Mein Leben als Papa

Fenster, Briefe, Videoanrufe: Wir bleiben in Kontakt!

Somewhere hinter the rainbow, und nicht in den Bergen, wohnt Heidi – Michels geliebte Nachbarin. Foto: gf
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Somewhere hinter the rainbow, und nicht in den Bergen, wohnt Heidi – Michels geliebte Nachbarin. 

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

„Heidi! Heiiidiiii!“, ertönte es plötzlich lautstark aus dem Wohnzimmer. Obwohl der Fernseher gar nicht lief. Es war Michel, der aufgeregt am Fenster stand. Mit Blick auf das Haus gegenüber, in dem Heidi wohnt. 

Nachbarin Heidis Welt sind nicht die Berge, sondern der Garten. Hier sitzt sie momentan gerne auf der grünen Wiese im Sonnenschein – und braucht nicht mehr zum Glücklichsein. Außer vielleicht die Besuche ihrer Enkelkinder, die wegen der Corona-Krise derzeit leider ausbleiben. Da sind die Heidi-Heidi-Rufe des kleinen Fratzes am Fenster, die sich mittlerweile fest etabliert haben, doch eine willkommene Ablenkung.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Michel und Hannes gerade ziemlich hoch im Kurs stehen in unserer kleinen Straße, in der viele Omas und Opas wohnen, die ihre Enkel vermissen. Die Nachbarn freuen sich einfach, wenn sie die beiden Jungs im Garten toben sehen – obgleich es manchmal laut, sehr laut, eigentlich viel zu laut, zugeht. So viele Gespräche über den Gartenzaun wie in diesen Wochen habe ich jedenfalls noch nie geführt. Man rückt enger zusammen, wenn auch auf Abstand.

Ihre eigenen Omas und Opas haben Hannes und Michel jetzt auch schon viel zu lange nicht mehr gesehen. Na ja, so ganz stimmt das nicht. Denn beinahe täglich besuchen wir uns per Videoanruf in unseren Alltagen. Hannes macht das viel mehr Spaß als das öde, normale Telefonieren. 

Plötzlich erlebt er live, wie Opa im Baumarkt einkauft und gibt Regieanweisungen: „Geh mal zu den Motorsägen!“ Mit dem anderen Opa kommt es zum virtuellen Kampf der Krokodil-Handpuppen. Und in aller Ausführlichkeit referiert er über das Aussterben der Dinosaurier – veranschaulicht durch Poster, Schleich-Figuren und Bücher. 

Michel, der aus Freudenberga und nicht aus Lönneberga, turnt währenddessen im Hintergrund durch das Bild. Tanzt, lacht und macht einfach nur Quatsch. Ein realistisches Abbild der Wirklichkeit. Inzwischen haben beide Omas sogar gelernt, wie sie ihre Smartphones halten müssen, damit ihre   Nasenlöcher nicht 80 Prozent des Bildschirms abdecken. Großes Kino!

gunnar.freudenberg@rga-online.de

Was Hannes allerdings schon ein bisschen fehlt, sind seine Freunde aus dem Kindergarten. Aber auch hier bleibt der Kontakt in Corona-Zeiten bestehen: Es gibt Post von Joshua, Julian und Jonas. Schön zu sehen, wie viel Freude analoge Briefe mit selbst gemalten Bildern in dieser digitalen Welt noch bei einem Kind auslösen. Genau wie jeder Regenbogen am Fenster, den Hannes aus dem Auto heraus entdeckte, als wir seine Briefe an die besten Freunde verteilten. Regenbogen als Zeichen für Solidarität und Optimismus – das funktioniert.

Und so freuen wir uns in diesem Jahr trotz allem auf schöne Ostertage. Ich könnte mir vorstellen, dass auch die Omas und Opas die Eiersuche mitbekommen, ohne dabei zu sein. Und Heidi sowieso.

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