Treffpunkt der Remscheider

Allee-Brunnen soll im Mai plätschern

Jens Kampschulte und Thomas Judt auf der Brunnenbaustelle. Die oberirdischen Reparaturarbeiten haben begonnen.
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Jens Kampschulte und Thomas Judt auf der Brunnenbaustelle. Die oberirdischen Reparaturarbeiten haben begonnen.

Detmolder Fachfirma erneuerte zuerst die Technik, seit gestern stemmen sie die Fliesen ab.

  • Seit August 2017 plätschert kein Wasser mehr im Allee-Brunnen.
  • Die Reparaturkosten belaufen sich auf 80 000 Euro.
  • Spätestens ab Mitte Mai soll das Wasser wieder fließen.

Von Axel Richter

Remscheid. In Berlin hat er an einem der größten Brunnen Deutschlands mitgearbeitet. Der steht auf dem Mercedes-Platz im Stadtteil Friedrichshain und lässt aus 96 Düsen auf 1500 Quadratmetern das Wasser bis zu vier Meter hoch springen. Wer so etwas baut, für den sollte der Remscheider Säulenbrunnen auf der Alleestraße kein Problem darstellen.

Doch Stephan Henn, Installateur der Firma Aqua Aktiv aus Detmold, weiß um die Besonderheit des Remscheider Bauwerkes. Nachdem er zuvor in der Brunnenunterwelt die Technik erneuerte, bearbeitet er seit gestern mit dem Abbruchhammer die grauen Kacheln des Beckens an der Oberfläche. „Das geht nicht zackzack“, sagt er.

Remscheid: Stadt und Allee-Center verhandeln über das Werbeschild

Seit August 2017 plätschert kein Wasser mehr über die Gitterrotunde auf die darunterliegende Prallplatte. 40 000 Liter Wasser hatten damals die Technik unterhalb der Gitterrotunde geflutet. Eine Pumpe war ausgefallen, elektrische Leitungen und Schaltkästen gingen unter.

Zwischenzeitlich wurde das Becken zum Blumenbeet, nun aber, spätestens Mitte nächsten Monats soll das Wasser wieder fließen. Ist die Corona-Krise überstanden, soll der Allee-Brunnen wieder zum Treffpunkt für die Remscheider werden.

80 000 Euro kostet die Reparatur. Im Vergleich zu den Baukosten ist das ein geringer Preis. 1,35 Millionen Mark ließ sich die Stadt 2001 das Wasserspiel kosten. Die Kaufleute von der Allee steuerten 175 000 Euro bei, das Unternehmen ECE, Betreiber des Allee-Centers, weitere 350 000 Mark. Gegen Miete erwarb das Center das Recht, seinen Namen daran zu heften. Ob das gelbe Werbeschild nach der Reparatur am Brunnen bleibt, ist derzeit offen. Stadt und ECE verhandeln noch. UPDATE: Das Schild ist abgenommen worden.

Unterhalb des Beckens hat Brunnenbauer Stephan Henn unterdessen ganze Arbeit geleistet. Die beim Wassereinbruch beschädigte Technik hat er rausgerissen und ersetzt. In einem neuen Schwallbehälter schwappt das Wasser, das von den Pumpen in einem Kreislauf über die Säule geschickt wird. „Es wird fortlaufenden getestet und hat annähernd Schwimmbad-Qualität“, sagt Jens Kampschulte, Installationsmeister in Diensten des städtischen Gebäudemanagements. Mit seinem Chef Thomas Judt nahm er die Baustelle gestern in Augenschein. Die anstehenden Arbeiten verfolgen beide mit Spannung.

Remscheid: Kunststoffschicht in der Farbe French-Grey soll dicht halten

Denn haben Stephan Henn und Kollegen die Beckenfliesen erst herausgestemmt, soll eine Kunststoffschicht im Farbton French-Grey die an den Fugen undicht gewordenen Kacheln ersetzen. Auch das geht nicht mal eben zackzack, wird dafür aber tipptopp, sagt der Brunnenbauer aus Detmold und verspricht den Remscheidern für den Sommer ein schmuckes neues Wasserspiel. Fast so schön wie das am Berliner Mercedes-Platz.

Erst seit kurzem sprudeln die Lenneper Brunnen wieder. Ein Stück Normalität kehrt zurück.

Der ursprüngliche Plan war es, das Allee-Center-Schild am Brunnen abzunehmen. Hintergrund: Der Brunnen befindet sich im Eigentum der Stadt Remscheid.

Bereits im Januar diesen Jahres berichteten wir - Der Brunnen auf der Alleestraße soll wieder plätschern.

Standpunkt: Allee braucht ihren Treffpunkt

Von Axel Richter

axel.richter@ rga-online.de

Umstritten war der Allee-Brunnen schon immer. Die Frage einer Passantin konnte gestern insofern nicht verwundern: „Reißen se das hässliche Dingen jetzt endlich ab?“ Nun mag man die Gitterrotunde mit der darunter liegenden Prallplatte schön finden oder auch nicht: Seinen Zweck hat der Allee-Brunnen von Beginn an erfüllt. Der Platz rund um das Wasserspiel wurde im Sommer zum Treffpunkt für die Bürger. Die Menschen saßen an seinem Rand, Kinder (und auch Hunde) spielten im Wasser. 

Damit hatte der Brunnen etwas zu bieten, was der Alleestraße ansonsten in weiten Teilen abgeht: Aufenthaltsqualität. Dass sein Bau vor beinahe 20 Jahren mit annähernd 2 Millionen Mark zu Buche schlug, darf auch heute noch kritisch hinterfragt werden. Seine Reparatur ist dagegen folgerichtig. Kostet sie auch 80 000 Euro, die obere Alleestraße braucht ihren Treffpunkt zurück.

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