Pandemie

Notbremse tritt vorerst in Remscheid in Kraft

Die Maskenpflicht im Innenstadtbereich wird auf jeden Fall bestehen bleiben, ob die Geschäfte auf der Allee eingeschränkt öffnen dürfen, ist noch völlig offen. Foto: Roland Keusch
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Die Maskenpflicht im Innenstadtbereich wird auf jeden Fall bestehen bleiben, ob die Geschäfte auf der Allee eingeschränkt öffnen dürfen, ist noch völlig offen.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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  • Kerstin Neuser
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Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz berät mit dem Einzelhandel über Öffnung für Kunden mit tagesaktuellem Negativ-Schnelltest.

Remscheid. Die Zahl der Corona-Toten in Remscheid ist am Wochenende auf 137 gestiegen. Zwei Remscheider im Alter von 82 und 84 Jahren sind gestorben. Und mit der Inzidenz (Fälle der vergangenen sieben Tage auf 100.000 Einwohner) von 208,4 liegt Remscheid weit über dem NRW-Schnitt (128,8). Angesichts dieses Wertes hat das Land auch für Remscheid die „Notbremse“ angeordnet. Die Uhren werden ab dem 29. März auf die Zeit vor dem 8. März zurückgedreht.

Alle nicht für den täglichen Bedarf privilegierten Geschäfte (Bau- und Gartenmärkte, Textilgeschäfte, Buchhandlungen etc.) dürfen wieder nur Abholservice (Click & Collect), jedoch keinen Verkauf im Geschäft mit Terminen (Click & Meet) anbieten. Körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (Kosmetik, Nagelstudios, Massage etc.) sind unzulässig. Weiterarbeiten dürfen Friseure und medizinische Dienstleister. Kultur- und Sporteinrichtungen müssen schließen.

Remscheid ist eine von 31 betroffenen Kreisen und kreisfreien Städten in NRW, in denen die Inzidenz drei Tage hintereinander über 100 lag. Anders als Solingen wird Remscheid diese Regelungen zunächst umsetzen. Die Betroffenen dürfen aber Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest erlauben. Diese Ausnahmen müssen mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt werden. „Ob Remscheid von der Möglichkeit Gebrauch macht, die Notbremse abzuwenden, wird der Krisenstab in der kommenden Woche eingehend beraten“, teilte Stadtsprecherin Viola Juric mit. Am Montagabend wird Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz mit führenden Vertretern des Einzelhandels, unter anderem Ralf Engel, Geschäftsführer des Rheinischen Einzelhandelsverbandes, sich über die Möglichkeit austauschen, dass Geschäfte in den kommenden Tagen denjenigen offen stehen, die einen tagesaktuellen Negativ-Schnelltest vorlegen.

Aus medizinischer Sicht gibt es dafür Befürworter. Denn diese Regelung könnte dazu beitragen, dass eine deutliche Zunahme der Schnelltests eintritt. Eine solche Lösung bedarf eines Vorlaufs seitens des Einzelhandels. „Mit zwei, drei Tagen Vorbereitung müsste gerechnet werden“, kalkuliert Mast-Weisz. Möglich ist, dass es doch nicht zur Umsetzung kommt, sofern sich Bund und Länder angesichts aktuell explodierender Neuinfizierungen zu einem knallharten Lockdown durchringen.

Wir brauchen eine klare Linie, die alle Länder mittragen.

OB Burkhard Mast-Weisz

Die städtischen Entscheidungsträger befinden sich in einer Zwickmühle. „Über allem steht für uns die Frage: Was ist vertretbar?“, meint Mast-Weisz. Die Antwort bewegt sich zwischen gesundheitlichen Notwendigkeiten und sinkender Stimmung in der Bevölkerung. Das Hin und Her, unterschiedliche und teils konträre Regelungen binnen der Länder und sogar in den Kommunen zerren an den Nerven. Der OB weiß: Wozu sich der Krisenstab auch durchringt, es wird immer Gegenwind entstehen. Er fordert deshalb: „Was wir bräuchten, wäre eine klare Linie vom Bund, die von den Ländern akzeptiert wird, ohne dass Extrawürste gebraten werden.“

Haushalte

Für Haushalte gilt: Kontakte nur zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person. Kinder unter 14 nicht mitgerechnet. Ausnahme vom 1. bis 5. April, wo sich alternativ 2 Hausstände mit max. 5 Personen im öffentlichen Raum treffen. Kinder unter 14 nicht mitgerechnet. Das Ordnungsamt verstärkt an Ostern die Kontrollen.

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