Sars-CoV-2

Coronavirus: Stadt plant noch keine Absagen

Das Parkfood-Festival im Remscheider Stadtpark ist die erste Großveranstaltung über 1000 Gäste, das in Remscheid stattfindet. Archivfoto:
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Das Parkfood-Festival im Remscheider Stadtpark ist die erste Großveranstaltung über 1000 Gäste, das in Remscheid stattfindet. 

Park Food Festival, Public Viewing und andere Veranstaltungen sollen trotz Corona stattfinden.

  • Eine Generalabsage größerer Veranstaltungen soll in Remscheid nicht geben.
  • Nach wie vor gibt es in Remscheid vier mit dem Coronavirus infizierte Personen.
  • Den Betroffenen geht es gut. Sie haben lediglich Husten und Schnupfen.

Von Axel Richter

Remscheid. Wer kann, sollte seine Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Das ist der Rat der Stadt Remscheid angesichts der weiteren Verbreitung des Coronavirus´ und der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Absage aller Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern. „Eine Generalabsage gibt es von uns gegenwärtig nicht“, sagt Thomas Neuhaus, Gesundheitsdezernent der Stadt Remscheid und Leiter des Corona-Krisenstabes.

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an die ehemaligen Oberbürgermeister Beate Wilding und Fred Schulz im Beisein der ehemaligen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am kommenden Samstag soll deshalb ebenso stattfinden wie das Park Food Festival Ende Mai im Stadtpark oder das Public Viewing zur Fußball-EM im Juni auf dem Rathausplatz. Es sei denn, die Infektionslage erfordert bis dahin eine neue Einschätzung. „Wir müssen die Entwicklung abwarten“, sagt Neuhaus.

„Ich habe die Hoffnung, dass das Virus an Gefährlichkeit verliert.“
Dr. Frank Neveling, Amtsarzt

Das Virus sorgt für seltsame Phänomene. Auch darüber berichteten Guido Eul-Jordan, Thomas Neuhaus und Dr. Frank Neveling (v.l.). 

Wie die aussehen könnte? Dr. Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, hat klare Vorstellungen davon. „Die Zahl der Infizierten wird in den nächsten zwei, drei Wochen weiter steigen“, prognostiziert der Amtsarzt. So wie derzeit übrigens auch die Zahl der Infektionen mit dem Norovirus zunimmt. Oder die Zahl der Grippefälle.

„Die Influenza ist schon vor Wochen in Remscheid angekommen“, erklärt Neveling. Und anders als der gefürchtete Coronavirus forderte die Virusgrippe allein in den beiden zurückliegenden Wochen drei Tote. „Es handelt sich um ein Kind und zwei alte Menschen aus einer Pflegeeinrichtung“, berichtet Neveling.

Bis auf Husten und Schnupfen geht es den vier Remscheidern, die sich auf einer Nahost-Reise mit dem Coronavirus infiziert hatten, dagegen gut. Der Arzt ist deshalb optimistisch: „Ich habe die Hoffnung, dass das Virus an Gefährlichkeit verliert.“ So, wie es auch schon bei der Verbreitung der Schweinegrippe vor zehn Jahren der Fall war.

Das sollte die Angst relativieren. Doch neben Hamsterkäufen lässt Sars-CoV-2 noch ganz andere Phänomene entstehen. So fand ein Remscheider Kinderarzt jetzt sein Wartezimmer voller Kinder vor. Alle waren kerngesund, doch baten die Eltern für jedes Kind um ein Attest, damit sie nicht mehr zur Schule müssen.

Dass am Sonntag ein Deutscher in Ägypten am Virus starb, sorgte derweil am Montag im Gesundheitsamt für Auftrieb. Denn ausgerechnet da kehrte eine Reisegruppe aus Ägypten nach Remscheid zurück. Doch über Nacht wurde aus der Reise- dennoch keine Risikogruppe. Kein Urlauber musste in Quarantäne.

Die Rettungskräfte der Feuerwehr gehen ein höheres Ansteckungsrisiko ein. Doch die Feuerwehr muss einsatzbereit bleiben. „Wir tun deshalb alles, um eine Infektion zu vermeiden“, sagt Amtsleiter Guido Eul-Jordan. Zum Beispiel nehmen die Helfer ihre Mahlzeiten getrennt voneinander ein und gehen sich aus dem Weg.

Das gilt zunehmend jedoch auch für den „normalen“ Bürger. „Die Restaurants bleiben leer, viele Veranstaltungen, die von Caterern beliefert werden, sind abgesagt“, berichtet Markus Kärst, Chef des Hotel Kromberg in Lüttringhausen und Vorsitzender der Hotel- und Gaststättenverbandes in Remscheid. An das von ihm organisierte Park Food Festival, das als erste Großveranstaltung mit mehr als 1000 Gästen abgesagt werden könnte, mag er deshalb noch gar nicht denken. „Ich hoffe, die Welt sieht in vier Wochen wieder anders aus.“

APOTHEKER HELFEN AUS

MASKEN UND MEHR Die Feuerwehr ist mit Atemmasken und Schutzanzügen gut ausgerüstet. Die Vorräte reichen zunächst für sechs Wochen. Darüber hinaus können sich die Helfer auf die Apotheker verlassen. Sie haben damit begonnen, für die Helfer eigenes Desinfektionsmittel herzustellen.

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