Planungsprozess

Wohnen statt Unterrichten an der Kölner Straße?

Während die Stadt dafür plädiert, dass das Gebäude der ehemaligen KGS (r.) umgenutzt wird, soll das der GGS (l.) für eine neue Wohnbebauung abgerissen werden.
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Während die Stadt dafür plädiert, dass das Gebäude der ehemaligen KGS (r.) umgenutzt wird, soll das der GGS (l.) für eine neue Wohnbebauung abgerissen werden.

Ab Ende August werden die Schulgebäude an der unteren Kölner Straße verwaist sein.

Von Brigitte Neuschäfer

Hückeswagen. Was kommt, wenn die Schule geht? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadtverwaltung schon seit langem. Auch die Bürger wurden in die Überlegungen einbezogen. Sie hatten unter anderem bei einem Workshop Gelegenheit, ihre Ideen für eine Neunutzung der beiden Schulstandorte an der unteren Kölner Straße in den Planungsprozess einzubringen.

Jetzt ist aus Sicht der Verwaltung die Zeit reif, die Überlegungen und Zielsetzungen in die politischen Beratungen einzubringen. Im Planungsausschuss wurde in dieser Woche der Anfang gemacht. Deutlich wurde dabei die generelle Zielrichtung: Mitten in der Altstadt, wo über Jahrzehnte hinweg unterrichtet wurde, sollen neue Wohnungen entstehen. Denn die werden in Hückeswagen gebraucht, vor allem stadtnah und dabei trotzdem in schöner Umgebung, angrenzend an den Stadtpark und den Friedhof Am Kamp.

Jonatán Garrido Pereira, Mitarbeiter im Bauplanungsamt, stellte die Überlegungen zur Neunutzung der alten Schulstandorte vor. Danach soll die ehemalige Katholische Grundschule als architektonisch prägendes Gebäude in dem Altstadt-Quartier am Friedhof erhalten bleiben. Immerhin ist das ein Denkmal-Bereich direkt am historischen Stadtkern. Nach Vorstellungen der Verwaltung könnten darin „innovative Wohnformen“ entwickelt werden, beispielsweise ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt. Die solide Rohbau-Substanz gebe das her.

Allerdings besteht hoher Sanierungsbedarf, nicht nur beim Brandschutz. Weil der nicht mehr gegeben ist, darf das Gebäude schon seit längerem nicht mehr für den Unterricht genutzt werden. Erhalt und Umbau des Gebäudes zum Wohnhaus dürften also am Ende sehr aufwändig und kaum preiswerter sein als ein Neubau.

Zu prüfen sein wird noch die Verkehrssituation

Anders sieht die Situation beim derzeit noch für den Unterricht genutzten Gebäude der Löwengrundschule auf der gegenüber liegenden Seite der Kölner Straße aus. In diesem Fall sieht die Verwaltung keine Gründe für einen Erhalt und Umbau. Sinnvoller erscheinen ein Abriss und Neubau auf dem Gelände zwischen unterer Kölner Straße und Stadtpark. Auch dort sollen nach Vorstellung der Verwaltung neue Wohnungen entstehen, eventuell in Verbindung mit einem medizinischen Versorgungszentrum beziehungsweise Ärztehaus. Das Gelände ist doppelt so groß wie das der Katholischen Grundschule und kann nach dem Abriss der Schule besser für Neubauten genutzt werden.

Zu prüfen sein wird noch die Verkehrssituation: Neue Wohnungen in der Enge der Altstadt bedeuten auch mehr Fahrzeuge auf der schmalen Kölner Straße und der noch schmaleren Straße Am Kamp, die zum Friedhof und zur ehemaligen Katholischen Grundschule führt. Die Erschließung dieses Geländes wird nicht einfach, deutete auch Garrido Pereira an. Immerhin sollte auf dem Schulhofgelände ausreichend Raum für Stellplätze sein, die sonst in diesem Bereich der Altstadt Mangelware sind. Unklar ist derzeit noch, wer die Wohnbau-Projekte übernehmen kann und soll. Grundsätzlich denkbar ist, das die Stadt beziehungsweise die stadteigene Immobilien-Entwicklungsgesellschaft HEG sie selbst in Angriff nimmt. Laut Bürgermeister Dietmar Persian ist es aber eher im Interesse der Stadt, freie Investoren dafür zu finden statt selbst als Bauherr aufzutreten. Erste Interessenten gebe es bereits, die Suche nach Investoren für die Millionen-Projekte gehe aber weiter.

Zunächst ist jetzt die Politik am Zug. In der nächsten Ratssitzung im Juni soll ein Grundsatzbeschluss dazu gefasst werden, ob die Strategie der Verwaltung, aus den Schulstandorten neue Wohnstandorte zu machen, auch von den Politikern als richtig angesehen wird. Im Planungsausschuss gab es dazu noch kein eindeutiges Votum – aber auch keinen konkreten Widerspruch. Lediglich Jürgen Becker brachte für die SPD die Anregung in Spiel, bei allen Überlegungen nicht zu vergessen, dass Hückeswagen auch neue Sportstätten, also zum Beispiel eine weitere Turnhalle, braucht. Ein Sportplatz inmitten des jetzt schon dicht bebauten Wohngebiets in der Altstadt kommt allerdings nach Meinung der Verwaltung sicher nicht infrage.

Hintergrund

Grundsatzbeschluss: In seiner Sitzung am 7. Juni soll der Stadtrat den Grundsatzbeschluss fassen, wie die alten Schulgrundstücke an der Kölner Straße künftig genutzt werden. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Gemeindezentrum Lindenberg und ist öffentlich.

Bebauungsplan: Stimmt die Ratsmehrheit für die Pläne der Verwaltung, aus den Schulstandorten neue Wohnstandorte zu machen, wird der Fachbereich Bauen und Planen einen konkreten Bebauungsplan für diesen Bereich der Kölner Straße erarbeiten, der dann wieder in die politischen Gremien geht und schließlich vom Rat beschlossen werden muss. Erst mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan können die Ideen umgesetzt werden.

Partner-Suche: Parallel zur Arbeit am Bebauungsplan läuft die Suche nach potenziellen privaten Investoren weiter.

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