Straßenbau

Diese Straßen werden 2020 in Remscheid saniert

Die Kreuzbergstraße, übrigens eine Landesstraße, soll im Abschnitt zwischen Gertenbachstraße und Klausener Straße während der Sommerferien eine neue Asphaltdecke erhalten. Foto: Michael Schütz
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Die Kreuzbergstraße, übrigens eine Landesstraße, soll im Abschnitt zwischen Gertenbachstraße und Klausener Straße während der Sommerferien eine neue Asphaltdecke erhalten. 

Lennep, Bergisch Born, Lüttringhausen: Die Technischen Betriebe haben alle Hände voll zu tun. Auch mit dem Breitbandausbau.

  • Die Altstadt-Gasse in Lennep ist eine der ersten Straßen, die dieses Jahr in Remscheid saniert werden.
  • Danach könnte der zweite Bauabschnitt in Bergisch Born starten.
  • Die Rader Straße in Richtung Altstadt Lennep ist bereits fertiggestellt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Besucher der Lenneper Altstadt dürfen sich freuen: Bald können sie wieder über die Kronenstraße flanieren, ohne auf den Boden zu schauen. Denn die Straßenbauer der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) ebnen derzeit das buckelige und schiefe Kopfsteinpflaster. Die Altstadt-Gasse zwischen Altem Markt und Kölner Straße ist eine der ersten Straßen, die dieses Jahr saniert werden.

Nachdem die Technischen Betriebe vergangenes Jahr zwei Großprojekte (Neuenkamper Straße und Jan-Wellem-Straße) sowie sechs weitere Straßen instandgesetzt haben, geht es weiter. Im Frühjahr steht das nächste Großprojekt an: Dann könnte der zweite Bauabschnitt in Bergisch Born starten, vermutet Gerald Hein, Fachdienstleiter im Bereich Straßen- und Brückenbau bei den TBR.

„Vorausgesetzt, wir bekommen Angebote von ausführenden Firmen, wovon ich ausgehe.“ Die Ausschreibung für den Abschnitt von der Raiffeisenstraße bis zum Ortsausgang sei erstellt. Teil eins der Bauarbeiten auf der B 51, die eine wichtige Verbindung nach Wermelskirchen darstellt, war im Sommer 2018 abgeschlossen worden. Zwei Millionen Euro werden hier investiert.

Personal wurde in Remscheid für den Breitbandausbau aufgestockt

Ein weiteres Großprojekt betreuen die Straßenbauer 2020: den Ausbau des Knotens Ringstraße/Rader Straße. „Da bauen wir kräftig weiter, unter anderem an der Lärmwand. Das bindet enorm viele Kapazitäten“, sagt Hein. Die Baustelle liege im Zeitplan: In etwa acht Wochen soll dieser Bauabschnitt fertig sein. Ab Samstag, 22. Februar, wird die Einfahrt von der Rader Straße in die Straße Neuenteich gesperrt.

Die Rader Straße in Richtung Altstadt Lennep ist bereits fertiggestellt. Kostenpunkt der gesamten Maßnahme: 4,5 Millionen Euro. McArthurGlen, Investor des geplanten Designer Outlet Centers (DOC) in Lennep, beteiligt sich daran.

Freuen können sich auch die Lüttringhauser: Die Kreuzbergstraße soll laut Gerald Hein in den Sommerferien angepackt werden. Konkret wird die Decke zwischen Klausener Straße und Gertenbachstraße erneuert. Im Jahresabschluss 2014 wurde diese Baumaßnahme in die Liste der Rückstellungen aufgenommen. „Es wird Zeit, dass wir es endlich machen“, sagt Hein. Die Bezirksvertretung hatte sich zuletzt noch mal für das Projekt stark gemacht. 138 516 Euro hat die Stadt für den Abschnitt der Kreuzbergstraße zurückgelegt.

47,1 Millionen Euro müssten eigentlich in Remscheid investiert werden

Neuenhof, Kölner Straße, Schüttendelle: Die Liste der Straßen, die eine Erfrischungskur bräuchten, ist lang. Doch es fehlt an Geld. 47,1 Millionen Euro müssten laut dem Straßenschadensbericht 2019 der TBR in den kommenden Jahren investiert werden, um die schadhaften Straßen zu sanieren. Denn die allgemeine Substanz der Fahrbahnen hat sich weiterhin verschlechtert.

Daher freuen sich die Straßenbauer über den bislang milden Winter. „Wir hatten bisher nicht viel Frost. Falls der Winter nicht zuschlägt, dürfen wir erwarten, dass wir dieses Mal glimpflich davongekommen sind“, sagt Hein. Denn wurden während der Wintermonate 2018/2019 etwa 3200 Schlaglöcher ausgebessert und damit 800 mehr als im Vorjahreszeitraum, hält sich die Flickschusterei derzeit in Grenzen. Gut sind die Straßen indes nicht. „Dadurch werden sie aber nicht noch schlechter.“ Grundsätzlich gilt: Die Verkehrssicherheit muss gewährleistet sein.

Remscheid: Mitarbeiter sind gespannt auf das weitere Verfahren in Sachen DOC

Die Technischen Betriebe haben auch so alle Hände voll zu tun: Neben dem Straßenbau beschäftigen sie sich verstärkt mit dem Breitbandausbau. Dazu wurde das Personal auf fünf Mitarbeiter aufgestockt – das wiederum im Bereich Straßenbau fehlt. Denn nur eine Stelle konnte extern durch einen Techniker besetzt werden. Die beiden anderen Stellen müssen aus den eigenen Reihen aufgefüllt werden. Im Frühjahr soll es losgehen. „Wir warten auf die Detailplanung der Telekom“, erklärt Hein.

Ebenso gespannt warten die Mitarbeiter auf das weitere Verfahren in Sachen DOC. Sobald es grünes Licht für das Millionenbauprojekt gibt, müssen die TBR die Ärmel hochkrempeln – denn im Investitionsprogramm der Stadt sind einige Maßnahmen enthalten, die im direkten Zusammenhang mit dem DOC stehen. Den TBR geht es dabei genauso wie anderen Bereichen: „Wir könnten mehr Personal gebrauchen, um die eine oder andere Sache zügiger abzuwickeln.“

SCHÄDEN MELDEN

KONTAKT Die Technischen Betriebe sind dankbar über Hinweise von Bürgern. Wer Schlaglöcher, lose Gehwegplatten oder gerissene Asphaltdecken ausmacht, kann dies unter Tel. 16 24 55 melden. Die TBR bemühen sich, die Schäden nach Relevanz abzuarbeiten.

Die Bökervilla ist verkauft, im Frühjahr 2020 sollen die Sanierer in dem stattlichen Gebäude aus rotem Backstein Einzug halten. Dem Löwen vor dem Rathaus geht es auch nicht gut. Das Standbild aus grauem Muschelkalk, an dessen unrühmliche Nazi-Vergangenheit die Linkspartei mit einer Plakette erinnern möchte, ist baufällig, der Sockel stark geschädigt. Ein Gutachter taxierte nun die Kosten. Die Sanierung des 241 Jahren alten Patrizierhauses Haus Cleff ist gestartet. Seit Dezember 2013 ist das marode Denkmal geschlossen. Nun erwacht es zu neuem Leben.

STANDPUNKT: Die Frage ist: Wie lange noch?

Von Melissa Wienzek 

Das Remscheider Straßennetz erstreckt sich über etwa 429 Kilometer. Noch nichtmals ein Prozent davon ist laut den Technischen Betrieben 2019 instandgesetzt worden. Und das, obwohl die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun haben. Die Neuenkamper Straße und die Bornefelder Straße sind drei der Baumaßnahmen, die vergangenes Jahr abgeschlossen werden konnten. Aber die Straßensanierer kommen nicht nach. Immer größer wird die Liste der schadhaften Straßen, immer mehr Abschnitte erhalten die Bemerkung „dringend zu sanieren“. 

Seit 25 Jahren schon beschäftigt sich der Geschäftsbereichsleiter Gerald Hein mit dem schlechten Zustand der Straßen. Zwar können die TBR bislang die Verkehrssicherheit aufrechterhalten – die Frage ist nur: Wie lange noch? 47,1 Millionen Euro müssten investiert werden, um die schadhaften Straßen zu sanieren. Geld, das die klamme Stadt nicht hat.

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