Pandemie

Corona-Krisenstab: Soziales Leben geht weiter

Das Theater Hagen zeigt am 13. März die Operette „Pariser Leben“ im Theater. Laut aktuellem Stand findet die Veranstaltung statt. Foto: Klaus Lefebvre
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Das Theater Hagen zeigt am 13. März die Operette „Pariser Leben“ im Theater. Laut aktuellem Stand findet die Veranstaltung statt. 

Veranstaltungen finden statt. Leiter des Gesundheitsamts informiert Firmen. Bürgertelefon bleibt.

  • Die Abläufe im Falle einer Pandemie sind in Remscheid seit der Schweinegrippe eingeübt.
  • Während in anderen Städten Städten Veranstaltungen abgesagt würden, finden sie in Remscheid statt.
  • Nach wie vor gibt es in Remscheid keinen bestätigten Coronavirus-Fall.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Es gibt keinen Grund zur Panik. Das erklärten Gesundheitsdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) und Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Neveling am Dienstagabend im Gesundheits- und Sozialausschuss in Hinblick auf das Coronavirus. Neuhaus und Neveling bilden die Spitze des am Freitag einberufenen Krisenstabs. Er tagt täglich. Die Verwaltung mahnt zur Ruhe. „Wir möchten Sie bitten, Ihren Beitrag zu leisten, dass Menschen nicht unnötig beunruhigt werden“, appellierte Neuhaus an die Lokalpolitiker. Wir geben die aktuellen Informationen aus dem Gesundheitsausschuss wieder.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

„Wichtig ist: Aktuell gibt es in Remscheid keinen bestätigten Fall“, sagte Neuhaus. Das werde vermutlich nicht so bleiben. „Auch ich rechne damit, dass sich das Virus weiter verbreitet bei uns – aber die Gefahr ist nicht höher als bei der Influenza. Die Influenza ist mindestens genauso tödlich“, erklärte Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Neveling und beschwichtigte: „Mit jeder Woche nimmt die Letalitätsrate beim Coronavirus ab. Ich hoffe, dass sich das weiter verringert.“ Thomas Neuhaus hofft, dass der Frühling dem Virus ein Ende setzt.

Ist die Stadt Remscheid vorbereitet?

Aufgrund der „Schweinegrippe“ 2009/2010 seien die Abläufe bei einer Pandemie in Remscheid eingeübt, die entscheidenden Stellen vorbereitet. „Ich will es nicht runterspielen, aber Augenmaß ist hier angebracht“, sagte Neuhaus. „Ich sehe es nicht so pessimistisch. Wir setzen alles daran, unsere Strukturen aufrechtzuerhalten.“ Jeder Fall werde selbstverständlich sorgfältig durchleuchtet, ergänzte Neveling. „Wir werden bedarfsgerecht reagieren.“ Sollte es nötig sein, habe der Krisenstab zwei Häuser definiert, in denen Infizierte isoliert werden könnten. Und: Für die Einsatzkräfte seien „Mengen an Mundschutz und Desinfektionsmitteln“ vorhanden – anders, als in anderen Städten.

Remscheid: Werden Veranstaltungen abgesagt?

Internationaler Frauentag am Samstag, Festakt zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde am 14. März – all das findet statt. Das ist der aktuelle Stand. Dieser könne sich natürlich jederzeit ändern, sagte Neuhaus. „Wir sorgen dafür, dass das soziale Leben weiter stattfindet.“ Lothar Krebs (SPD) erklärte, andere Städte verböten bereits Großveranstaltungen. „Das ist meines Erachtens eine Überreaktion“, betone Neuhaus. Dass die Eisenwarenmesse, zu der viele Gäste aus Risikogebieten angereist wären, abgesagt wurde, könne er hingegen nachvollziehen.

Wie hoch ist die Gefahr an Schulen und in Kitas in Remscheid?

Alexander Schmidt (CDU), selbst Lehrer, erklärte erbost: „Wir sind die Gefahrengruppe, aber kein Lehrer hat Handdesinfektionsmittel. Die Gefahr ist im Klassenzimmer um ein Vielfaches höher als hier im Rathaus – und hier hängen Desinfektionsspender.“ Die Bedenken könne er nachvollziehen, entgegnete Neuhaus. Aber überall da, wo Seife und Wasser zur Hand seien, brauche es kein Desinfektionsmittel. „Seife zerstört das Virus.“ Die Stadt sorge dafür, dass genügend Seife und Papierhandtücher an Schulen und in Kitas vorhanden seien. Gerade sei die Jahreslieferung erfolgt. Und es sei genug im Vorrat. Dennoch will er bei anderen Schulen nachhaken und das Problem der Bezirksregierung mitteilen, sagte Neuhaus. In Sportstätten fehlten tatsächlich 130 Seifenspender – der Sportamtsleiter habe daraufhin sofort welche gekauft. „In Kitas ist der Hygienestandard ohnehin größer als in Krankenhäusern“, sagte Neuhaus.

Remscheid: Gibt es einen Austausch mit Firmen?

„Wir haben hier viele Global Player in Remscheid“, sagte Norbert Schmitz (CDU). „Sind diese von der Verwaltung kontaktiert worden?“ Viele Unternehmen hätten sich von sich aus bei der Stadt Remscheid gemeldet, berichtete Neuhaus. Man wolle in Kontakt bleiben mit Firmen, IHK und Handwerkskammer. Dr. Neveling wird kommende Woche Remscheider Unternehmen besuchen und aufklären. Auch das Allee-Center will mit Plakaten zur richtigen Handhygiene informieren.

BÜRGERTELEFON IN REMSCHEID

INFOS Das Bürgertelefon, das vergangenes Wochenende täglich 160 Mal angerufen wurde, bleibt weiter erreichbar. Unter Tel. 16 20 00 werden montags bis freitags von 7 bis 19 sowie samstags und sonntags von 8 bis 18 Uhr allgemeine Fragen zum Coronavirus beantwortet.

TIPPS Richtiges Händewaschen hilft, Infektionen vorzubeugen. Tipps gibt die Stadt auf Plakaten. Diese können kostenlos heruntergeladen werden. Zudem gibt es auf der Startseite der Stadt stets aktuelle Infos.

remscheid.de

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