Extremwetter

Wupperverband bereitet Talsperren auf Dürren und Starkregen vor

Das Wasser der Talsperre schießt in den Überlauf.
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Das Wasser der Talsperre schießt in den Überlauf.

Als Reaktion auf den Klimawandel: Steuerung wird für die Sommermonate angepasst.

Von Joachim Rüttgen

Hückeswagen. Gespannt blickt der Wupperverband auf den Sommer und die entsprechende Talsperrensteuerung in den warmen Monaten. „Die Talsperren des Wupperverbandes sind Multifunktionsbauwerke. Die Wupper-Talsperre – sowie die weiteren Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper – haben einerseits die gesetzliche Aufgabe, in Trockenzeiten Wasser an die Wupper abzugeben, also einen Wasservorrat für Trockenphasen vorzuhalten. Andererseits soll Stauraum freigehalten werden, um bei starkem Regen Wasser zu puffern“, teilt der Wupperverband mit. Das Talsperrenmanagement müsse in Zeiten des Klimawandels aufgrund der gleichberechtigten Aufgaben deshalb sowohl auf denkbare langanhaltende Trockenphasen als auch auf mögliche Starkregen- oder Hochwasserereignisse ausgerichtet sein. Das tut der Wupperverband sicher auch mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe, die sich Mitte 2021 ereignet hat und vor allem auch in Hückeswagen für erhebliche Schäden gesorgt hatte.

Mit seinem Zukunftsprogramm Hochwasserschutz hat der Wupperverband nach eigenen Angaben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen. Er hält zum Beispiel für das Sommerhalbjahr 2022 mehr Stauraum für Niederschläge in den Talsperren am Oberlauf der Wupper frei.

In der Wupper-Talsperre sollen im gesamten Sommerhalbjahr mindestens etwa 2,5 Millionen Kubikmeter frei bleiben. Zusätzlich bleiben in der Bever-Talsperre und der Neye-Talsperre mindestens eine Million Stauraum frei. Für den Fall, dass im Sommerhalbjahr große Regenmengen vorhergesagt werden, wird im Vorfeld aufgrund der Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ermittelt, ob der aktuelle Retentionsraum ausreicht oder zusätzlicher geschaffen werden muss.

„Wenn zusätzlicher Puffer benötigt wird, erfolgt die situative Vorentlastung. Das bedeutet, durch eine erhöhte Abgabe wird weiterer Freiraum in den Talsperren geschaffen. Dies ist bereits geübte Praxis, kann aber bedingt durch die Klimaveränderungen künftig häufiger oder in größerem Umfang relevant werden“, teilt der Wupperverband mit. Liege die Abgabe über den vereinbarten Meldewerten, erhielten die Kommunen und Kreise eine Information und könnten dann Maßnahmen für ihre Kommune ergreifen und bei Bedarf die Bevölkerung informieren.

„Diese Kombination von dauerhaften Sommerretentionsräumen und Intensivierung von Vorentlastungsszenarien wird die Hochwasservorsorge optimieren“, versichert der Wupperverband in einer Pressemitteilung. Die geänderte Talsperrensteuerung im Sommerhalbjahr sei dabei ein erster Schritt. Langfristig werde der Wupperverband sein Talsperrenmanagement insgesamt anpassen. Die Talsperren sollen dann flexibler bewirtschaftet werden.

Informationen zu den aktuellen Stauinhalten der Talsperren im Verbandsgebiet sowie weitere Daten über die Pegelstände stellt der Wupperverband auf seiner Internetseite im Hochwasserportal zur Verfügung.

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