Prozess

Auto-Attacke: Gericht spricht Angeklagten frei

Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Wuppertal. Archivfoto: lho
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Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Wuppertal. 

Das Opfer des Angriffs musste wegen seiner schweren Verletzungen damals im Krankenhaus behandelt werden.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Freispruch in einem Verfahren um eine gefährliche Auto-Attacke auf dem Markt in der Remscheider Innenstadt: Der 25 Jahre alte Angeklagte ist nicht überführt, am 3. Mai 2019 der Fahrer einer dunklen Limousine gewesen zu sein, die einen anderen, gleichaltrigen Mann schwer verletzte. Es bleibt offen, wer der Täter war, stellte das Amtsgericht Wuppertal fest.

Die Fahrt des Autos hatten Mitarbeiter von Lokalen am Markt beschrieben: Der dunkle Wagen sei mit hoher Geschwindigkeit über den Bürgersteig gefahren, zwischen Hauswand und geparkten Autos. Der Geschädigte sei zu Fuß gegangen. Das Fahrzeug habe ihn von hinten angefahren. Der Verletzte bezeugte vor Gericht, er sei auf die Motorhaube aufgeladen worden und dann wieder abgerutscht. Er sei kurz mitgeschleift worden, dann habe das Auto seine Beine überfahren. Schließlich sei die Limousine Richtung Bahnhof geflüchtet. Zeugen leisteten Erste Hilfe. Der Überfahrene kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Das Geschehen löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Ein Beamter berichtete den Richtern, an einer Absperrung habe sich ein polizeibekannter Mann Anfang 20 gemeldet: Er kenne Fahrer und Opfer, die beiden stritten miteinander. Fahnder ermittelten den Angeklagten über das Einwohnermeldeamt – anhand eines Vornamens und der ungefähren Wohnanschrift, die der Zeuge nannte. Nach umfangreichen Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.

Remscheid: Angeklagter schweigt im Prozess

Vor Gericht allerdings sagte der Zeuge von der Absperrung, er habe den Vornamen nur von anderen gehört und gesehen habe er nichts. Das habe er auch immer so gesagt. Weitere Zeugen sagten ebenso aus. Allein der Geschädigte erklärte, er habe sich noch umdrehen können, als ihn der Wagen anfuhr. Er habe den Angeklagten am Steuer erkannt. Laut dem Polizisten allerdings war er es, der dem Schwerverletzten im Rettungswagen den Vornamen nannte. Dass beide Streit hätten, bestätigte der Geschädigte. Dies sei nach einer Bar-Schlägerei gekommen. Die Ungewissheiten klärte das Gericht trotz zusätzlicher Zeugenaussagen nicht auf.

Der Angeklagte hat im Prozess geschwiegen. Der Geschädigte kann das Urteil angreifen. Laut eigener Angaben leidet er seit dem Geschehen vom Markt unter Angst und hat die Stadt verlassen. Gegen ihn läuft im Zusammenhang mit dem Streit der Männer ebenfalls ein Strafverfahren wegen Körperverletzung. Das Ergebnis ist noch offen.

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