Traditionsgeschäft

Wupper-Apotheke feiert Jubiläum

1972 eröffnete Barbara Hollmann (an der Kasse) die Apotheke an der Keilbecker Straße.
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1972 eröffnete Barbara Hollmann (an der Kasse) die Apotheke an der Keilbecker Straße.

Geschäft besteht seit 50 Jahren in den Wupperorten.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Mit einem Glas Sekt stößt Christina Dargel mit Tochter Barbara und Mitarbeiterin Norma Wittke am Freitag auf ein besonderes Jubiläum an: Ihre Wupper-Apotheke gibt es seit 50 Jahren.

Ihre Mutter Barbara Hollmann hat sie 1972 eröffnet. „Sie hatte in der alten Löwen-Apotheke an der Hardtstraße gearbeitet“, erzählt Christina Dargel. Als diese schloss, übernahm Barbara Hollmann. Allerdings nicht am Standort Hardtstraße. Barbara Hollmann entschloss sich für einen Neubau und eine Geschäftsneugründung an der Keilbecker Straße.

„Ich bin mit der Apotheke aufgewachsen. Wir haben darüber gewohnt“, erinnert sich Christina Dargel. Ihre Mutter war so immer in der Nähe. Gab es Fragen bei den Hausaufgaben, konnte sie einfach die Treppe hinunter gehen, erzählt sie.

Mit Christina Dargel führt die zweite Generation die kleine Apotheke, die die Wupperorte versorgt, weiter. Nach dem Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium stand Christina Dargel vor der Entscheidung, auf Lehramt oder Pharmazie zu studieren. Beidesmal wäre sie in die Fußstapfen der Eltern getreten. „Mein Vater war Lehrer, meine Mutter Apothekerin. Den soziale Aspekt, den Kundenkontakt fand in der Apotheke fand ich interessanter“, sagt sie. Sie studierte in Bonn, absolvierte danach je ein halbjähriges Praktikum in einer Wipperfürther Apotheke und in der Remscheider Krankenhausapotheke.

Mit einem Gläschen Sekt stieß die heutige Inhaberin Christina Dargel (mitte) mit Tochter Barbara Dargel (l.) und Mitarbeiterin Norma Wittke am Freitag auf das 50-jährige Bestehen der Wupper-Apotheke an.

In die Apotheke ihrer Mutter stieg die heute 55-Jährige zunächst als Teilzeitkraft ein. „Für ein halbes Jahr. Dann bekam ich meine fünf Kinder“, erzählt sie. Ausgeholfen hat sie weiter. 2010 – als alle Kinder aus dem Gröbsten raus waren - übernahm sie dann die Wupper-Apotheke als Inhaberin. Ihre Mutter ging bereits 1999 in den Ruhestand, hatte zunächst das Geschäft an ihre langjährige Mitarbeiterin Lydia Moser verpachtet. Ende der 1990er Jahre bekam der Verkaufsraum ein neues Gesicht, wurde moderner aufgebaut.

In 50 Jahren hat sich im Apothekenbetrieb einiges getan. „Früher, als meine Mutter die Apotheke führte, wurden verstärkt Arzneien und Tees vor Ort gemischt. Heute machen wir noch Salben, Lösungen zum Gurgeln und einige Pulverkapseln selber“, sagt Christina Dargel. Als die Rabattverträge für Medikamente vor einigen Jahren kamen, war das mit einer der größten Umstellungen. „Es ist für Patienten, nicht einfach zu verstehen, warum sie auf einmal ein anderes nehmen Medikament nehmen sollen, auch wenn es die gleichen Wirkstoffe hat“, hat die Apothekerin Verständnis. Einst wurden die Medikamente per Telefon bestellt, das wurde später durch Apothekenlisten ersetzt. „Wir stellen die Bestellungen heute in den Computer ein“, erklärt Christina Dargel. Statt Registrierkasse, gibt es nun Computertechnik. Das E-Rezept, wo das verschriebene Medikament per QR-Code und Lesegerät ausgelesen wird, startete diese Woche.

In ihrer Apotheke wird noch alles per Hand aus den Medikamentenschränken im hinteren Bereich rausgesucht, ganz „old school“, ohne Automat. Christina Dargel liebt ihren Beruf, das Miteinander mit den Menschen: „Wir sind nicht nur Dienstleister, wir sind Ansprechpartner und Berater für unsere Kunden.“ Wer möchte, kann eine Kundenkarte erstellen lassen, wo alle Medikamente aufgenommen werden. „So können wir sofort sehen, ob verordnete Medikamenten verschiedener Fachärzte sich vertragen.“ Viele Stammkunden kommen in die Apotheke. „Kunden, die als Kind zu uns kamen, kommen heute mit eigenen Kindern.“ Und jedes Kind bekommt heute noch ein Traubenzuckerbonbon mit auf den Weg.

Seit März ist Tochter Barbara Dargel im Apothekenteam mit dabei, sie ist ausgebildete Pharmazeutisch-technische Assistentin. Ob die 24-Jährige noch studiert und das Geschäft in dritter Generation übernimmt, das, so Christina Dargel, wird diese einmal selber entscheiden. Sie selbst werde noch einige Jahre für die Kunden da, versichert die Apothekerin.

Hintergrund

Team: Das Team der Apotheke besteht aus sechs Mitarbeitern. Neben Christina Dargel gehören Pharmazeutisch-technische Assistentinnen dazu, eine Vertretungskraft, ein Bote und eine Reinigungskraft.

Impfung: Corona- und Grippeimpfungen werden in der Wupper-Apotheke angeboten.

Feier: Am gestrigen Freitag gab es Sekt und ein Präsent für die Kunden. Außerdem wurden alte Teedosen und Standgefäße aus dem Apothekenbestand gegen einen Obolus abgegeben – der Erlös kommt dem Förderverein des Haus Thiele zugute.

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