Knapp 500 Spender

Blutspende-Marathon trotzt Corona

Masken, genügend Abstand, kein Rahmenprogramm – der 7. Remscheider Blutspende-Marathon von Remscheider General-Anzeiger, Deutschem Roten Kreuz, der Stadt und Radio RSG fand unter besonderen Vorzeichen statt. Und war dennoch ein voller Erfolg.
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Masken, genügend Abstand, kein Rahmenprogramm – der 7. Remscheider Blutspende-Marathon von Remscheider General-Anzeiger, Deutschem Roten Kreuz, der Stadt und Radio RSG fand unter besonderen Vorzeichen statt. Und war dennoch ein voller Erfolg.

Knapp 500 Remscheider beteiligten sich an der Aktion in der Sporthalle Hackenberg.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Corona, Temperaturen jenseits der 30 Grad und der vorletzte Tag der Schulferien – die Vorzeichen des 7. Remscheider Blutspende-Marathons waren nicht gerade rosig. Umso erfreulicher ist, dass gestern dennoch knapp 500 Remscheider den Weg in die Sporthalle Hackenberg fanden, um auf Einladung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Stadt, Radio RSG und des Remscheider General-Anzeigers zu Lebensrettern zu werden. Trotz der besonderen Voraussetzungen lag die Teilnehmerzahl damit in einem ähnlichen Bereich wie in den Vorjahren.

Dennoch war diesmal alles anders. Das begann schon beim Austragungsort: Erstmals in seiner Geschichte fand der Blutspende-Marathon nicht am Neuenkamp, sondern in der Sporthalle Hackenberg in Lennep statt. Auch der Ablauf unterschied sich von den vorigen Ausgaben – was durchaus Vorteile mit sich brachte.

„Das ist bei diesem Wetter ein bombastisches Ergebnis.“

Jörg Harte, DRK-Blutspendedienst West

Knapp 500 Spender kamen in die Halle Hackenberg nach Lennep. Ihr Kommen war in diesem Jahr wegen Corona besonders wichtig.

Denn vorab mussten die Spender online einen Termin reservieren, was die Wartezeit vor Ort verkürzte. 484 von 494 möglicher Termine wurden vorab vergeben, berichtete Jörg Harte. Er ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst West. „Es sind aber auch noch Spender ohne Termin vorbeigekommen, für die wir auch noch Kapazitäten hatten“, ergänzte Evelyn Müller. Seit 15 Jahren ist die 74-Jährige DRK-Blutspendebeauftragte.

Auf ihre ehrenamtlichen Mitstreiter im Blutspendeteam, die beim Marathon normalerweise nicht wegzudenken sind, musste sie gestern in der Halle Hackenberg verzichten. „Fast alle sind älter als 70 Jahre, das Risiko war uns zu groß“, erklärte Müller. Sie selbst ließ es sich nicht nehmen und half tatkräftig mit. Doch auch die anderen Ehrenamtler leisten ihren Beitrag: Am Sonntag hatten sie 550 Lunchpakete gepackt. Dazu gab es für die Spender ein Brot der Bäckerei Schmidt’s Backstübchen als Dankeschön. Das Paket ersetzte Würstchen, belegte Brötchen und Kuchen, die es normalerweise gibt. Anstelle der ausgefallenen Ehrenamtler leisteten 15 Vereinsangehörige der Footballer vom Remscheider Amboss tatkräftige Unterstützung. „Als wir gehört haben, dass es Helfer braucht, hatte ich die Truppe innerhalb eines Tages zusammen“, erzählte Christian Müller. Er ist Amboss-Präsident – und Evelyn Müllers Sohn. Auch DRK-Helfer und RGA-Mitarbeiter packten gestern in der Halle Hackenberg mit an.

Blutspende-Marathon trotzt Corona

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Im Eingangsbereich der Halle 4 ging es zunächst zum obligatorischen Fiebermessen. Wer nach wiederholtem Versuch weiterhin eine Temperatur von mehr als 37,5 Grad hatte, musste wieder gehen. „Das war leider bei mehr als 20 Personen der Fall. Wir vermuten, dass bei den meisten die hohe Außentemperatur ausschlaggebend war“, betonte Harte.

Bei wem alles in Ordnung war, der konnte sich in der Halle 4 anmelden. Dort wurde auch der Blutfarbstoffwert kontrolliert, ehe es zum Arztgespräch in eine der Umkleidekabinen ging. Die tatsächliche Blutspende fand in der Dreifachturnhalle statt – mit ausreichend Platz und unter Wahrung der Hygienevorschriften. „Im Schnitt waren die Spender nach knapp 45 Minuten fertig“, sagte Jörg Harte.

Alexander Tabert (l.) war erstmals beim Blutspende-Marathon dabei.Corinna Flüs und Natascha Reichle vom Amboss nahmen seine Daten auf.

Unter den Lebensrettern, die vorab einen Termin reserviert hatten, befanden sich laut Jörg Harte 164 Erstspender. „Das ist bei diesem Wetter ein bombastisches Ergebnis. Ein großes Lob an die Remscheider.“ Einer der Erstspender war Alexander Tabert. „Eigentlich wollte ich schon bei den vorigen Ausgaben dabei sein, da ist aber immer die Arbeit dazwischengekommen“, sagte er. Aktuell befindet sich der Gießerei-Mitarbeiter allerdings in Kurzarbeit – und nutzte seine unfreiwillige Freizeit sinnvoll.

540 Remscheider spendeten ihr Blut beim vergangenen

Blutspende-Marathon für andere.

Hintergrund

Dem DRK-Blutspendedienst West fehlen aufgrund der Corona-Pandemie mehr als 40 000 Blutkonserven. Umso wichtiger war der gestrige Blutspende-Marathon. Der nächste Spendetermin in Remscheid ist am Donnerstag, 27. August, von 15 bis 19 Uhr in der Sporthalle Neuenkamp.

www.blutspendedienst-west.de

Standpunkt: Ein dickes Lob

Von Michael Albrecht

michael.albrecht@rga-online.de

Auf die Remscheider ist Verlass. Das hat sich auch beim siebten Blutspendemarathon in der Sporthalle Hackenberg gezeigt. Trotz der Corona-Pandemie beteiligten sie sich an der gemeinsamen Aktion von DRK-Blutspendedienst, Stadt, RGA und Radio RSG. Dabei ist es besonders bemerkenswert, dass nicht nur diejenigen zum Blutspenden kamen, die sich regelmäßig auf die Liegen der Blutspendedienste legen, um etwas von ihrem Lebenssaft abzugeben. 

Auch etliche Neuspender schauten vorbei, um mit ihrem Blut zu helfen, damit die Krankenhäuser ausreichend über Blutreserven verfügen können. Sie werden damit indirekt zu Lebensrettern. Dafür verdienen sie ein dickes Lob. Aber nicht nur die Blutspender verdienen ein solches Lob. Gleiches gilt auch für die Helfer des Amboss, die eingesprungen sind, um den coronabedingten Ausfall der ehrenamtlichen Helfer aufzufangen. Das ist Gemeinschaftssinn und gelebte Verantwortung von Helfern und Spendern, was leider in diesen Tagen häufig in den Hintergrund gedrängt wird. 

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