Küchenrolle und Co. landen im Klo

Klärwerke erwarten fiese Faserpfropfen

Taschentücher und Co. gehören nicht ins Klo. Foto: Wupperverband
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Taschentücher und Co. gehören nicht ins Klo. 

Hamstern von Klopapier sorgt für Probleme.

Von Axel Richter

Remscheid. Weil die Menschen Klopapier hamstern, behelfen sich manche Remscheider mit anderen Tüchern - und stellen die Kläranlagen im Bergischen bald vor riesen Probleme. Der Wupperverband erwartet dort meterlange Papier- und Faserpfropfen, die die Kanäle und Pumpen verstopfen und richtet deshalb eine dringende Bitte an die Bürger: Feuchttücher, Küchenpapier und andere Utensilien gehören nicht ins Klo.

Elf Klärwerke betreibt der Verband, der im Einzugsgebiet der Wupper für die Wasserversorgung von annähernd einer Million Menschen verantwortlich ist. Die Abwässer von Alt-Remscheid, Lüttringhausen, Hasten, den Südbezirk und Teile Lenneps werden in der Anlage Wuppertal-Kohlfurth gereinigt, die Abwässer aus Lennep und Bergisch Born in der Kläranlage Radevormwald.

Remscheid: Die Folgen können schon im eigenen Haus verheerend sein

Schon einmal hatten diejenigen, die dort arbeiten, und auch die Männer der Remscheider Entsorgungsbetriebe mit Hinterlassenschaften zu kämpfen, die unbedacht über die Toilette entsorgt wurden. Als die Feuchttücher aus den Plastikboxen in Mode kamen und in Konkurrenz zur klassischen Klopapierrolle traten, tauchten sie als fiese Faserstrünke wieder auf und ließen danach gleich reihenweise die Klärpumpen kollabieren.

Lange hat es gebraucht, um die die Menschen von solchem Toilettenfrevel abzubringen. In der Corona-Krise erwarten die Fachkräfte für Abwassertechnik nun aber die nächste Welle, verursacht von Menschen, die sich in ihrer Not nicht anders zu helfen wissen.

Denn trotz aller Versicherungen, dass absehbar kein Notstand bei der Versorgung mit Toilettenpapier zur rechnen sei, findet sich in vielen Regalen nicht einmal mehr eine Rolle. Also greifen die Menschen zu Servietten, Kosmetik-, und Küchentüchern. Die Folgen können schon im eigenen Haus verheerend sein. Verstopfen die Fasern die Rohre, staut sich das Abwasser zurück und flutet aus der Toilettenschüssel das Badezimmer.

Der Grund dafür ist einleuchtend. „Toilettenpapier ist für den einen Zweck hergestellt, in Verbindung mit Wasser zerfällt es“, erklärt Ilona Weyer, Sprecherin des Wupperverbandes. Andere Produkte überstehen dagegen sogar einen Schleudergang in der Waschmaschine. Deshalb kommt auch das Umweltbundesamt zu dem Urteil: „Papiertaschentücher, Küchenrollen und Vliestücher sind kein geeigneter Ersatz für Toilettenpapier und dürfen nicht in die Toilette.“

Dass es bisher nicht zu größeren Problemen gekommen ist, mag auch eine Folge der Hygieneempfehlungen sein. Wer sich häufig die Hände wäscht, verbraucht viel Wasser. Und das spült die Kanäle.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Live-Blog wird laufend aktualisiert.

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