Ziel war mehr Attraktivität in der Altstadt

Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wurde das historische Gebäude im oberen Island aufwendig und größtenteils in Eigenarbeit im August 2010 umgebaut, so dass das Kultur-Haus Zach im November 2011 offiziell eröffnet wurde. Foto: Dörner (Archiv)
+
Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wurde das historische Gebäude im oberen Island aufwendig und größtenteils in Eigenarbeit im August 2010 umgebaut, so dass das Kultur-Haus Zach im November 2011 offiziell eröffnet wurde.

Lange vor dem Kultur-Haus Zach sollte im oberen Island ein Kultur-Bistro entstehen

Von Stephan Büllesbach

Beim Neujahrsempfang 2002 hatte der damalige Bürgermeister Norbert Jörgens noch Optimismus versprüht. Ausgesprochen positiv hatte er die Entwicklung an der oberen Islandstraße bewertet: „Ein schon tot gesagter Bereich lebt wohl doch länger und das trotz des Neubaus am Bahnhof dank der Zuversicht derer, die sich dort engagieren.“ Unter anderem verwies er auf die Pläne für das Haus Zach, in dem ein Remscheider Investor ein Kultur-Bistro einrichten wollte. Drei Wochen später war der Traum ausgeträumt – und damit auch der von einer Attraktivitätssteigerung in der Altstadt: Der Investor hatte einen Rückzieher gemacht.

Dabei war der Bauantrag bereits gestellt worden, auch hatte der Remscheider Gutachten vorgelegt und damit bereits eine beträchtliche Summe in das Projekt gesteckt. Doch das Geld war in den Sand gesetzt – aus dem Kultur-Bistro im alten Haus im oberen Island wurde nichts. „Der Investor hat uns wissen lassen, dass sich die Sache unter Gesichtspunkten der Rentabilität nicht rechnet“, hatte der Bürgermeister vor 20 Jahren mitgeteilt.

Der Grund für den Rückzieher waren damals vor allem die hohen gesetzlichen Auflagen im Bezug auf den Brandschutz in einem gastronomischen Betrieb. Um sie erfüllen zu können, hätte eine enorme Summe ins alte Gebäude investiert werden müssen. „Unwirtschaftlich“, urteilte daraufhin der Investor, der in Remscheid bereits ein vergleichbares Café-Bistro betrieben hatte und daher die Branche kannte.

Die Konsequenz Ende Januar 2002 war: In das „Haus Zach“, das seit dem Auszug von Möbel Happel im Jahr 1997 leer stand, sollte auch weiterhin kein neues Leben einziehen – jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. Das war ein herber Schlag nicht nur für den Privateigentümer des Gebäudes, sondern auch für die Stadt: Darin waren sich die Fraktionsvorsitzenden einig, die der Bürgermeister über die Entwicklung informiert hatte. Waren doch mit dem Kultur-Bistro große Hoffnungen verknüpft worden.

„Schnäppchenmarkt“ hielt sich dort nur neun Monate

„Rat und Verwaltung haben ein hohes Interesse daran, dass wieder Leben in die obere Islandstraße kommt“, hatte der damalige Bauamtsleiter Karl-Heinz Friedrich zwei Monate zuvor versichert, nachdem die konkreten Pläne des Investors bekannt geworden waren.

Es sollte weitere zweieinhalb Jahre dauern, bis der Leerstand beendet war: Im Oktober 2004 richtete Friedhelm Reich seinen „Schnäppchenmarkt“ im Haus Zach ein – und schloss ihn nur neun Monate später wieder. Kurz darauf eröffnete jedoch das „Stöbercenter Hückeswagen“, betrieben von der Radevormwalder Kabelteam GmbH, die mit der „Island-Galerie“ am Weber-Denkmal bereits seit 2003 ein Ladenlokal in Hückeswagen hatte. Inhaber war jeweils der gebürtige Hückeswagener Kurt Strombach. Nach dessen plötzlichen Tod im November 2008 wurde das „Stöbercenter“ nur noch bis Juli 2009 betrieben.

Im selben Monat jedoch gründete sich der Trägerverein „Kultur-Haus Zach“. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wurde das historische Gebäude im oberen Island aufwendig und größtenteils in Eigenarbeit umgebaut, so dass das Kultur-Haus Zach im November 2011 offiziell eröffnet wurde. Es ist seither ein Erfolgsprojekt.

Damit zog dann letztlich doch noch die Kultur ein ins obere Island – wenn auch mit gut neun Jahren Verspätung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Mähboot befreit Teich von Wasserpest
Mähboot befreit Teich von Wasserpest
Mähboot befreit Teich von Wasserpest

Kommentare