Ferienspaß

Zu Besuch bei „Batman“ und Co.

Die „Batman Night“ gehört zu den beliebtesten Aktionen des Ferienspaß und das schon seit Jahrzehnten. Die Teilnehmer beobachten mit Taschenlampen die Fledermäuse auf der Wasseroberfläche.
+
Die „Batman Night“ gehört zu den beliebtesten Aktionen des Ferienspaß und das schon seit Jahrzehnten. Die Teilnehmer beobachten mit Taschenlampen die Fledermäuse auf der Wasseroberfläche.

40 Abenteurer kamen zur „Batman-Night“ am Uelfebad, um Fledermäuse zu beobachten.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwlald. Ausgerüstet mit wetterfester Kleidung, Stirn- und Taschenlampen stehen fast 30 Kinder in Begleitung ihrer Eltern und Großeltern am Donnerstagabend am Rande des Uelfebads bereit, um auf Erkundungstour zu gehen. Es ist 21.30 Uhr, noch ist es hell. „Wann sehen wir denn endlich die Fledermäuse?“, will ein Junge an der Hand seiner Mutter wissen. „Gleich“, beschwichtigt sie ihn und weist mit dem Zeigefinger auf einen Mann, der die Abenteurer begrüßt. Es ist Tom Klinkenberg, stellvertretender Vorsitzender des Radevormwalder Ortsvereins im Bergischen Naturschutzverein, Fledermauskenner und Guide für diesen besonderen Abend.

„Was wisst ihr denn über Fledermäuse?“, will Klinkenberg von seinen kleinen Gästen wissen. „Nun sag schon“, ermutigt ein Vater seine Tochter. Sie meldet sich. „Fledermäuse können fliegen und fressen Insekten“, sprudelt es aus ihr heraus. Klinkenberg nickt anerkennend. „Ja, das stimmt. Was wisst ihr noch?“ Ein Junge meldet sich. „Fledermäuse bewegen sich mit Echolot.“ Der Fachmann grinst und nickt. „Ja, das kann man so sagen.“ Die kleinen Flugtiere senden Klicklaute im Ultraschallbereich aus, um ihre Umgebung zu erkunden. Durch die reflektierenden Schallwellen können sich die Fledermäuse orientieren, erklärt Klinkenberg. Als Beispiel lädt er die Kinder zum Spiel „Fledermaus und Motte“ ein. Demjenigen, der die Fledermaus mimt, werden die Augen verbunden. Der Motte hingegen werden zwei Klangstäbe überreicht, mit denen sie sich bemerkbar macht. Die Fledermaus muss dann nur anhand ihres Gehörs die Beute fangen. „Gar nicht so einfach, was?“, sagt Klinkenberg zu einem Kind, dem gerade die Augenbinde abgenommen wird. Jetzt können sich die kleinen Abenteurer wesentlich besser in die anstrengende Lebensweise der Flugtiere hineinversetzen.

Experte zeigt den Kindern, wo die Wasserfledermäuse wohnen

Nun lotst Klinkenberg die Expedition am Restaurant vorbei in Richtung Wald. An den hohen Bäumen zeigt er den neugierigen Kindern und interessierten Erwachsenen, wo die kleinen Wasserfledermäuse wohnen. Kleine Holzkästen hoch oben in den Bäumen dienen den kleinen Flughunden als sicherer Unterschlupf. Plötzlich ist Geschrei zu hören. „Ich habe eine gesehen! Da über dem Wasser!“, ruft ein Junge. Alle schauen prüfend auf die glatte Oberfläche des Uelfebads.

In der Abenddämmerung ist es nicht einfach, etwas zu erkennen, doch als sich die Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt haben, erblicken sie tatsächlich fluchtartige Bewegungen, dann ein Flügelschlag. So schnell sind die Fledermäuse unterwegs, dass sie kaum zu erkennen sind und wie kleine Vögel wirken. „Vögel sind um diese Uhrzeit aber nicht mehr unterwegs“, erklärt die städtische Umweltbeauftragte Regina Hildebrandt, die die Expedition begleitet.

Auf der Brücke packt Klinkenberg einen Fledermausdetektor aus. „Wenn eine vorbeifliegt, dann ist mit dem Detektor ein Knacken zu hören.“ Reihum geht das kleine Gerät herum. Jeder lauscht aufmerksam. Tatsächlich sind Knackgeräusche zu vernehmen.

Der neunjährige Harris ist zum ersten Mal bei der Fledermaus-Expedition dabei. Obwohl er schon viel über die Tiere weiß, findet er den Besuch im Fledermausrevier spannend. Angst vor Fledermäusen hat er nicht, obwohl er jetzt erfahren hat, dass es Arten gibt, die echte Blutsauger sind. „Aber die leben in Süd- und Mittelamerika“, weiß Harris. Auch Mutter Miriam (38) findet den Ausflug interessant. „Ich finde sie auch niedlich und sehe einige auch immer vor unserem Fenster fliegen.“

Zum Abschluss lockt Tom Klinkenberg seine Gäste an den Fluss und fordert sie auf, mit den Taschenlampen ins Wasser zu leuchten. „Wenn ihr Glück habt, könnt ihr Flusskrebse entdecken.“ Dann bringt Klinkenberg ein kleines Exemplar an Land. Aufgeregt leuchten es alle an. Das Tier zuckt mit den Scheren. „Mama guck mal, ein Hummer“, sagt ein kleiner Junge und löst damit einige Schmunzler aus.

Spende

Am Ende des fast zweistündigen Ausflugs verteilte Regina Hildebrandt noch kleine Kosmos-Naturführer, spendiert vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), so dass die Kinder auch zu Hause noch etwas mehr über Fledermäuse in Erfahrung bringen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Feuerwehrfest war gut besucht
Feuerwehrfest war gut besucht
Feuerwehrfest war gut besucht
Erst Max Giesinger, dann Kasalla in Wipperfürth
Erst Max Giesinger, dann Kasalla in Wipperfürth
Erst Max Giesinger, dann Kasalla in Wipperfürth
Herweger feiern unter dem Fallschirm
Herweger feiern unter dem Fallschirm
Herweger feiern unter dem Fallschirm
Dicke Raupe wird ein Weinschwärmer
Dicke Raupe wird ein Weinschwärmer
Dicke Raupe wird ein Weinschwärmer

Kommentare