Einer mit Ecken und Kanten

Wolfgang Sause ist gestorben

Wolfgang Sause in seinem letzten Gespräch mit dem RGA: 2018 erinnerte er sich an das Jahr der Studentenunruhen. Archivfoto: Roland Keusch
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Wolfgang Sause in seinem letzten Gespräch mit dem RGA: 2018 erinnerte er sich an das Jahr der Studentenunruhen.

Der Lehrer und Politiker engagierte sich 30 Jahre für Remscheid.

Von Axel Richter

Remscheid. Er war einer mit Ecken und Kanten. Einer, mit dem man nicht immer einer Meinung sein musste. Aber einer, bei dem man wusste, woran man ist. Das schätzten seine Schülerinnen und Schüler am Röntgen-Gymnasium und ebenso seine politischen Freunde und Gegner an ihm. Am Dienstag ist Wolfgang Sause nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Wolfgang Sause war ein Urgestein der Remscheider Kommunalpolitik. Knapp 30 Jahre saß er für die Christdemokraten im Stadtrat, zehn Jahre war er Bezirksvorsteher in Lennep, zehn Jahre auch Bürgermeister unter den Oberbürgermeistern Reinhard Ulbrich und Fred Schulz und zehn Jahre Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion.

Aufgewachsen war der Lenneper an der Martin-Luther-Straße

„Der Tod von Wolfgang Sause berührt mich sehr“, erklärt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). „Er war knorrig und streng. Er war aber auch ein sehr lebensfroher Mensch. Und er war einer der verlässlichsten Menschen, die mir begegnet sind. Er ,schimpfte‘ immer über die Sozialdemokraten und sagte mit viel Humor: ,Alle Sozis lügen. Alle!‘ Und dann setzte man sich mit ihm zusammen und arbeitete. Eine einmal mit ihm getroffene Vereinbarung galt ohne Wenn und Aber. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem politischen Amt machten mir die Begegnungen und Gespräche – häufig zufällig – richtig Freude.“ Ebenso dankbar und traurig zeigt sich CDU-Fraktionschef Markus Kötter: „Fraktion und Partei haben ihm sehr viel zu verdanken - genauso wie sein geliebtes Lennep seinem früheren Bezirksvorsteher. Für mich persönlich war er ein wichtiger politischer Ratgeber und Ansprechpartner.“

Aufgewachsen war Sause an der Martin-Luther-Straße. 1959 baute er am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium sein Abi. Sause studierte in Bonn und Marburg, wo er seine spätere Frau Helgard kennenlernte. 1967 kam er als Referendar zurück ans EMA, dann ging er ans Rögy und blieb dort bis zu seiner Pensionierung.

Wer bei ihm Deutsch und Englisch hatte, kennt den Lenneper als ebenso strengen wie engagierten Lehrer. 2018 erinnerte er sich für den RGA an die Zeit der Studentenunruhen 1968 und die Niederschlagung des Prager Frühlings: „Auf Wunsch der Schüler sind wir mit Bussen nach Bonn gefahren und haben vor der Russischen Botschaft Tomaten geworfen.“

Nach seinem beruflichen Ausscheiden gab Wolfgang Sause alle seine politischen Ämter ab. Zwölfmal ist der Vater eines Sohnes seither auf Kreuzfahrten um die Welt geschippert. Lennep blieb sein Lebensmittelpunkt. Am 5. Februar wäre er 82 Jahre alt geworden.

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