OB appelliert an die Bürger

Für den Badespaß in Remscheid gelten klare Spielregeln

In der Kräwi kann Mitarbeiter Nikolaus Dirlein bald wieder Badegäste begrüßen.
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In der Kräwi kann Mitarbeiter Nikolaus Dirlein bald wieder Badegäste begrüßen.

Kräwi und Freibad Eschbachtal öffnen voraussichtlich Ende Juni.

Von Melissa Wienzek, Frank Michalczak und Sven Schlickowey

Badegäste freuen sich.

Remscheid. Ausflügler sollen ab dem 26. beziehungsweise 27. Juni im Freibad Eschbachtal und in der Anlage Kräwinkel an der Wuppertalsperre die Sonne und das Wasser genießen. Diese Botschaft richtet OB Burkhard Mast-Weisz an die Remscheider, die sich nach Abwechslung in Pandemie-Zeiten sehnen. Er verbindet dies aber mit einem klaren Appell. „Alle müssen sich an die Spielregeln halten. Ansonsten setzen wir alles aufs Spiel, was wir erreicht haben“, erklärt er mit Blick auf die deutlich gesunkenen Infektionszahlen. Das heißt: Maske tragen, Abstand halten und die Hygiene-Vorgaben beachten.

Sollte der Positivtrend anhalten, werde das Team der Arbeit Remscheid die Pforten zur Freizeitanlage Kräwinkel öffnen. So wie im letzten Jahr wird aber die maximale Besucherzahl begrenzt. Damals durften sich nur maximal 1200 Menschen zeitgleich an der Kräwi aufhalten. Zudem war ein Sicherheitsdienst im Einsatz, der die Namen und Adressen der Gäste registrierte. Das Geld dafür stellte die Stadt zur Verfügung – und will die Zusatzaufgabe erneut finanzieren, um den Badebetrieb zu ermöglichen. „Mit 20.000 Euro“, wie der OB ankündigt.

Das Freibad Eschbachtal wird in dieser Saison laut Sportamtsleiter Martin Sternkopf vermutlich mit demselben Sicherheitskonzept an den Start gehen wie schon 2020. Es habe sich bewährt. Das Konzept sieht eine Besucherbeschränkung von 750 Personen vor, Ein- und Auslasskontrollen sowie die Vorab-Ticket-Buchung im Internet. Aktuell noch offen ist, ob bei einer Inzidenz unter 35 gegebenenfalls der Negativtest wegfallen könnte. Dies müsse noch abgewartet werden. „Wir schaffen es auf jeden Fall, das Freibad unter den gegebenen Umständen wie letztes Jahr zu öffnen“, betont Martin Sternkopf.

Die Arbeiten im ältesten Binnenfreibad Deutschlands laufen nach Plan. Die Fliesenarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. „Wenn nicht noch Dauerregengüsse dazwischenkommen, dann haben wir das Bad bald desinfiziert und grundgereinigt, dann kommt das Wasser rein“, erklärt Martin Sternkopf den regulären Ablauf. Anschließend wird ein unabhängiges Labor damit beauftragt, die Wasserqualität zu prüfen. Das letzte Wort hat das Remscheider Gesundheitsamt. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, könnte das Freibad Eschbachtal voraussichtlich zum 26. oder 27. Juni in die Sommersaison 2021 starten, schätzt der Sportamtsleiter.

Bleibt die Sieben-Tage-Inzidenz bis einschließlich Mittwoch konstant unter dem Richtwert, gelten bereits ab Freitag die Regeln der Inzidenzstufe 2. Dann gilt:

Kontakte: Treffen beliebig vieler Personen aus bis zu drei Haushalten oder von bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten im öffentlichen Raum sind ab dann wieder erlaubt.

Außengastronomie: In der Außengastronomie fällt die Testpflicht weg, und die Gaststätten dürfen auch ihre Innenräume wieder für Gäste öffnen, dort aber nur mit negativem Test, Impf- oder Genesungsnachweis und fest zugeteilten Plätzen.

Einzelhandel: Im Einzelhandel ist ein Kunde je zehn Quadratmeter zugelassen, statt wie bisher einer je 20.

Kultur: Gute Nachrichten für Kulturfreunde: Museumsbesucher brauchen bei der Inzidenzstufe 2 dann weder Test noch Termin, und Veranstaltungen in Theatern und Kinos sind wieder mit bis zu 500 Besuchern, mit Test und einer Sitzordnung im Schachbrettmuster, möglich.

Sport: Kontaktsport wie Hand- und Fußball sind draußen mit bis zu 25 und drinnen mit bis zu zwölf Teilnehmern möglich, drinnen sind aber Test oder Nachweis und Kontaktverfolgung vorgeschrieben, das gilt im Übrigen auch für Fitnessstudios.

Da die Inzidenz in Remscheid am Samstag und am Montag auch schon unter 35 lag, könnten nur einen Tag später bereits die Regeln der Inzidenzstufe 1 greifen, falls der Wert bis Donnerstag so bleibt. Dann würde gelten:

Kontakte: Treffen im öffentlichen Raum mit bis zu 100 negativ getesteten Personen oder beliebig vielen aus bis zu fünf Haushalten dürften ab dann zusammenkommen.

Freizeit: Außerdem könnten Discos unter Auflagen wieder öffnen, und die Beschränkungen im Sport und in der Kultur würden weiter gelockert.

Hintergrund

Während das Freibad Eschbachtal unter Regie der Remscheider Stadtverwaltung steht, ist der Freizeitanlage Kräwinklerbrücke seit dem Jahr 2015 ein Fall für das gemeinnützige Unternehmen Arbeit Remscheid. Es bietet langzeitarbeitslosen Menschen Perspektiven in unterschiedlichen Beschäftigungsfeldern, durch Schulungs- und Förderprogramme. Arbeit Remscheid hat seinen Sitz an der Freiheitstraße 181, Tel. (0 21 91) 95 14 60.

www.arbeit-remscheid.de

Standpunkt: Vorsicht ist geboten

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Corona bleibt auch in Remscheid ein düsteres Ereignis, hinter dem sich viele Rätsel verbergen. Noch vor einigen Wochen lag unsere Stadt mit einem Inzidenzwert von 350 landesweit an der Spitze. Nun können sich alle freuen, dass die Zahl von 24,3 Infektionen innerhalb einer Woche, bezogen auf 100 000 Remscheidern, sogar unter dem Landesdurchschnitt liegt. Über die Gründe lässt sich nur mutmaßen. Möglicherweise führte die Ausgangssperre dazu, den Menschen vor Augen zu führen, wie ernst die Situation ist. Möglicherweise trugen schärfere Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei dazu bei, dass Kontaktbeschränkungen eingehalten wurden. Sind wir aber nun über den Berg? Ganz sicher nicht. Denn bereits im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass nach sinkenden Infektionszahlen im Sommer die Werte wieder deutlich anstiegen. Es gilt, die Lehren daraus zu ziehen. Bei aller Freude über wiedergewonnene Freiheiten heißt es somit, weiter Abstand zu halten und lieber einmal mehr die Maske zu tragen als einmal zu wenig. Denn: Corona bleibt nicht nur rätselhaft, sondern auch gefährlich.

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