RGA vor Ort

Markus Kötter stellt sich Leserfragen rund um Lennep

Vor dem Mikro und getrennt durch eine Scheibe unterhielten sich Markus Kötter (l.) und Frank Michalczak. Foto: Manuel Böhnke
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Vor dem Mikro und getrennt durch eine Scheibe unterhielten sich Markus Kötter (l.) und Frank Michalczak.

Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter beantwortete in einem Livestream Fragen der RGA-Leser.

Von Manuel Böhnke

Lennep. Seit 2015 steht Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) Rede und Antwort, wenn es in der Serie „RGA vor Ort“ um Lennep geht. Die Bürgersprechstunde auf dem Wochenmarkt bot für die Lenneper stets die Möglichkeit, ihre Fragen und Probleme an den Politiker zu richten. Da der Termin in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden kann, wagte der Tüpitter am Freitag ein Experiment: In einem Facebook-Livestream konnten die RGA-Leser ihre Fragen an Markus Kötter loswerden. In dem 30-minütigen Gespräch mit Redakteur Frank Michalczak äußerte sich der CDU-Mann zu vielen Themen, die Lennep bewegen.

Wird das Designer-Outlet-Center tatsächlich Realität?

„Ich gehe nach wie vor davon aus, dass das DOC gebaut wird“, betonte Kötter. In der vergangenen Woche habe er Henning Balzer, das Gesicht des DOC-Investors McArthurGlen in Remscheid, zur Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lennep am 19. August eingeladen. Der habe sein Kommen zugesagt. „Da werden wir aus erster Hand hören, wie der Investor zum Standort Lennep steht“, sagte Kötter. Und nahm vorweg: „Er steht felsenfest zu dem Projekt.“ Das sei ein gutes Zeichen für den Einzelhandel in einer Zeit, in der Galeria Karstadt Kaufhof mit der Schließung von mehr als 60 Filialen Schlagzeilen macht.

Kötter erhofft sich vom DOC eine Belebung für Lennep – insbesondere für die Altstadt. Zudem führte er die 800 Arbeitsplätze an, die entstehen sollen. Kritiker bemängeln, dass der Stadtteil unter dem Mehraufkommen an Verkehr durch das Center leiden wird. Kötter verwies auf Gutachten, wonach keine großen Probleme zu erwarten seien.

Bekommt Lennep eine autofreie Altstadt?

In dieser Frage gibt es in Lennep Kötter zufolge zwei Lager. Da seien zum einen die Gastwirte, die sich mehr Platz für Außengastronomie wünschen. Auf der anderen Seite stehen die Händler, die ihren Kunden ermöglichen wollen, möglichst nah mit dem Auto an ihr Geschäft heranzufahren. Wenn das DOC tatsächlich kommt, möchte Kötter die Betroffenen an einen Tisch bringen, um „das beste Konzept für die Lenneper Altstadt“ zu erarbeiten.

Wie steht es um die möglichen Gewerbegebiete in Bergisch Born?

Kritisch betrachtet Kötter die Verkehrssituation in Bergisch Born. Dort sei die B 51 bisweilen bereits heute ein Nadelöhr. Das spricht aus Sicht des Bezirksbürgermeisters gegen die angedachten Gewerbegebiete Gleisdreieck und Erdbeerfelder – zumindest solange es die B 51n als Umgehungsstraße nicht gibt. Stattdessen sprach er sich dafür aus, „autobahnnahe Flächen“ beim Ausbau zu Gewerbegebieten zu bevorzugen. Und spielte damit auf die Blume in Lüttringhausen an. Wenngleich er einräumte, bei diesem Thema mit seinen dortigen Kollegen uneins zu sein.

Wann endet die Lärmbelästigung in der Gartenstraße durch Raser?

Per Mail hatte ein RGA-Leser bereits im Vorfeld des Livestreams die Situation an der Gartenstraße geschildert. Das Aufheulen „hochmotorisierter“ Autos bringe die dortigen Anwohner um ihre „wohlverdiente Ruhe und auch Nachtruhe“. Markus Kötter betonte, dass das Problem bereits Thema der Politik war. In der Folge habe die Polizei verstärkt kontrolliert. Es sei jedoch schwierig, den Verursachern des Lärms immer auf die Schliche zu kommen. Sollte es jedoch nun wieder verstärkt zu Lärmbelästigung kommen, müsse man erneut das Gespräch mit der Polizei suchen. Gleichzeitig appellierte Kötter an die Vernunft der „Autoposer“: „Ihr müsst doch nicht an dieser Stelle, an der es besonders schallt, extra mit euren Autos so einen Lärm machen.“

Wann wird die Kölner Straße umgebaut?

Ein weiterer RGA-Leser wollte von Markus Kötter wissen, „wann die Kölner Straße endlich schöner wird“. Der Bezirksbürgermeister berichtete, die BV habe bereits zwei Sofortmaßnahmen abgesegnet: das Herrichten der Haltestelle Kreishaus und die Umgestaltung des Platzes vor der Sparkasse. „Kleine Schritte“ seien also gemacht. Zudem stehen im Haushalt Mittel für die weitere Planung bereit. Allerdings schränkte Kötter ein, Dezernent Peter Heinze habe signalisiert, dass in der Bauverwaltung die personellen Kapazitäten fehlen, „um sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen“. Dennoch sagte der Lenneper: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ein Designer-Outlet in Lennep bekommen und die Kölner Straße in ihrem jetzigen Zustand lassen.“

Bekommt Lennep an der Balkantrasse einen Fahrradtreff?

Eine RGA-Leserin wünscht sich einen Anlaufpunkt für Radfahrer in Remscheid – zum Treffen vor Touren, mit Gastronomie und Toiletten. Markus Kötter erzählte, die BV habe noch ein Stück weiter gedacht: an eine Fahrradstation mit Serviceangeboten für Radler. Die Planungen stecken allerdings noch in den Kinderschuhen. Dies liege auch daran, dass noch nicht abschließend klar sei, wie die Anbindung der Balkantrasse nach Lüttringhausen aussieht. Sollte es diesbezüglich eine Entscheidung geben, hofft Kötter, entlang der Strecke einen passenden Ort zu finden.

Stadtteilserie

Der Livestream mit Bezirksbürgermeister Markus Kötter war der Auftakt zur RGA-Stadtteilserie. Bis einschließlich Freitag beleuchtet der Tüpitter täglich, was in Lennep los ist. Unter anderem geht es um die Situation der Lebenshilfe in der Corona-Krise und die leerstehende Grundschule am Stadion. 

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