Zoo-Markt Koonen

Brand in Zoo-Markt: Noch kein Täter auszumachen

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Brandermittler der Polizei schauten sich das ausgebrannte Gebäude am Montagmittag an. Der Brandort ist gesperrt. 

Auch über eine Woche nach dem Brand im Zoo-Markt Koonen in Lennep tappt die Polizei noch im Dunkeln.

Update vom 14. Januar

Laut Polizeisprecher Stefan Weiand sind zwar mehrere Zeugenhinweise bei der Behörde eingegangen, dies habe aber noch nicht dazu geführt, dass ein Täter ausgemacht werden konnte. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Ermittlungen gehen weiter. Derzeit laufen weitere Vernehmungen „im Umfeld“. „Dies nimmt einige Zeit in Anspruch“, erklärt Stefan Weiand, was üblich sei. Die Polizei ist die ermittelnde Behörde vor Ort für die Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise. Wer am Samstag, 4. Januar, gegen 20 Uhr etwas Verdächtiges rund um das Gebäude am Neuenteich beobachtet hat, möge sich bei der Leitstelle der Polizei in Wuppertal melden: Tel. (02 02) 2 84-0.

An jenem Samstagabend rückte die Feuerwehr gegen 20.12 Uhr mit einem Großaufgebot von 80 Einsatzkräften zum Brandort aus. Das Gebäude ist nicht mehr nutzbar. Rund 100 Tiere starben in den Flammen, nur wenige konnten gerettet werden. mw

Update vom 10. Januar

Die Tierrechtsorganisation Peta hat bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal Strafanzeige gegen den Verursacher des Brandes am Samstagabend im Zoo-Markt Koonen erstattet. Die Aktivisten gehen von einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz aus. Das teilt die Pressestelle des bundesweit tätigen Vereins mit. Die auch für Remscheid zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal konnte den Eingang der Anzeige am Freitag auf RGA-Anfrage noch nicht bestätigen. Die Behörde ermittle selbst schon „von Amts wegen“, erklärte Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Sie ermittelt vor Ort im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Derzeit führen die Beamten Befragungen „im näheren Umfeld“ durch. Zudem bittet die Polizei um Zeugenhinweise. Wer am Samstagabend, 4. Januar, gegen kurz nach 20 Uhr etwas Verdächtiges rund um den Zoo-Markt am Neuenteich beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Leitstelle in Wuppertal zu melden: Tel. (02 02) 2 84-0.

Etwa 100 Kleintiere kamen in den Flammen im Zoo-Markt ums Leben. Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta, erklärt dazu: „Die vielen Kleintiere waren bei dem Brand sich selbst überlassen und hatten keine Möglichkeit, vor der Lebensgefahr zu fliehen. Wir bedauern ihren schrecklichen Tod und setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass fühlende Lebewesen nicht als Ware angesehen werden dürfen.“

Im Zuge dessen kritisiert der Verein die Haltungsbedingungen von Tieren in Zoohandlungen und fordert ein Verkaufsverbot für Kaninchen, Meerschweinchen & Co. mw

Hinweise können unter 0202/2840 bei den Beamten abgegeben werden. red

Unser Artikel vom 7. Januar - Von Melissa Wienzek

Die Ursache des verheerenden Großbrandes am Samstagabend im Zoo-Markt Koonen steht fest: Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Das teilte ein Sprecher am Dienstagnachmittag auf RGA-Anfrage mit. Der Brandsachverständige war bereits am Montag am Brandort zu diesem Ergebnis gekommen. Für ihn war der Fall nach RGA-Informationen eindeutig. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann die Polizei jedoch keine Details zur Art der Brandstiftung nennen. Klar war jedoch, dass das Feuer im vorderen Kassenbereich ausgebrochen sein muss. Das konnten die Feuerwehrleute vor Ort bereits ausmachen.

Der Schaden des ausgebrannten Gebäudetraktes am Neuenteich in Lennep liegt bei 100.000 Euro. Hinzu kommen laut der Polizei weitere Kosten für das Inventar wie Käfige, Tierzubehör und Kasse. Wie hoch diese Schadenssumme ist, konnten die Beamten noch nicht ermitteln. Das 1200 Quadratmeter große Gebäude ist nicht mehr nutzbar – es ist einsturzgefährdet. Die Flammen hatten mit solch einer Wucht durch die Dachhaut geschlagen, dass sogar die Stahlträger angegriffen wurden. Dadurch ist die Statik nicht mehr gesichert, teilte die Feuerwehr bereits am Sonntag auf RGA-Nachfrage mit. Nur, weil die Einsatzkräfte sofort mit zwei Drehleitern von außen löschten, konnte ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Gebäude verhindert werden.

Die Polizei ermittelt nun weiter im Falle des Großbrandes, bei dem eine nicht näher bekannte Anzahl an Vögeln, Hamstern, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen und Ratten gestorben ist. Nur einige Kleintiere überlebten: zehn Kaninchen, neun Meerschweinchen und drei Mäuse. Sie sind bei einer jungen Mitarbeiterin des Zoo-Marktes Koonen privat untergebracht.

Die Beamten untersuchten am Montag unter Atemschutz den ausgebrannten Gebäudetrakt. Sobald die Spurensicherung ihre Arbeiten abgeschlossen hat, kann mit der Beseitigung der Tierkadaver begonnen werden. Bei dem Großbrand am Samstagabend war eine nicht näher bekannte Anzahl an Vögeln, Hamstern, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen und Ratten gestorben.

Lesen Sie auch: Zoo-Markt - Brandursache wird am Dienstag mitgeteilt

Noch immer liegen vor dem Eingang des Zoo-Marktes die Glassplitter der Eingangstür verstreut, das am Sonntagnachmittag noch gelöschte Nager-Einstreu in aufgerissenen Säcken verkohlt daneben. Aus den geborstenen Fenstern quellen Ordner, geschmolzene Verpackungen und Tierzubehör. Und es riecht verbrannt. Das Gebäude ist durch die starke Hitzeentwicklung einsturzgefährdet. Die Flammen hatten die Stahlträger angegriffen.

Die Fische sind mittlerweile auch aus den Aquarien ausgezogen

Außer der Polizei war auch die Feuerwehr am Montagmittag erneut vor Ort, um sich mit den Kollegen auszutauschen und eine Brandnachschau durchzuführen. Ebenso der Inhaber des Zoofachgeschäftes, das es seit 35 Jahren in Remscheid gibt. Es hatte sich spezialisiert auf Kleintiere, Terraristik und Aquaristik. Der Inhaber möchte sich nicht weiter äußern.

Die überlebenden Kleintiere – zehn Kaninchen, neun Meerschweinchen und drei Mäuse – sind bei einer Mitarbeiterin des Zoo-Marktes Koonen privat untergebracht. Bei Facebook hatte sie einen Aufruf für Futterspenden gestartet: Viele Remscheider reagierten darauf und wollen nun helfen. Mehrere zehntausend Fische hatten ebenfalls Glück: Weil die Aquarien in einer abgelegenen Ecke des 1200 Quadratmeter großen Gebäudes untergebracht waren, wurden sie verschont. Die Fische sind am Sonntag und Montag aus ihren Aquarien geholt und zu anderen Zoo-Märkten gebracht worden.

Betreut werden die „Glückstierchen“, wie sie bei Facebook genannt werden, vom Remscheider Tierarzt Dr. Horst Sieg. Er war am Samstagabend neben einer Amtstierärztin des Bergischen Veterinäramtes vor Ort, um Erste Hilfe zu leisten. „Wir haben nach der Schockbehandlung das Fell der Tiere abgewaschen, damit sie die Rußpartikel nicht aufnehmen“, erklärt der Tierarzt. Zudem wurden die Augen der Nager behandelt, die aufgrund des Rauchs angegriffen waren. „Das berührt einen schon“, gibt Dr. Sieg zu. Vor allem, wenn er sich vorstelle, dass Nymphensittiche und Papageien in den Flammen qualvoll verendet seien. „So etwas habe ich in 35 Berufsjahren noch nicht erlebt – und möchte ich auch nicht wieder.“ Obwohl alle Einsatzkräfte Hand in Hand zusammengearbeitet hätten, habe es doch offenbar Lücken im Sicherheitssystem gegeben. Sein Appell an alle Tierbesitzer: Rauchmelder und Überwachungssysteme installieren. Diese gibt es heute auch bequem für das Smartphone.

Denn gerade nach dem Großbrand im Krefelder Zoo, bei dem zahlreiche Affen in den Flammen starben und dem Brand in Lennep wird die Frage nach vorbeugendem Brandschutz laut. Gesetzlich vorgeschrieben ist jedoch nichts, erklärt Sven Fehér von der Feuerwehr. „Es gibt für solche Nutzungen wie bei dem Lenneper Zoo-Markt keine besonderen Anforderungen wie Sprinkler- oder Brandmeldeanlage.“

DER EINSATZ

BRAND Mit einem Großaufgebot von 60 Einsatzkräften waren die Berufsfeuerwehr sowie die freiwilligen Wehren Lennep, Lüdorf und Bergisch Born am Samstagabend gegen 20.12 Uhr zum Zoo-Markt Koonen am Neuenteich ausgerückt. Die Löscharbeiten dauerten bis nach Mitternacht. Dabei wurden auch zwei Drehleitern eingesetzt, damit das Feuer nicht auf angrenzende Gebäudeteile übergreifen konnte. Personen wurden nicht verletzt. Jedoch starben zahlreiche Tiere.

Natürlich könne ein Betreiber eines solchen Geschäfts selbstständig in den vorbeugenden Brandschutz investieren. Dies sei eine Kostenfrage. Zudem sei das Bewusstsein für Prävention offenbar noch nicht allzu groß. „Sie haben heutzutage noch nicht mal dort, wo Menschen leben und schlafen, flächendeckend Rauchmelder.“

Großbrand in Lennep

 © Tim Oelbermann
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