Mein Leben als Papa

Brothers in crime

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Ich nehm dich an die Hand und zeig dir die Welt. Hannes und Michel machen im Moment alles gemeinsam. 

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

Irgendwann hält es Michel nicht mehr aus. Irgendwann können wir ihn nicht mehr aufhalten. Irgendwann stürmt er zu Hannes ins Zimmer und möchte endlich mit seinem großen Bruder spielen. 

Irgendwann, das ist so gegen halb acht am Morgen. Michel ist da schon eine ganze Weile wach, Hannes liegt noch dösend in seinem Bett. Über Babyfon kann ich verfolgen, wie Michel seinen Bruder behutsam weckt. „Haaadooo“, schreit er ihm freundlich ins Ohr. Hannes reagiert erstaunlich gelassen. „Michi, ich bin eigentlich noch ziemlich müde“, erwidert er und fragt: „Möchtest du zu mir unter die Decke kommen und mit mir kuscheln?“

Natürlich möchte Michel. Ich höre weiter zu, wie sie Pläne für den Tag schmieden. Radfahren wollen sie heute. „Papa“, sagt Michel. „Aber Papa muss doch arbeiten. Das weißt du doch. Der braucht ein bisschen Ruhe“, erklärt Hannes ihm.

Man könnte meinen, dass sich die beiden Brüder nach über fünfwöchiger Corona-Auszeit so langsam „anne Köppe kriegen“. Das tun sie zwischendurch auch immer mal wieder. Insgesamt ist das ohnehin schon dicke Band zwischen den Geschwistern aber noch einmal dicker geworden.

gunnar.freudenberg@rga-online.de

Hannes übernimmt immer mehr Verantwortung für Michel, der seinerseits immer freiheitsliebender und experimentierfreudiger wird. Oder anders ausgedrückt: Michel ist im Moment ein totaler Chaot. Kaum umgedreht, nutzt er seine Chance, irgendetwas Verbotenes zu tun. Hannes ist dann oft schon zur Stelle, bevor Mama oder Papa eingreifen müssen.

„Komm, wir gehen wieder auf die Wiese“, nimmt er Michel an die Hand, wenn der mal wieder in Richtung Tor zur Straße läuft. „Nicht auf das Bett klettern, Michi. Das ist zu gefährlich“, warnt und überzeugt er ihn. „Komm, ich helf dir beim Essen“, sagt Hannes und setzt sich neben seinen kleinen Bruder, wenn er sieht, dass dieser Schwierigkeiten hat, seine Suppe mit der Gabel zu essen. „Hilfeee“, ruft Hannes, wenn Michel ihn im Bad besucht und das Wasser im Bidet überlaufen lässt.

In Hannes hat Michel aber auch ein dankbares Publikum beim Quatschmachen gefunden. Wasserfontänen aus Michels Mund sind am Esstisch einfach lustig, da vergisst der Große auch mal, das er ja eigentlich der viel Vernünftigere von beiden ist.

Und kriegen sich die beiden Brüder doch mal „anne Köppe“ – was passiert dann? Dann wird es richtig kitschig. Spielt Michel zum Beispiel mit einem Auto, das Hannes gerade haben und ihm abnehmen will, haut Michel gerne mal zu. Fest und schmerzhaft. Tränen bei Hannes. Laute Ansage von Mama und Papa an Michel. Tränen bei Michel. Das kann Hannes gar nicht sehen: „Komm in meine Arme, Michi!“ Und schon trösten sie sich gegenseitig. Brothers in crime. Komplizen fürs Leben.

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