Obduktion bringt Gewissheit

Radevormwald: Vater tötete Frau und Kinder – Nach der Tragödie bleibt die Sprachlosigkeit

Einige Menschen haben in den vergangenen Tagen vor dem Haus der Familie Kerzen und Blumen zum Gedenken abgelegt.
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Einige Menschen haben in den vergangenen Tagen vor dem Haus der Familie Kerzen und Blumen zum Gedenken abgelegt.
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  • Anja Carolina Siebel
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  • Axel Richter
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Das Familiendrama in Radevormwald hat vor allem den Einsatzkräften vor Ort zugesetzt. Viele nehmen psychologische Hilfe in Anspruch.

  • Ein Familienvater in Radevormwald soll seine Frau, seine Töchter und seine Schwiegermutter getötet haben.
  • Danach zündete er das Haus an, bevor er sich selbst umbrachte.
  • Der Bereich rund um das betroffene Wohnhaus ist nach wie vor abgesperrt. Viele Rader legen Blumen nieder.

Von Anja Carolina Siebel

Radevormwald. Dietmar Hasenburg hat als Wehrführer der Feuerwehr Rade schon einiges erlebt. „Aber das“, sagt der Stadtbrandinspektor, „übersteigt fast alles, was wir bisher durchgemacht haben.“ Der erfahrene Feuerwehrmann spricht von dem Familiendrama, das sich am vergangenen Freitag an der Elberfelder Straße im Radevormwalder Stadtteil Herbeck ereignete. Und er spricht dabei ebenso für die insgesamt 45 Feuerwehrleute, die an dem Einsatz beteiligt waren.

Kurz nach 17 Uhr seien sie ausgerückt, um zu helfen. Um einen Brand zu löschen und möglicherweise Menschen aus dem verrauchten Gebäude zu holen. „Komisch kam uns beim Eintreffen schon vor, dass niemand vor dem Haus wartete und alles verschlossen war. Denn das Gebäude ist eingeschossig, da hätte man als Bewohner schnell rauskommen können“, erinnert sich Dietmar Hasenburg. Nachbarn hätten gesagt, dass die Familie aber zu Hause sein müsse, die Hunde seien im Zwinger – und sie würden ohne ihre Hunde eigentlich nicht weggehen.

Radevormwald: Einsatzkräfte können psychologische Hilfe nutzen

Das entsetzliche Bild, das sich den Einsatzkräften dann im Innern des weißen Hauses bot, werden sie wohl niemals vergessen. Wie berichtet, soll der Familienvater seine 37-jährige Ehefrau, die beiden vier- und einjährigen Töchter sowie seine 77-jährige Schwiegermutter mit einem Messer niedergestochen, dann das Haus angezündet und sich schließlich selbst erstochen haben. So schreibt es die Staatsanwaltschaft in ihrem Obduktionsbericht.

„Einige Kameraden haben Kinder im selben Alter, manche kannten auch die Familie“, sagt Hasenburg. Dankbar sei er wegen der hohen psychischen Belastung „seiner Leute“ für die Hilfe der Psychosozialen Unterstützung (PSU) der Unfallkasse der Feuerwehr. „Die waren sofort vor Ort, bieten aber ihre Hilfe für die Einsatzkräfte auch langfristig an“, erklärt Dietmar Hasenburg. Einige seiner Kameraden hätten bereits von schlaflosen Nächten und bedrückter Stimmung seit dem belastenden Einsatz gesprochen. Hasenburg: „Es steht ihnen frei, sich an die Psychologen zu wenden. Das ist für alle freiwillig.“

Stilles Entsetzen herrsche gerade vor bei der Radevormwalder Feuerwehr. „Weil es so unbegreiflich ist, was da geschehen ist“, sagt der Stadtbrandinspektor, auch stellvertretend für seine Kameraden. Was ihn auch bedrücke: „Dass der Täter damit, dass er nach der Tat noch einen Brand gelegt hat, Feuerwehrleute als völlig Unbeteiligte zusätzlich hineingezogen hat.“

Dass auch andere Unbeteiligte damit zu kämpfen haben, die grausame Tat zu verarbeiten, berichtet Philipp Müller. Er ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und Sprecher der Radevormwalder Geistlichen. „Vielfach besteht der Wunsch nach Gedenken oder Abschiednehmen von der Familie“, berichtet Müller. Pfarrer Dieter Jeschke hatte deshalb am Sonntag bereits die reformierte Kirche am Markt geöffnet – natürlich unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln. „Viele Radevormwalder haben dieses Angebot genutzt, haben Kerzen angezündet und einen kurzen Moment verweilt“, berichtet Philipp Müller. Er schätzt, dass binnen zwei Stunden der Öffnung etwa 100 Menschen die Kirche betreten haben. „Weil viele uns angesprochen haben, möchten wir das wiederholen“, kündigt Müller an. „Allerdings möchten wir aus Rücksicht auf die Angehörigen zunächst die Bestattungen abwarten.“ Einen genauen Termin für die Öffnung der Kirche am Markt wolle die Gemeinde noch bekanntgeben.

Rades Bürgermeister Johannes Mans möchte bei allem verbliebenen Entsetzen am Montag nach der Bluttat den großen Zusammenhalt der Radevormwalder Bürger würdigen. „Es meldeten sich Menschen bei uns, die sich um die Hunde der Familie kümmern wollten, wir hatten Anrufe von Psychologen, die ihre Telefonnummern für Betroffene hinterlassen hatten“, berichtet das Stadtoberhaupt. Und auch viele Nachbarn hätten Hilfe angeboten. „Die Radevormwalder praktizieren Menschenliebe und Zusammenhalt. Das muss man bei aller Grausamkeit, die wir jetzt zu verarbeiten haben, wirklich betonen. Das beruhigt mich auch und macht mich etwas stolz“, erklärt Bürgermeister Mans.

PSU

Die „psychosoziale Unterstützung“ für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren in NRW hilft den Einsatzkräften dabei, belastende Eindrücke der Einsatzorte zu verarbeiten. Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen unterstützt die Aktiven bei dieser schwierigen Aufgabe sozusagen als „Akteur der zweiten Stunde“, bietet also langfristige psychologische Hilfe an, weil die Einsatzkräfte teilweise noch Jahre später unter den Eindrücken leiden.

Unser Artikel vom 14. Februar

Vater tötete Frau und Kinder – Trauer und Entsetzen nach Familientragödie

Zu einem Großeinsatz an der Elberfelder Straße in Radevormwald rückten Feuerwehr und Polizei am Freitag aus. Inzwischen steht fest, dass sich in dem Haus eine Tragödie abgespielt hat.

Von Anja Carolina Siebel

Nachbarn und Anwohner stellten Kerzen auf, legten Blumen nieder, und auch Kuscheltiere wurden vor dem unscheinbaren Einfamilienhaus abgelegt.

Radevormwald. Die Passantin, die am Samstagmittag mit ihrem Hund an dem weißen Haus an der Elberfelder Straße entlanggeht, bringt es auf den Punkt: „Es ist bedrückend. Man findet einfach keine Worte.“ So geht es wohl vielen Menschen, die von der grausamen Tat, die sich am Freitagabend in Radevormwald-Herbeck ereignet hatte, erfuhren. Noch an jenem Abend hatte es geheißen, dass bei einem Wohnungsbrand fünf Leichen entdeckt wurden. Die Polizei hatte aber von Anfang an von einem Kapitaldelikt gesprochen.

Der Obduktionsbericht der Staatsanwaltschaft Köln brachte am Samstagnachmittag dann traurige Gewissheit: Der 41-jährige Familienvater, ein Bundeswehrsoldat, habe seine 37 Jahre alte Ehefrau, die laut RGA-Informationen als Berufsschullehrerin am Berufskolleg in Wermelskirchen angestellt war, die beiden ein und vier Jahre alten Töchter und die 77-jährige Schwiegermutter am Freitag um kurz nach 17 Uhr mit einem Messer getötet, heißt es darin. Anschließend, so die Ermittler, zündete der Bundeswehrsoldat das Haus an und brachte sich selbst ebenfalls mit einem Messer um. Tatmotiv sollen laut Polizeibericht Eheprobleme des Paares gewesen sein.

Radevormwalds Bürgermeister Johannes Mans zeigte sich am Wochenende stark bestürzt über die Bluttat. „Es ist unvorstellbar. Vor allem für die Rettungskräfte, die zunächst ja ausgerückt waren, um einen Brand zu löschen und Menschen zu retten, war das ein grausamer Schock.“ Die Feuerwehrleute hatten am Freitag den Brand schnell unter Kontrolle bekommen, waren aber tief bestürzt aus dem Zweifamilienhaus auf die Straße getreten, mit den Worten: „Da ist nichts mehr zu machen.“ Mans: „Die Rettungskräfte wurden seelsorgerisch betreut.“ Den Hinterbliebenen der Opfer sprach der Bürgermeister sein Mitgefühl aus. Er versicherte, dass auch Eltern und Kinder der beiden Kindertageseinrichtungen, die die vier- und einjährigen Töchter der Familie besuchten, seelsorgerische Betreuung bekommen sollen. „Wir haben uns direkt am Freitagabend mit dem Krisenstab der Stadt zusammengesetzt“, berichtet Johannes Mans auf Nachfrage.

Am Samstagmittag erscheint das grausame Geschehen vom Vortag in Radevormwald fast unwirklich. Das weiße Haus, in dessen Anbau die Schwiegermutter der Familie erst vor einigen Monaten gezogen war, liegt friedlich, von der Februarsonne angestrahlt. Ein mit Schnee bedecktes Auto steht geparkt davor. Hin und wieder kommen Menschen vorbei und legen Blumen und Kerzen vor dem Grundstück ab. So wie Daniela Ehrenreich und ihre Kinder. „Wir kannten die Familie nicht, aber es sind ja kleine Kinder zu Tode gekommen. Das lässt einen einfach nicht kalt“, sagt die Radevormwalderin und zündet eine rote Kerze an. Schweigend stehen sie eine Weile da.

„Hinter das Absperrband sollten die Menschen nicht unbedingt treten, denn sie könnten wertvolle Spuren unbrauchbar machen“, erklärt eine Polizistin, die vor dem Grundstück darauf achtet, dass alle möglichst Distanz halten. „An der Grundstücksgrenze dürfen sie ihre Blumen oder Kerzen aber ruhig ablegen.“

Nachbarin zur Tragödie in Radevormwald: „Sowas traut man doch auch keinem zu“

Betroffenes Schweigen an der Elberfelder Straße, dafür große Gesprächigkeit in den sozialen Netzwerken. In der Radevormwalder Facebookgruppe haben die Moderatoren aus Rücksicht und Respekt vor den Angehörigen der Toten diverse Beiträge bereits gelöscht. Sie waren ihrer Ansicht nach zu anmaßend, oder einfach auch ohne Rücksicht auf die Privatsphäre der Opfer geschrieben. Die meisten wollen aber einfach nur ihr Bedauern und ihre Erschütterung zum Ausdruck bringen. So wie die Nachbarin, die gegenüber der verstorbenen Familie lebt, aber namentlich nicht genannt werden möchte.

„Natürlich liest man viel Quatsch bei Facebook“, räumt sie ein, „aber irgendwie und irgendwo müssen die Leute wohl auch ihre starken Emotionen zum Ausdruck bringen. Ich kannte das Paar und die Kinder nur von Spaziergängen mit den Hunden. Sie waren auf den ersten Blick angenehm, nett. Aber dass sowas bei uns in der Nachbarschaft passiert, das ist total unbegreiflich. Das traut man doch auch keinem zu.“

Update von 18.05 Uhr

Radevormwald. Nach der Familientragödie in Radevormwald steht die Stadt unter Schock. Immer mehr Menschen legen an dem Wohnhaus an der Elberfelder Straße Blumen und Kuscheltiere ab. Auch Grablichter stehen am Tatort. Nach wie vor ist der Gehweg vor dem Haus abgesperrt. Das Technische Hilfswerk war am Samstagnachmittag im Einsatz, um alle Fenster des Hauses mit Spanplatten abzudecken. wi

Update von 14.15 Uhr

Radevormwald. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Familienvater seine Ehefrau (37), die beiden Töchter (1 und 4) und seine Schwiegermutter (77) getötet hat. Das ist das Ergebnis der Obduktion sowie weiterer Ermittlungen.

Der Mann (41) soll seine Familie mit einem Messer umgebracht haben. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zündete er dann das Wohnhaus an, bevor er sich selbst auf die gleiche Weise tötete. Die Tat soll sich kurz vor 17 Uhr abgespielt haben. Kurz darauf wurde die Feuerwehr alarmiert und entdeckte im Rahmen der Löscharbeiten die fünf Leichen in dem Wohnhaus.

Das Motiv für die Tat soll die gescheiterte Ehe des Paares sein. Davon gehen die Ermittler zurzeit aus. wi

Update vom 13. Februar, 12.30 Uhr

Radevormwald. Nach der Tragödie mit fünf Toten, die sich am Freitagabend in Radevormwald ereignet hat, soll es im Laufe des heutigen Tages nähere Informationen zu den Umständen geben. Bereits am Freitagabend hat eine Mordkommission die Ermittlungen in Radevormwald übernommen. Eine Spurensicherung war mehrere Stunden lang in und an dem betroffen Haus im Einsatz, bevor in der Nacht gegen 2.30 Uhr die Leichen abgeholt wurden. Sie werden nun obduziert.

Noch am Abend traf die Spurensicherung in Radevormwald ein.

Das betroffene Wohnhaus wurde noch in der Nacht versiegelt. Nach wie vor ist der Bereich abgesperrt. wi

Update vom 13. Februar 2021, 0 Uhr

Von Axel Richter

Radevormwald. Was genau sich in dem Haus an der Elberfelder Straße in Radevormwald zugetragen hat, muss die Polizei noch herausfinden. Fakt ist: Bei dem Tod von fünf Menschen, die gestern bei einem Hausbrand ums Leben gekommen sind, handelt es sich um eine Tragödie, die am Abend auch gestandene Feuerwehrmänner um Fassung ringen ließ.

In dem Haus wohnten zwei Kinder (ein und vier Jahre alt), die Eltern und auch die Großmutter. Zur Aufklärung richtete die Polizei eine Mordkommission ein. „Wir gehen von einem Kapitalverbrechen aus“, hieß es am Abend. „Das heißt, wir ermitteln in Richtung Mord, Totschlag, erweiterter Selbstmord.“ Der Einsatzbefehl für die Feuerwehr Radevormwald erging gegen 17 Uhr. Den Männern war ein Hausbrand gemeldet worden. Die Einsatzkräfte schlugen die Fensterscheiben ein, um in das Gebäude vorzudringen. Darin stießen sie dann auf die fünf leblosen Körper.

In einem Wohnhaus in Radevormwald hat die Feuerwehr am frühen Abend fünf Leichen entdeckt.

Polizei und Staatsanwaltschaft reagierten mit einer Nachrichtensperre. Stadtbrandinspektor Dietmar Hasenburg, den der RGA vor Ort traf, sagte deshalb unter Kopfschütteln nur so viel: „Es ist unglaublich tragisch.“

Nachbarn zeigten sich geschockt. „Ich habe die Familie noch vor zwei Stunden gesehen, da waren sie mit dem Hund draußen“, berichtete ein älterer Herr, der wie viele andere Anwohner am Abend vor einem Flatterband stand. Die Polizei hatte die Elberfelder Straße im Stadtteil Herbeck abgeriegelt. Nur in Begleitung von Beamten durften die Nachbarn zu ihren Häusern. Das Haus der Familie von gegenüber war nun ein Tatort.

Bürgermeister Mans: „Ich bin zutiefst geschockt und traurig“

Den Brand hatte die Feuerwehr rasch unter Kontrolle. Laut Zeugen war er zunächst im Altbau des Wohnhauses ausgebrochen, dann hatten sich die Flammen in den benachbarten Gebäudeteil vorgefressen. Darin lebte auch die Großmutter. Die Familie hatte den Anbau jüngst erst errichtet. Gegen 19.30 Uhr zog die Feuerwehr wieder vom Brandort ab. Es sei, so hieß es von Seiten der Einsatzkräfte, zu dem Zeitpunkt für sie nichts mehr zu machen gewesen.

Einige Fenster an dem Wohnhaus sind zerborsten.

Zur Todesursache machte die Polizei keine Angaben und verwies wie auch zu den möglichen Hintergründen des Geschehens auf die laufenden Ermittlungen. „Einen Unfall müssen wir unter den vorgefundenen Umständen jedoch ausschließen“, erklärte Michael Tietze, Polizeihauptkommissar und Sprecher der Oberbergischen Polizeibehörde.

Bürgermeister Johannes Mans und Rades Beigeordneter Simon Woywod machten sich noch am gestrigen Abend ein Bild von dem tragischen Geschehen. „Wir haben uns sofort auf den Weg gemacht, um uns einen Überblick zu verschaffen“, erklärte Mans gegenüber dem RGA. „Ich bin zutiefst geschockt und traurig über das, was hier geschehen ist.“

Radevormwald: Notfallseelsorger waren im Einsatz

Während Spurensicherung und Brandermittler ihre Arbeit aufnahmen, drängte es auch andere Menschen zum Ort des Geschehens. Freunde der Familie hatten wohl von dem Feuer gehört, ahnten aber nicht, dass in dem Haus an der Elberfelder Straße fünf Menschen ums Leben gekommen waren.

Notfallseelsorger nahmen sich Nachbarn und Freunden an. Die Suche nach Hinweisen zur Aufklärung des Geschehens dauerte unterdessen bis in die Nacht. Mit ersten Ergebnissen ihrer Ermittlungen rechnen die oberbergische Polizei und Staatsanwaltschaft Köln in der neuen Woche. Frühestens dann lasse sich vielleicht erklärten, was sich am Freitagnachmittag in dem Haus zugetragen hat.

Während der Einsatz von Polizei und Feuerwehr andauerte, mussten die Autofahrer lange Umwege in Kauf nehmen. Polizeikräfte aus Remscheid, die die Kollegen vor Ort unterstützten, hatten die Elberfelder Straße ab der Einmündung nach Dahlhausen abgesperrt. Aus Richtung Rader Innenstadt war die Straße ab dem Kreisel Bergerhof dicht.

Artikel vom 12. Februar 2021, 23 Uhr

Radevormwald. Die Feuerwehr war zu einem Brand in Radevormwald gerufen worden. Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte am Freitag fünf Leichen. Das Feuer war frühen Abend in einem Wohnhaus im Rader Ortsteil Bergerhof ausgebrochen. Die Feuerwehr war gegen 17 Uhr alarmiert worden. Die Einsatzstelle rund um das betroffene Wohnhaus wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei war noch am späten Abend mit zahlreichen Kräften vor Ort. Eine Mordkommission aus Köln hat die Ermittlungen übernommen.

Radevormwald: Unter den Todesopfern sind zwei kleine Kinder

Bei den Todesopfern soll es sich um ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern im Alter von einem und vier Jahren handeln. Außerdem soll laut Einsatzkräften vor Ort eine weitere Familienangehörige, die im ebenfalls betroffenen Nachbarhaus gewohnt hat, unter den Opfern sein.

Das weiße Wohnhaus liegt an einer Hauptstraße in Radevormwald. Von außen deutete am Freitag wenig auf einen Brand hin. Einige Fenster waren zerborsten. Von der Polizei hieß es am Abend: „Wir gehen von einem Kapitalverbrechen aus. Das heißt, wir ermitteln in Richtung Mord, Totschlag, erweiterter Selbstmord.“ Einen Unfall schließe die Polizei unter den vorgefundenen Umständen aus, erklärte Michael Tietze, Polizeihauptkommissar und Sprecher der Oberbergischen Polizeibehörde.

Am Abend kam auch Rades Bürgermeister Johannes Mans zum Tatort an der Elberfelder Straße. Er sagte gegenüber dem RGA: „Ich bin zutiefst geschockt und traurig über das, was hier geschehen ist.“ Viele Nachbarn und später wohl auch Freunde der Familie kamen an den Tatort. Einige mussten von Seelsorgern betreut werden.

Am Samstag will sich die Polizei erneut äußern. Erste Ergebnisse der Spurensicherung werden allerdings erst in der kommenden Woche erwartet.

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