sie so gut kochen kann. Dann können alle zum Essen vorbeikommen.“

Ich erfahre noch viel von meinem Sohn an diesem letzen Tag im Jahr. Das Coolste, was ich ihm beigebracht habe, war „Quatsch machen“. Er würde sich wünschen, dass ich weniger arbeite. Und ich soll als Papa manchmal nicht so streng sein, zum Beispiel, wenn er mit den Inlineskates aus Versehen in den Weihnachtsbaum fährt. Merke ich mir fürs nächste Weihnachten, mein Sohn.

Hannes’ Augen werden allmählich schwerer. Das Spiel ist ganz schön anstrengend. „Eine Karte noch“, sagt Hannes. „Was möchtest du dieses Jahr noch gerne mit deinen Kindern zusammen unternehmen?“, lese ich für Hannes und an mich selbst gerichtet vor. „Ich möchte dich in diesem Jahr nur noch ins Bett bringen und dann im nächsten Jahr ganz viel mit dir unternehmen“, sage ich ihm.

Das Spiel krame ich an Silvester wieder raus. Und dann spielt auch Michel mit.

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