Coronavirus

Zehn Sporthallen bleiben geschlossen

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Vernünftige Lüftung ist in Corona-Zeiten nicht möglich – Sportunterricht nach den Ferien bleibt ungeklärt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Zehn Sporthallen sind in Remscheid geschlossen worden. Weil eine vernünftige Durchlüftung nicht möglich ist, muss dort die körperliche Betätigung in Corona-Zeiten ausfallen. Von der AvH-Realschule bis zur GGS Siepen trifft dies einige Remscheider Lehranstalten. Alle Hallen werden auf längere Sicht nicht zur Verfügung stehen, deutet Gebäudemanager Thomas Judt an. Denn sie erfüllen nicht die Lüftungsstandards, die durch Corona zwingend geworden sind. Aktuell steigen die Infektionszahlen weiter.

Vom städtischen Gebäudemanagement waren alle etwas über 40 Hallen Remscheids auf ihre Krisentauglichkeit untersucht und in vier Kategorien eingeteilt worden. In der untersten Stufe rangierten diejenigen, meist kleinen Hallen, die weder ein technisches Belüftungssystem vorweisen, noch eine ausreichende oder zumindest indirekte Querlüftung anbieten. Konnten die Schüler vor den zwei Wochen Herbstferien im Freien ihren Sportunterricht ausüben, so wird dies ab dem 26. Oktober aufgrund der sinkenden Temperaturen schwierig und im Winter unmöglich sein. Wie es mit Sportunterricht und Vereinssport unter dem Dach weitergeht, ist ungeklärt. „Wir warten auf neue Erkenntnisse aus Düsseldorf“, meint Sportamtsleiter Martin Sternkopf.

Auch Sternkopfs Stellvertreter Markus Dobke drängt auf eine Lösung: „Schulsport ist verpflichtend. Der Winter wird kommen, und da werden wir die Hallen nutzen müssen. Das Land muss dringend Entscheidungen treffen.“ Selbst wenn es klare Maßgaben geben würde: Nicht jede ältere Halle kann von jetzt auf gleich ertüchtigt werden. Zumal die Frage ist: Wo werden die Verantwortlichen beim Lüften nachbessern müssen? Selbst Thomas Judt fällt die Antwort schwer: „Die Gelehrten streiten sich noch über die Anforderungen an den Luftwechsel während einer Stunde. Eine vernünftige Lüftung hängt einfach von sehr vielen Faktoren ab. Im Moment ist die Erkenntnislage sehr vage.“

„Wir warten auf neue Erkenntnisse aus Düsseldorf.“
Martin Sternkopf, Sportamtsleiter

Wenig Euphorie löst die taufrische Nachricht aus, dass das Land NRW ein Sonderprogramm über 50 Millionen Euro auflegen will, um mit mobilen Anlagen die Belüftung an Schulen zu verbessern. Dazu würden neben den Klassenräumen die Hallen zählen. Thomas Judt vernimmt die Nachricht, weiß aber, dass mit der Aussicht auf Gelder die langwierige Umsetzung erst beginnt. „Für reden über den Platz für solche Anlagen, der in Gebäuden vorhanden sein muss, wir reden über Fachpersonal, und das Equipment, das auf dem Markt verfügbar sein muss.“ Dies alles wird Zeit brauchen. Anträge dafür sollen Kommunen beim Land bis Ende 2021 stellen können.

In der aktuellen Corona-Misere hilft dies nur äußerst begrenzt weiter. „Wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen, auch so schnell es geht, aber man sollte keine Wunderdinge von uns erwarten“, meint Thomas Judt.

Derweil kann Training und der Ligasport in großen städtischen Hallen weitergehen. Ein Verbot von Kontakt-Vereinssport wird nicht ausgesprochen. Der Krisenstab erklärte am Mittwoch: „Die Analyse des aktuellen Infektionsgeschehens lässt keinen Rückschluss darauf zu, dass sich Menschen bei der Ausübung eines Kontakt-Vereinssports mit dem Virus infizieren.“ Eine weitere Halle, die der Sophie-Scholl, ist zwar zurzeit auch geschlossen, aber ausnahmsweise spielt die Pandemie dabei keine Rolle. Bis einschließlich 6. November ruht der Sportbetrieb in Hohenhagen, weil in der Halle eine Umbaumaßnahme läuft, bei der Brandschutz und Sanierung von Umkleiden in einem Rutsch abgearbeitet werden.

Hallenschließung

Geschlossen wurden folgende Hallen: AvH (kleine Gymnastikhalle), Berufskolleg Wirtschaft/Verwaltung, Halle am Jahnplatz, alle drei Hallen der AES-Gesamtschule, GGS Siepen, EMA-Halle im Neubau, Kraftraum der Halle Lüttringhausen, Halle im Schulzentrum Klausen.

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