Wupperverband

Wasserabgabe an Wupper angepasst

Die Wupper-Talsperre: größte Brauchwassertalsperre des Wupperverbandes und wichtiger Baustein im Wassermanagement.
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Die Wupper-Talsperre: größte Brauchwassertalsperre des Wupperverbandes und wichtiger Baustein im Wassermanagement.

Als Reaktion auf das Hochwasser wird mehr Puffer einkalkuliert.

Von Joachim Rüttgen

Bergisches Land. Es war schon ziemlich verheerend, was da vor gut einem Jahr auf einige Anlieger der Wupper zukam. Wasser, sehr viel Wasser, das sich ungebremst seinen Weg bahnte, alles mitriss, was nicht ganz fest verankert war. Die Schäden waren enorm. Nicht so heftig wie an der Ahr und schon gar nicht verbunden mit Toten. Aber trotzdem musste sich der Wupperverband zahlreiche Gedanken machen, wie er eine solche Katastrophe in Zukunft vermeiden kann.

Fakt ist: Die Brauchwasser-Talsperren des Wupperverbandes sind Multifunktionsbauwerke mit mehreren Aufgaben. „Ihre Bewirtschaftung wird noch flexibler gestaltet werden, um die Aufgaben Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung in Balance zu halten“, teilt der Wupperverband mit.

Als eine Konsequenz aus dem Hochwasser 2021 passe der Wupperverband deshalb im Zuge des Zukunftsprogramms Hochwasserschutz die Talsperrensteuerung an. „In der Wupper-Talsperre hat er im Sommerhalbjahr 2022 mindestens 2,5 Millionen Kubikmeter Stauraum als Puffer für Starkniederschlag frei gehalten. Bei Bedarf wird durch vorsorgliche Abgabe aus der Talsperre weiterer Puffer geschaffen. Zusätzlich bleiben an der Bever-Talsperre mindestens eine Million Kubikmeter Stauraum frei, ebenso an der Neye-Talsperre“, teilt Pressesprecherin Susanne Fischer mit.

Mehr freier Stauraum bedeute allerdings auch, dass weniger Wasser in der Wupper-Talsperre für die andere wichtige Aufgabe Niedrigwasseraufhöhung zur Verfügung stehe. Auch dies werde im Zukunftsprogramm Hochwasserschutz mit betrachtet. „Somit werden wichtige Weichen für eine ausbalancierte Talsperrenbewirtschaftung gestellt“, sagt Susanne Fischer.

Durch die Trockenperiode seit Juni und die kontinuierliche Abgabe an die Wupper ist der Stauinhalt insbesondere der Wupper-Talsperre bereits deutlich gesunken. Aufgrund des geringeren Wasservorrats im Frühjahr und des aktuell bereits gesunkenen Stauinhalts, passt der Wupperverband nach eigenen Angaben die Abgabe aus der Wupper-Talsperre an die Wupper maßvoll an. „Denn der Wasservorrat muss – wenn kein ergiebiger Regen fällt – noch Monate ausreichen, um die Niedrigwasseraufhöhung zu gewährleisten. Hierzu hatte der Verband bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Antrag gestellt“, teilt die Sprecherin mit. Die von der Bezirksregierung erteilte Genehmigung sehe vor, dass der Verband die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre bis 15. Oktober 2022 so steuern kann, dass am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal statt zuvor 3500 Liter nun 3000 Liter pro Sekunde fließen.

Der Verband werde die Reduzierung mit einem engmaschigen umfangreichen Gewässermonitoring begleiten. An vier Stellen werden laut Susanne Fischer täglich und ergänzend an drei weiteren Stellen wöchentlich Proben genommen und die Wasserqualität untersucht. So werde kontinuierlich geprüft, ob die um 15 Prozent reduzierte Wasserführung im Fluss Auswirkungen auf die Wasserqualität hat.

In Trockenphasen gibt der Wupperverband Wasser aus der Wupper-Talsperre – unterstützt durch weitere Brauchwassertalsperren am Oberlauf – ab, so dass eine Mindestwasserführung in der Wupper gewährleistet ist. Gemäß der gültigen genehmigungsrechtlichen Vorgaben der Wupper-Talsperre liegt die Mindestwasserführung bei etwa 3500 Liter pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke, teilt der Verband mit. Durch die aktuelle Genehmigung betrage die Mindestwasserführung nun 500 Liter weniger.

„Ohne die Abgabe aus den Talsperren würde die Wupper in Wuppertal während der Trockenperioden nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel dieser Wasserführung haben“, sagt Susanne Fischer. Außerdem würde sie unterhalb der Kläranlagen zu einem Großteil aus dem von dort eingeleiteten gereinigten Abwasser bestehen. Das Talsperrenwasser sorge also auch für eine Durchmischung. Dies sei ein wichtiger Baustein für die Wasserqualität und somit die Ökologie im Fluss. Auch für weitere Nutzungen, zum Beispiel genehmigte Wasserentnahmen oder Kühlwassereinleitungen, sei die Mindestwasserführung wichtig.

In seinem Zukunftsprogramm Hochwasserschutz beschreibt der Wupperverband detailliert kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen und bezieht neben der Hochwasservorsorge auch die Anpassung an andere Auswirkungen des Klimawandels mit ein, insbesondere an häufigere und länger andauernde Trockenphasen. Mehr Informationen gibt es auch im Internet.

www.wupperverband.de/­zukunftsprogramm-hochwasserschutz

Hintergrund

Füllung: Durch die enorme Trockenheit im Juni, Juli und bisher auch im August hat sich der Wasservorrat in den Talsperren des Bergischen Landes deutlich verringert. Aktuell ist die Hauptsperre der Wupper-Talsperre zu 55 Prozent gefüllt, die Bever-Talsperre zu 84 Prozent. In den Talsperren am Oberlauf der Wupper liegt der Wasservorrat aktuell bei 81 Prozent in der Brucher-Talsperre und 56 Prozent in der Lingese-Talsperre.

Niedrigwasseraufhöhung: In den Trockensommern 2018 bis 2020 benötigte der Wupperverband zwischen 44 und 47 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Talsperren zur Niedrigwasseraufhöhung der Wupper.

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