Bühne

Zwei Freunde feiern eine gelungene Premiere

Winfried „Winnie“ Boldt (l.) und Burkhard „Bo“ Wigger spielten ihr erstes gemeinsames Konzert.
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Winfried „Winnie“ Boldt (l.) und Burkhard „Bo“ Wigger spielten ihr erstes gemeinsames Konzert.

„Winnie“ Boldt und „Bo“ Wigger im Haus Zach.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wenn Freunde zusammen musizieren, dann ist das meistens eine runde Sache. Wie rund diese Sache am Samstagabend im Kultur-Haus Zach dann aber werden würde, hätte sich Winfried Boldt allerdings wohl doch nicht träumen lassen. Unter dem Banner Two Friends hatte sich der Hückeswagener Vollblutmusiker mit seinem Freund Burkhard „Bo“ Wigger zusammengetan.

Es war das erste gemeinsame Konzert, das die beiden absolvierten – und das Kultur-Haus Zach platzte praktisch aus allen Nähten. „Wir mussten tatsächlich Leute wegschicken“, sagte Detlef Bauer vom Trägerverein. Zu fünft war man an diesem Abend im Einsatz und hatte damit auch in Sachen Gastronomie alle Hände voll zu tun. „Wir könnten wirklich noch Unterstützung brauchen“, sagte Stefan Noppenberger.

Hückeswagener haben mehr Lust auf Musik als auf Fußball

Man könnte also durchaus sagen, dass die Hückeswagener wesentlich mehr Lust auf leidenschaftlich und handgemacht präsentierte Musik mit Tiefgang haben als auf eine Fußballweltmeisterschaft. Das praktisch nicht besuchte „Rudelgucken“ beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft am vergangenen Mittwoch konnte zum brodelnden Leben beim Two-Friends-Konzert am Samstag keinen größeren Kontrast darstellen. Die Zuschauer saßen, wie auch bei Boldts Solo-Konzerten üblich, an Tischen, was eine deutlich gemütlichere Atmosphäre ergab, als einfache Stuhlreihen. Und dann war da natürlich die eigentliche Hauptperson des Abends – die Musik. Und die hatte es in sich.

Boldt drückte es nach der Pause so aus, ehe der Doors-Klassiker „Riders On The Storm“ erklang: „Weiter geht es durch die Jahrzehnte der Pop- und Rock-Musik.“ Und die beiden „Friends“ harmonierten als Jim Morrison und Doors-Keyboarder Ray Manzarek auch ganz hervorragend, genau wie auch der zweistimmige Gesang eindrucksvoll serviert wurde. Die große Vielfalt des Abends zeigte sich dann direkt im Anschluss, als Winnie und Bo schon bei den Beatles und deren Balladen-Evergreen „Let It Be“ angekommen waren. Noch vor der Pause hatte man sich noch an Udo Jürgens und sein 1970er-Glaubensbekenntnis „Ich glaube“ erinnert, das vor allem mit seinem eindringlichen Text für Gänsehaut sorgte.

„Es war ein Versuch, wir hätten nie gedacht, dass so viel Leute kommen werden“, sagte Winnie Boldt und wirkte dabei überwältigt vom Publikumszuspruch. „Wir wollten mal sehen, wie es angenommen wird. Es wird im nächsten Jahr auf jeden Fall weitere Konzerte geben“, sagte er. Und in der Tat, es wäre doch wirklich zu schade, wenn diese überaus gelungene Gastspiel-Premiere eine Ausnahme bleiben würde. Gerade auch, weil das Duo auch vor dem Blues nicht Halt machte, was dem Abend noch mehr Vielfalt verpasste. Etwa mit dem Klassiker „The Blues Is Here To Stay“.

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