Kein Grund zur Entwarnung

Corona-Krisenstab ist vorsichtig optimistisch

Der Test-Container ist zum Ziel von Menschen aus ganz NRW geworden. Die Stadt überlegt nun zusätzlich, einen Drive-In zu errichten. Foto: Roland Keusch
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Der Test-Container ist zum Ziel von Menschen aus ganz NRW geworden. Die Stadt überlegt nun zusätzlich, einen Drive-In zu errichten.
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Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner ist von 73 auf 43 gesunken.

Von Axel Richter

Die Richtung stimmt: Den zweiten Tag in Folge lagen die Corona-Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner am Montag unterhalb der kritischen Marke von 50. Von 44 fiel sie leicht auf 43,1. Am 25. September hatte der bisherige Spitzenwert in Remscheid bei 72,1 gelegen. Im Corona-Krisenstab atmeten sie am Montag deshalb erleichtert auf. Wohl wissend, dass am Dienstagmorgen die Entwicklung schon wieder eine ganz andere sein kann. Gesundheitsdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) kommentierte die jüngste Entwicklung deshalb am Montag mit Vorsicht, aber auch mit Stolz: „Die Remscheider haben es geschafft, dass bei uns die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Und das gegen jeden Trend.“

Tatsächlich steht Remscheid im Vergleich zu seinen Nachbarn heute besser da. Solingen vermeldete am Montag einen 7-Tage-Wert von 60,1, Wuppertal kommt laut Robert-Koch-Institut auf 60,5. Beide Städte wurden später von der zweiten Welle getroffen als Remscheid und nun ebenfalls zu Hotspots erklärt.

„Einige tun gerade so, als wäre das hier eine Lepra-Kolonie.“

Thomas Neuhaus, Krisenstab

Den Status hat Remscheid zwar verlassen. Insbesondere für Urlaubsreisende im Inland kommt es aber darauf an, wie das jeweilige Bundesland, in das die Reise gehen soll, die Lage einschätzt. Schleswig-Holstein, das die Remscheider früh mit Reisebeschränkungen bedacht hatte, lässt sie seit Montag wieder ohne Auflagen einreisen. Anderen reicht das abnehmende Infektionsgeschehen in Remscheid nicht. Sie pochen darauf, dass die 7-Tage-Inzidenz eine Woche lang unter 50 bleiben muss. Wer dort übernachten möchte, braucht deshalb weiterhin einen negativen Coronatest.

„Die tun gerade so, als wäre das hier eine Lepra-Kolonie“, sagt Thomas Neuhaus mit Blick auf das zum Beispiel von Bayern erlassene Beherbergungsverbot für die Menschen aus Hotspot-Regionen, Der „Corona Walk-In“ des Düsseldorfer Labors Zotz Klimas auf der oberen Alleestraße war deshalb auch am Wochenende das Ziel vieler, die in den Herbstferien nicht daheim bleiben wollen. „Die Menschen kamen aus Wuppertal, Hagen, dem Ruhrgebiet, aus ganz Nordrhein-Westfalen“, berichtet Daniel Pfordt, Leiter des Kommunalen Ordnungsdienstes. Grund zum Einschreiten hatte er mit seinen Kollegen dort am Samstag nicht.

Die Stadt rechnet damit, dass die Warteschlange im Verlauf der Herbstferien kürzer wird. Gegen die Coronatest-Touristen will sie deshalb vorläufig nichts unternehmen. Allerdings hegt der Krisenstab Pläne für einen „Corna-Drive-In“, der den „Walk-In“ ergänzen könnte. Ein Standort dafür wird noch gesucht.

Die Bundeswehr kündigt unterdessen an, ihren Einsatz in Remscheid zu verlängern. Die zehn Soldaten, die seit Ende September die zivilen Kräfte des Gesundheitsamtes bei Abstrichen und bei der Nachverfolgung von Infektionsketten unterstützen, werden auf jeden Fall bis zum 23. Oktober bleiben.

Zunächst bis zum 15. Oktober gelten die strengen Verhaltensregeln, die der Krisenstab zu Beginn der zweiten Welle in Remscheid erlassen hat. Die positive Entwicklung der vergangenen Tage gebe noch keinen Anlass, sie bereits wieder zurückzunehmen.

Corona-Fallzahlen in Remscheid

Bis Montag wurden 624 Remscheider positiv auf Sars-CoV-2 getestet. 501 gelten als genesen, 19 Menschen sind verstorben, der letzte Todesfall datiert auf den 5. September. Von den neun Patienten, die sich im Krankenhaus befinden, liegt einer auf der Intensivstation.

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