Mein Leben als Papa

Ente gut, alles gut? Warum wir für die Kinder doch lieber selbst kochen

Dem Papa hat das chinesische Mahl gemundet. Und auf den Tellern seiner beiden Jungs durfte er sich auch noch an den üppigen Resten bedienen. . .Foto: Larissa Freudenberg
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Dem Papa hat das chinesische Mahl gemundet. Und auf den Tellern seiner beiden Jungs durfte er sich auch noch an den üppigen Resten bedienen. . .

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt immer samstags vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Wir bestellen uns nicht oft Essen nach Hause. Dazu kocht die Mama viel zu gut. Nur manchmal holen wir uns etwas von der Sushi-Bar nebenan oder geben gerne nach, wenn die Jungs Heißhunger auf Pizza haben. Mitten im zweiten Lockdown war es uns jetzt aber ein Bedürfnis, die hiesige Gastronomie ein wenig zu unterstützen. Und noch dazu hatte ich einfach mal wieder richtig Bock auf Ente süß-sauer.

Hannes lässt sich für die Idee, chinesisches Essen zu bestellen, sofort begeistern. Im Moment ist er beim Thema Essen wirklich sehr experimentierfreudig. Das liegt vielleicht an seinem Buch „Wir reisen um die Welt“, in dem es auch um die verschiedenen Essgewohnheiten der Kulturen geht. „Wir könnten doch auch mal Frösche essen wie die Menschen in Frankreich“, schlägt er vor. Zum Glück klingelt es, noch bevor ich antworten kann. Hannes und Michel stürmen zur Tür und öffnen sie. „Pizza!“, ruft Michel freudig, denn der Fahrer, der uns heute das chinesische Essen bringt, liefert sonst die Pizza. Ein bisschen enttäuscht blickt Michel drein, als wir die Nummern 42, 46, M 6, das Kindermenü 153 und die Gratis-Frühlingsrolle auspacken. „Was ist das?“, fragt er mit Blick auf das opulente Büffet auf unserem Esstisch. Wir dürfen ihm ein bisschen Reis, Hühnerbrustfilet und süß-saure Soße auf seinen Teller packen. Und gebratene Nudeln. „Ah, Spaghetti“, freut er sich.

Hannes möchte sich mit den Beilagen gar nicht erst aufhalten und konzentriert sich voll auf seine Ente süß-sauer. Er startet recht forsch und scheint ganz angetan. Dann aber fragt auch er: „Was ist das?“ Die knusprige Haut, das Beste an der Ente, mag er nicht. Michel ist mit seinen „Spaghetti“ auch nicht zufrieden. Jede Sojasprosse pult er raus. Auch die Panade an seinem Hähnchen schmeckt ihm nicht. Er gibt auf, verlässt den Esstisch und isst sich am Nachmittag an Äpfeln satt.

Ich kann nicht mehr mitansehen, wie Hannes in seiner Ente rumstochert und biete ihm Alternativen an. Er entscheidet sich für ein Mettbrötchen. Genüsslich futtert er auch noch ein zweites hinterher. Und am Abend noch ein drittes. Wenigstens der Mama und mir hat es geschmeckt. Ich freue mich sogar noch über die Reste und mische die übrig gebliebene, knusprige Entenhaut unter Michels Sojasprossen. Ente gut, alles gut!

Immerhin probiert haben sie beide. Meine Oma Ilse, Gott hab sie selig, lebte 80 Jahre lang nach dem Motto: „Wat der Bur nit kennt, frett he nit.“ Dann entdeckte sie plötzlich das chinesische Restaurant um die Ecke und lud fortan nur noch dorthin ein. Vielleicht dauert es bei Hannes und Michel auch noch länger, bis sie mehr als acht Kostbarkeiten genießen können. Es gibt da ja noch so viel zu entdecken. Nur Frösche müssen wegen mir nicht auf dem Teller landen.

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