Polizei bittet um Zeugenhinweise

Einbruch beim Kinderschutzbund: Hoher Schaden an alten Türen

So wie diese wurde so fast jede Tür beschädigt. Foto: Karl-Richard Ponsar
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So wie diese wurde so fast jede Tür beschädigt. 

Auch der Hospizverein und der Paritätische im Gebäude an der Elberfelder Straße sind betroffen.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Ein Laptop, ein Beamer, Bargeld und Briefmarken – diese Beute machten Unbekannte, die in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember beim Kinderschutzbund, dem Paritätischen und dem Hospizverein einbrachen. Die genaue Schadenshöhe kann die Polizei nicht nennen, allerdings dürfte der Gebäudeschaden laut Sprecher Jan Battenberg hoch sein. Denn der oder die Täter hebelten so ziemlich jede Tür in der alten Villa an der Elberfelder Straße auf. Eigentümer der Immobilie sind die Eltern des weltweit bekannten Fotografen Wolfgang Tillmans. Die Vereine sind dort Mieter.

Karl-Richard Ponsar vom Kinderschutzbund war der Erste, der den Schaden am Silvestermittag gegen 13.30 Uhr entdeckte. Eigentlich wollte er nur nach der Post sehen. Aus 15 Minuten wurden 5 Stunden. „Ich habe mich gewundert, warum die Tür offen stand und beim Hospizverein Licht brannte, denn eigentlich hatten alle Urlaub“, berichtet er. Als er hineinging, sah er, dass alle Schränke geöffnet waren, alle Türen waren brachial aufgehebelt worden. Dasselbe Bild bot sich Ponsar in den Räumen des Paritätischen und des Kinderschutzbundes. „Sie sind sehr wahrscheinlich durch das Toilettenfenster eingestiegen. Das haben sie aufgebrochen und sind von dort aus weiter durchs Haus und danach vorne wieder raus.“ Denn die Haupteingangstür sei standsicher gewesen.

Jedoch keine der alten Verbindungstüren im Inneren. „Bei uns sind lediglich Briefmarken und 20 Euro gestohlen worden, die in einem Briefumschlag mit Geld als Geschenk für die Putzfrau auf dem Tisch lagen.“ Die Geldkassette habe geöffnet auf dem Schreibtisch gestanden – die Münzen waren noch alle da. Auch eingepackte Weihnachtsgeschenke, die noch nicht übergeben werden konnten, blieben unangetastet. Der Laptop sei angekettet gewesen – das war offenbar sein Glück, denn Beamer und Laptop des Hospizvereins nahmen die Gauner mit.

Die Polizei habe Spuren gefunden, berichtet Ponsar. „Im zweiten Stock prangt ein Fußabdruck auf der Tür.“ Auch wenn nicht viel gestohlen worden sei, bleibe ein mulmiges Gefühl. Die Putzfrau wolle beispielsweise nicht mehr um 5 Uhr allein im Hause sein. Zumal es nicht der erste Vorfall ist.

Für die Vereine ist klar: Tat steht in Zusammenhang mit Corona

„Der erste Einbruch ist etwa ein halbes Jahr her, es folgten zwei weitere Versuche“, sagt Ponsar. Und nun der, der gelang. Gestern seien ein Schreiner und der Versicherungsvertreter dagewesen. Denn das WC-Fenster erhalte nun ein Gitter. Die betroffenen Vereine überlegen, die Sicherheitstechnik aufzurüsten.

Für sie ist klar: Die Vorfälle stehen in Zusammenhang mit Corona. „Wir sind fest davon überzeugt, dass es sich um junge Leute handelt, denen alles genommen wurde. Sie lassen nun ihre Wut raus“, erklärt Ponsar. Genau das erlebten die Berater auch am Kinder- und Jugendtelefon. „Sie sind aggressiv, ihnen ist langweilig. Sie erzählen dann auch, was sie alles für einen Mist anstellen.“ Die Betroffenen hoffen nun, dass sich dieser Fall vielleicht genauso wie bei der „Welle“ aufklären lässt – mit Hilfe der Medien. „Denn die Täter hatten damals mit ihrer Tat geprahlt – und waren so ertappt worden.“

Zeugen gesucht: Die Polizei bittet um Zeugenhinweise: Tel. (02 02) 2 84-0.

Seit den frühen Morgenstunden kämpfte die Feuerwehr gegen einen Brand in Radevormwald.

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