Regeln

Bei Feuer im Freien drohen in Remscheid hohe Geldbußen

Osterfeuer – wie hier in Lennep im vergangenen Jahr – sind genau wie Martinsfeuer eine liebgewonnene Tradition. Sie sind an strenge Auflagen geknüpft. Archivfoto: Roland Keusch
+
Osterfeuer – wie hier in Lennep im vergangenen Jahr – sind genau wie Martinsfeuer eine liebgewonnene Tradition. Sie sind an strenge Auflagen geknüpft. 

Für das Abbrennen im Freien gibt es strenge Regeln – bei Verstößen drohen hohe Geldbußen.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Ein gemütlicher Abend in der Honsberger Kleingartenanlage endete am Samstag mit einem Feuerwehreinsatz. Ein Augenzeuge hatte die Einsatzkräfte wegen eines Brandes alarmiert, der sich als nicht genehmigtes Lagerfeuer in einer Feuerschale herausstellte. „Feuerschalen und -körbe sind zwar überall erhältlich. Darin etwas zu verbrennen, ist in Remscheid dennoch nicht erlaubt“, sagt Jürgen Folle. Der Sachgebietsleiter im Ordnungsamt klärt über die Regeln auf.

Welche Einschränkungen gibt es für das Verbrennen im Freien?

„Der Gesetzgeber möchte kein Feuer – egal in welcher Form“, erläutert Jürgen Folle. Festgehalten ist diese Grundhaltung im Paragraf 7 des nordrhein-westfälischen Landes-Immissionsschutzgesetzes. Darin heißt es: „Das Verbrennen sowie das Abbrennen von Gegenständen zum Zwecke der Rückgewinnung einzelner Bestandteile oder zu anderen Zwecken im Freien ist untersagt, soweit die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit hierdurch gefährdet oder erheblich belästigt werden können.“

Was droht bei Nichtbeachtung der Regeln?

Wer sich nicht an die Regel hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. „Das kann teuer werden“, sagt Sachgebietsleiter Jürgen Folle. Es drohe ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Hinzu kommen unter Umständen weitere Kosten, die ein möglicher Einsatz der Feuerwehr auslöst.

Gibt es Ausnahmegenehmigungen?

Der Gesetzgeber räumt den Behörden vor Ort die Möglichkeit ein, Ausnahmen von dem Verbot zuzulassen, „wenn lediglich kurzfristig mit Luftverunreinigungen zu rechnen ist“. So ist es etwa in Remscheid möglich, eine Ausnahmegenehmigung für ein Lagerfeuer zu erhalten. Der entsprechende Antrag muss schriftlich und spätestens zwei Wochen vor dem geplanten Termin gestellt werden. Hält die Stadt den Ort des Lagerfeuers für geeignet, wird es genehmigt. Bei der Bewertung werden gegebenenfalls die Experten der Feuerwehr zurategezogen.

Gelten diese Regeln auch für Oster- und Martinsfeuer?

Nein, für Brauchtumsfeuer anlässlich Ostern und St. Martin hat die Stadt Remscheid eine eigene ordnungsbehördliche Verordnung erlassen. Demnach dürfen Veranstalter wie Kirchengemeinden, Vereine und Verbände ein Traditionsfeuer bei einer öffentlichen Veranstaltung durchführen. Dies ist im Zeitraum von Gründonnerstag bis Ostermontag sowie vom 3. bis zum 11. November möglich. Es ist notwendig, das Feuer vier Wochen vor der Veranstaltung anzumelden. Diese Anzeigepflicht entfällt bei Brauchtumsfeuern mit einer Grundfläche von weniger als 90 mal 90 Zentimetern, wobei das Brenngut nicht höher als 90 Zentimeter aufgeschichtet werden darf.

Welche weiteren Regeln gelten bei Brauchtumsfeuern?

Die Stadt hat das Abbrennen eines Brauchtumsfeuers an weitere Bedingungen geknüpft. Demnach muss die Feuerstelle auf einer nicht brennbaren Unterlage errichtet werden. Zudem müssen Löschmittel wie Wasser, Feuerlöscher oder Sand in ausreichender Menge bereitstehen. Mindestens eine volljährige Aufsichtsperson ist bei der Anmeldung zu benennen. Sie muss während des Feuers vor Ort sein. Der Abstand der Feuerstelle zu Gebäuden muss mindestens fünf Meter betragen. Verbrannt werden dürfen nur durchgetrocknete, pflanzliche Abfälle wie Stroh, naturbelassenes, unbehandeltes Holz sowie von Blättern befreiter Baum- oder Strauchschnitt. Alle übrigen Abfälle und sonstige Stoffe dürfen nicht verbrannt werden. Das gilt laut der städtischen Verordnung insbesondere für Mineralölprodukte. Die abgekühlten Reste des Feuers gehören in den Restmüll.

Hintergrund

Osterfeuer sind zwischen 18 und 22 Uhr erlaubt, Martinsfeuer zwischen 16 und 22 Uhr möglich. Die weiteren Regeln für Brauchtumsfeuer hat die Stadt Remscheid in einer Verordnung festgehalten. Sie ist auf der städtischen Webseite abrufbar.

www.t1p.de/nbwj

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Corona: Inzidenzwert jetzt bei 185 - Einsatzkräfte der Bundeswehr unterstützen weiter
Corona: Inzidenzwert jetzt bei 185 - Einsatzkräfte der Bundeswehr unterstützen weiter
Corona: Inzidenzwert jetzt bei 185 - Einsatzkräfte der Bundeswehr unterstützen weiter
Lüdorf: Betonmischer umgekippt
Lüdorf: Betonmischer umgekippt
Lüdorf: Betonmischer umgekippt
Bewohnerin schreckt Einbrecher auf
Bewohnerin schreckt Einbrecher auf
Bewohnerin schreckt Einbrecher auf
Corona-Krise: Der Blog für Remscheid, Teil 3
Corona-Krise: Der Blog für Remscheid, Teil 3
Corona-Krise: Der Blog für Remscheid, Teil 3

Kommentare