Weihnachtsgeschäft

Wirte schwanken zwischen Sorge und Zuversicht

Für das Weihnachtsgeschäft ist eingedeckt, Miko Jovic von Mikos Bistro und Restaurant erwartet seine Gäste für Weihnachtsfeiern.
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Für das Weihnachtsgeschäft ist eingedeckt, Miko Jovic von Mikos Bistro und Restaurant erwartet seine Gäste für Weihnachtsfeiern.

Gastronomen gehen überwiegend frohen Mutes in die Weihnachtszeit. Unbehagen bereitet die Zeit danach.

Von Arnd Janssen

Hückeswagen. Für die einen ist die Weihnachtszeit die Hauptgeschäftszeit, für die anderen eher der Anfang der ruhigeren Winterzeit. Corona, Inflation und Energiekosten sind für alle unverändert ein herber Schlag ins Kontor. Dementsprechend gehen die Meinungen der Hückeswagener Gastronomen auseinander. Vor allem das Verhalten der Gäste ist schwer ausrechenbar und sorgt bei Wirten für Unsicherheit.


Kolpinghaus: „Die Winterzeit ist immer etwas weniger“, sagt Walter Milone vom Kolpinghaus. Grundsätzlich sei die Kundenfrequenz aktuell in Ordnung, aber nicht so, wie sie einmal war. Auch die Personalsituation könnte besser sein. Milone plant im Lokal keine Weihnachtsfeiern, auch Dekoration soll nicht angebracht werden.

Hotel Restaurant Kniep: Im Hotel Restaurant Kniep ist die Nachfrage auch noch zurückhaltend. „Wir sind noch nicht ausgebucht, es könnte bisher besser sein“, sagt Geschäftsführer Michael Kniep. „Durch die Energiekosten weiß man nicht, wie die Leute sich verhalten“, sagt er. Dabei habe sich seit dem letzten Corona-Winter das Geschäft im Großen und Ganzen gut entwickelt, auch was die Hotelübernachtungen angeht. In der Weihnachtszeit sind eine Reihe von kleineren Feiern mit zehn bis 15 Personen geplant. Dafür hat Kniep auch genügend Personal zur Verfügung. „Der alte Stamm ist geblieben“, freut er sich. Die Innenräume werden jahreszeitgemäß dekoriert, draußen verzichte Kniep aufgrund der Strompreise auf zusätzliche Beleuchtung. Das Hotel Restaurant Kniep geht vom 22. Dezember bis zum 15. Januar in den Betriebsurlaub.

Hofgarten: Auch Jagoda Vasilic vom Hofgarten beklagt, das Kommen oder Nicht-Kommen der Gäste ließe sich derzeit kaum „messen“. „Wir haben sowohl große als auch kleine Feiern, aber nicht in der Menge, wie es mal war“, sagt Vasilic. „Aber man muss zufrieden und optimistisch bleiben“, sagt sie. An Silvester kann man ab 17 Uhr im Hofgarten ein letztes Mal in diesem Jahr speisen. Vasilic lädt bisher Unentschlossene ein, auch für Weihnachtsfeiern: „Man kann noch buchen.“

Mikos Bistro und Restaurant: Auch Miko Jovic von Mikos Bistro und Restaurant zeigt sich zufrieden und sieht keinen Grund zur Beschwerde. „Über die Preise kann man klagen. Wir können die Preise für unsere Gäste nicht einfach erhöhen. Was nützt es, wenn der Kunde das nicht bezahlt?“, sagt Jovic. Inflation und gestiegene Lebensmittelpreise gehen also alles andere als spurlos an Gastronomen vorbei. „Aber wir sind gut besucht, kein Vergleich zum letzten Jahr. Kleine Feiergesellschaften und Firmen sind dabei“, sagt Jovic. Man kann noch anrufen und reservieren, ausgebucht ist das Bistro nicht. Es ist am ersten und zweiten Weihnachtstag geöffnet, jeweils bis 21 Uhr, an Silvester mit verkleinerter Karte bis 22 Uhr. Weihnachtlich dekoriert haben Miko Jovic und seine Frau Agnieszka ebenfalls.

Casa de las Tapas: In der Casa de las Tapas sind die Tische seit Wochen regelrecht ausgebucht, Feiern mit bis zu zwölf Personen finden statt. „Im Hinblick auf Corona finden viele Weihnachtsfeiern früher statt. Man hat Angst, dass Treffen hinterher eingeschränkt werden“, vermutet Inhaberin Monika Dabrowski. Diese Verlegung freue sie. Feiern finden bei ihr häufig abteilungsweise statt, etwa bei Arztpraxen. Die Betriebe würden darauf achten, nicht zu viele Leute gleichzeitig zu Feiern zu schicken.
In der „Casa“ seien bis Weihnachten nur noch vereinzelt Tische zu haben. „Seit dem Frühjahr gab es keine Flaute, es geht bergauf“, freut sich Dabrowski über den geschäftlichen Aufschwung. Ihr Personal sei ihr über die Corona-Zeit auch treu geblieben. Gespannt ist sie auf den Hüttenzauber, der am kommenden Wochenende am Schloss und damit nicht auf der Islandstraße stattfindet. „Einerseits freuen wir uns auf den Weihnachtsmarkt. Anderseits gibt es Unmut, dass er vor dem Schloss stattfindet. Ich glaube nicht, dass sich die Leute neben den Fressbuden noch zu uns bewegen“, sagt Dabrowski, die als Ausgleich mit Außenbeleuchtung auf sich aufmerksam machen möchte. Vor den Monaten Januar und Februar graut es ihr, sie rechnet mit einer eher ruhigen Phase in ihrem Lokal.

Aquamarin: Im Aquamarin hinkt das Geschäft noch ein wenig. „Es ist eher verhalten, es gibt einige kleinere Feiern, aber die Leute warten noch“, sagt Gastwirt Dirk Hansmann. Immerhin habe es noch keine Absagen gegeben. Zehn bis 15 Personen umfassen die Feier-Gesellschaften im Aquamarin. „Wir wissen noch nicht, wo der Zug hinfährt. Ob die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wieder erhöht wird. Ob die Leute im Januar noch etwas in der Tasche haben“, beschreibt Hansmann seine momentane Unsicherheit. Im Aquamarin könnten Interessierte für eine Feier auf jeden Fall noch einen Tisch bekommen. Viele Gäste denken, dass das Restaurant zurzeit geschlossen habe, wenn im Bürgerbad nebenan kein Badebetrieb stattfindet, so Hansmann. Das sei aber nicht der Fall. Eine Weihnachtskarte wartet auf die Gäste, auch an Weihnachten ist geöffnet, an Heiligabend gibt es Fingerfood zum Abholen. An Silvester öffnet das Aquamarin bis 22 Uhr, ein Vier-Gänge-Menü ist geplant. „Der Gast soll sich wohlfühlen und das Essen noch bezahlen können“, wünscht sich Hansmann. Mit der Personallage ist er im Großen und Ganzen zufrieden, das Geschäft habe gegenüber dem Vorjahr auch wieder eine positive Wendung genommen.

Zum Justhof: Bestens läuft es bei Volker Kanschik im Restaurant Zum Justhof. „Wir sind voll bis unters Dach“, sagt der Pächter. „Nur mit einer Woche Vorlaufzeit könnte man noch etwas kriegen“, sagt Kanschik. Eher kleinere Gruppen hätten sich bei ihm zur Feier angemeldet. Größere Firmen kämen vor allem abteilungsweise vorbei, um die 20 Personen seien es maximal. „Es wird rappelvoll“, sagt Kanschik. An Weihnachten ist durchgehend geöffnet, auch an Silvester ist bis 21 Uhr geöffnet. Auf der Speisekarte stehen aktuell winterliche Gerichte, wie Gänsebrust, Gänsekeule, Sauerbraten und Schweinekeule. Bei den Gänsegerichten will Volker Kanschik den Preis bei unter 30 Euro halten. Festliche Dekoration ist eher für den Innenbereich als für den Außenbereich vorgesehen, ein Weihnachtsbaum ist schon aufgestellt.

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