Reparaturcafé

Ehrenamtliche Helfer machen gebrauchte Räder wieder fit

Hellmut Heidenreich zählt zu den Helfern, die die Fahrräder in Ordnung bringen, bevor sie abgegeben werden. Foto: Roland Keusch
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Hellmut Heidenreich zählt zu den Helfern, die die Fahrräder in Ordnung bringen, bevor sie abgegeben werden.

Das Reparaturcafé hat zahlreiche Fahrräder im Angebot.

Von Sabine Naber

Remscheid. Um einen Raum für die vielen Fahrräder zu haben, hat man in der Diakonie im Kirchenkreis Lennep eine Doppelgarage leergeräumt und zu einer florierenden Werkstatt umfunktioniert. „Insgesamt rund 150 Fahrräder, darunter auch Kinderräder oder hochwertige Mountainbikes, haben in irgendwelchen Garagen gestanden und wurden offensichtlich nicht mehr gebraucht. Wir haben sie abgeholt, oder man hat sie uns gebracht“, schildert Andreas Bunge die große Fahrradaktion, zu der ihm das Stichwort Upcycling einfällt.

Viele ältere Menschen, die nicht mehr Radfahren oder sich im Urlaub lieber ein Rad leihen wollten, hätten die Diakonie bedacht. „Aber einige sind auch auf ein E-Bike umgestiegen oder wollten sich einfach nur ein neues Fahrrad zulegen“, wissen die Ehrenamtlichen des Reparatur-Cafés. Einige von ihnen treffen sich an jedem Mittwoch in der Garage und arbeiten die Räder auf. „Manchmal brauchen wir Ersatzteile. Die bauen wir oft aus alten Rädern aus und in die neuen rein. Das ist eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft“, sagt Hellmut Heidenreich.

In jedem Fall werden die Bremsen und Reflektoren geprüft, bei Bedarf das Rad neu bereift. Es wird eine Probefahrt gemacht und jedes Rad nummeriert, bevor es herausgegeben wird. Als Spende zum Sozialkaufhaus oder von der Garage aus abgegeben. Allerdings nicht verschenkt: „Es ist uns wichtig, dass dafür eine Spende gegeben wird. Das klappt auch bei Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben“, sagt Bunge. Und betont, dass auf diese Weise auch ein Abgreifeffekt verhindert wird. „Wir wollen ja nicht, dass sich die Leute hier ein Fahrrad abholen und es später in irgendwelchen Internet-Foren wieder verkaufen.“

Froh ist er, dass bei den Ehrenamtlern viele Techniker und Ingenieure sind. Wunderbar funktioniert habe die Kooperation mit der Gelben Villa und dem dortigen Projekt Kompazz. Vier bis fünf Experten arbeiten in der Garage, um die Fahrräder wieder verkehrstüchtig zu machen. Jedes Rad bekommt einen Laufzettel, auf dem vermerkt wird, was repariert wurde. „Suchen Sie sich eins aus“, so begrüßt Heidenreich die Frau, die ihren Blick durch die Garage schweifen lässt. „Ich bin zum Frühstück bei der Diakonie und habe von der Fahrradwerkstatt gehört“, erzählt Regina Oltersdorf. Sie findet das Angebot sehr gut, interessiert sich für ein Mountainbike und zeigt sich überrascht von dem großen Angebot. „Ich habe mir vor einiger Zeit zwar schon ein Trekkingrad gekauft. Aber da wusste ich auch noch nicht, dass es diese Garage hier gibt.“

Das Reparaturen-Café am Ambrosius-Vaßbender-Platz ist jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 10.30 bis 13 Uhr geöffnet.

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