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Mit dem Bus zum Job – und dabei Geld sparen

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Wer den Bus zur Arbeit nimmt, schon die Umwelt. Mit einem Großkunden-Abo der Stadtwerke spart er zudem Geld.

BERGISCHES LAND Die Stadtwerke in Solingen, Remscheid und Wuppertal bieten Busticket-Abos für Firmen an. Bisher mit eher mäßigem Erfolg.

Von Sven Schlickowey

Nimmt man auf dem Weg zur Arbeit den Bus statt des Autos, profitieren viele: Die Umwelt wird geschont, die Firma braucht weniger Parkplätze, der Arbeitnehmer kommt entspannter an und die Busse sind besser ausgelastet. Um mehr Angestellten den Umstieg schmackhaft zu machen, bieten die Verkehrsbetriebe im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), darunter die Stadtwerke Solingen, Remscheid und Wuppertal, ein Großkundenmodell an. Inklusive Rabatte und Steuervorteile.

Für Uwe Solanka, Sachgebietsleiter für Vertrieb und Abrechnung bei den Stadtwerken Remscheid, ist das die Weiterentwicklung des Firmentickets, das im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) als Jobticket bekannt ist: „Irgendwann haben wir uns gesagt, dass es ja schön wäre, auch diesen Kunden die komplette Ticket-Auswahl anbieten zu können“, erinnert sich Solanka. So entstand vor einigen Jahren das Großkundenmodell.

Denn während Firmen- und Jobticket nur eine begrenzte Auswahl an Tarifen bot, steht nun die ganze Bandbreite zur Verfügung: „Egal, ob Ticket 1000 oder 2000, das YoungTicket-Plus für Azubis oder das Bärenticket, jeder kann sich den Tarif aussuchen, der für ihn passt“, sagt Uwe Solanka. Dazu gewähren die Stadtwerke je nach Anzahl der Tickets und der Ausgestaltung der Kooperation bis zu zwölf Prozent Rabatt. Und es gibt die Möglichkeit, das Ticket zum Beispiel als Teil einer Lohnerhöhung steuerfrei zu bekommen. Seit 2019 zählen Fahrkarten nicht mehr als geldwerter Vorteil.

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Voraussetzung dafür ist ein Rahmenvertrag zwischen Arbeitgeber, Stadtwerke und dem VRR. Dem voraus gehe immer eine Befragung der Mitarbeiter, in der der mögliche Bedarf abgefragt wird, erklärt Solanka. Werden mindestens 30 Tickets im Abo abgenommen, greifen die Großkundenkonditionen. Die restliche Ausgestaltung ist flexibel, insbesondere bei der Frage, ob jeder Mitarbeiter einzeln sein Ticket bei den Stadtwerken kauft oder die Personalabteilung das zentral abwickelt. Auch für die Finanzierung gibt es verschiedene Möglichkeiten, zwischen komplett arbeitnehmer- und arbeitgeberfinanziert ist nahezu jede Mischform möglich.

Während die Arbeitnehmer Geld sparen, die Umwelt weniger Abgase aushalten muss und die Stadtwerke sich davon neue Kunden versprechen, liegen die Vorteile für die Firmen vor allem im Bereich Unternehmenskultur. Das Modell sei ein gutes Instrument zu Motivation und Bindung von Mitarbeiter, sagt Uwe Solanka. Und verbessere darüber hinaus, zum Beispiel für Firmen mit ökologischen Zertifizierung, die Umweltbilanz.

So sieht man das auch beim Remscheider Werkzeughersteller Gedore: Man nutze das Angebot „zum einen, um den Mitarbeitern einen einfachen und sicheren Arbeitsweg zu ermöglichen und zum anderen den Nachhaltigkeitsgedanken auch in diesem Punkt aktiv zu leben“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

In Remscheid gibt es derzeit nur drei Großkunden

Und auch für die Stadt Remscheid zählt vor allem der ökologische Aspekt: „Wir wollen als Arbeitgeber ein klimafreundliches Mobilitätskonzept bieten und Vorbild für andere sein“, sagt Monika Meves vom Umweltamt der Stadt. Knapp über 50 Mitarbeiter der Stadtverwaltung nutzen das Konzept inzwischen.

Man habe festgestellt, dass viele Kollegen in der Nähe des Rathauses wohnen und gut mit dem Bus zur Arbeit kommen könnten, berichtet Monika Meves. Also habe die Personalabteilung den Vertrag mit den Stadtwerken geschlossen und das Thema anschließend intern beworben. „Das wollen wir nächstes Jahr noch einmal intensivieren“, sagt Monika Meves. Sicher könne man weitere Kollegen überzeugen, denn das Angebot sei „sehr gut“.

ANSPRECHPARTNER

REMSCHEID Bei den Stadtwerken Remscheid betreut Uwe Solanka das Großkunden-Projekt, Tel. (0 21 91) 16 48 26.

SOLINGEN Kontakt zu den Solinger Stadtwerken gibt es über das Service-Zentrum unter Tel. (02 12) 2 95 22 22.

Trotzdem gibt Uwe Solanka von den Stadtwerken zu: „In Remscheid tun wir uns noch schwer damit.“ Während sich das Modell im Ruhrgebiet aber auch bei der Düsseldorfer Rheinbahn großer Beliebtheit erfreue, hätten die Remscheider Stadtwerke aktuell nur drei Großkunden. „Da ist noch viel Potenzial nach oben.“

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