Gemeinde

Wärmende Worte in kalten Kirchen

In manchen Kirchen werden Decken bereit gelegt, weil die Heizung drastisch runter gedreht wird, um Heizkosten zu sparen.
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In manchen Kirchen werden Decken bereit gelegt, weil die Heizung drastisch runter gedreht wird, um Heizkosten zu sparen.

Gemeinden sparen angesichts der Energiekrise an den Heizkosten.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Die Temperaturen werden zumindest abends und in der Nacht einstellig, und wenn die Sonne nicht scheint, wird es empfindlich kalt. Die beiden großen Kirchengebäude – die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt und die evangelische Pauluskirche – kühlen dann aus. Im Zuge der Energiekrise müssen auch die Kirchengemeinden auf die Energiekosten und den Energieverbrauch achten. Worauf müssen sich die Kirchgänger im Herbst und Winter einstellen? Unsere Redaktion hat in den Gemeinden nachgefragt.

Katholische Kirchengemeinde:Das Erzbistum Köln hatte Anfang September eine Empfehlung zum „Heizen, Lüften und Stromsparen in Kirchengemeinden im Herbst/Winter 2022/23“ herausgegeben, berichtet Verwaltungsleiter Henry Wuttke. „Darin wird empfohlen, überall auf das Heizen der Kirchen zu verzichten.“ Die Kirchenvorstände hätten sich aber darauf verständigt, wenn nötig Anpassungen vorzunehmen. „Das Ziel ist es, die Luftfeuchtigkeit in den Kirchen im mittleren Bereich zu halten. Die Regelgröße dafür ist die Temperatur“, erläutert Wuttke. Zunächst werde mit einer „dauerhaften Absenktemperatur von fünf bis acht Grad“ gestartet. Grundsätzlich würden sowohl in St. Mariä Himmelfahrt als auch in St. Katharina Wiehagen die Gottesdienste wie gewohnt stattfinden. Es werde geheizt, verspricht Pfarrer Marc D. Klein, aber weniger. Deshalb sollten Besucher warme Jacken oder Decken mitbringen.

Evangelische Kirchengemeinde: Man befinde sich allgemein in einer Situation, in der man angehalten werde, Energie zu sparen, sagt Pfarrer Reimund Lenth. Energiekosten und Nachhaltigkeit seien für gleich wichtig zu erachten. „Wir haben vor einigen Jahren die Heizungen von Öl auf Gas umgestellt, was sich aktuell natürlich als Kostenfaktor erweist“, sagt der Pfarrer. Grundsätzlich habe man beschlossen, die Gemeinderäumlichkeiten auf maximal 19 Grad zu heizen, wenn sie genutzt würden. In der Pauluskirche sei es durch die großen Räume und schlechte Dämmung problematisch, betont Lenth. Die Heizung könne nicht einfach abgeschaltet werden, weil sonst die Bausubstanz sowie die Orgel gefährdet seien. Daher bliebe die Temperatur, auch für die Gottesdienste bei 12 Grad. Daher müssten die Besucher sich darauf einstellen, dass es kühl wird.

Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Strucksfeld: Die Gemeindeleitung der Gemeinde Strucksfeld will sich in den kommenden Wochen an eine „erträgliche Temperatur“ herantasten. „Wir haben immer schon darauf geachtet, nur die Räume zu heizen, die auch genutzt werden“, so Maria Kottsieper. Außerdem würden aktuell für Veranstaltungen nur die Räumlichkeiten genutzt, die der Personenzahl angemessen seien, damit nicht unnütz aufgeheizt werden müsse. Um nun herauszufinden, welche Temperaturen auch für die Gottesdienste angemessen sind, will die Leitung Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad ausprobieren.

Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Kreuzkirche: Pfarrer Holger Heiden berichtet, dass die Temperatur in den genutzten Räumen um die 18 Grad liegt, während die ungenutzten Räume auf 15 Grad abgekühlt würden. „Das Empfinden ist natürlich individuell unterschiedlich. aber wir empfehlen unseren Besuchern, dass sie sich Decken oder zumindest warme Kleidung mitbringen“, sagt er. Es gebe zwar auch Decken in der Gemeinde, aber aus Hygienegründen sollten die Besucher eigene mitbringen.

Freie evangelische Gemeinde Lindenberg :Im Gemeindehaus an der Lindenbergstraße sind an jeder Heizung neue Thermostate angebracht worden, die „punktgenau heizen“ könnten, sagt Pfarrer Frank Junker. „Wir sind als freie Gemeinde auf Spenden angewiesen, daher fahren wir einen konsequenten Sparkurs.“ Die Temperatur werde in den verschiedenen Räumlichkeiten auf deutlich unter 20 Grad abgesenkt. Durch einen Belegungsplan soll ersichtlich sein, wann wo geheizt werden müsse.

Landeskirchliche Gemeinschaft Scheideweg: Grundsätzlich würden im Vereinshaus in Scheideweg nicht mehr alle Räume genutzt, sagt Heike Felder. Einzelne Räume würden eher mehrfach genutzt, statt jeden Raum aufzuheizen. Ansonsten werde maximal auf 18 bis 20 Grad aufgeheizt. „Wenn Kindergruppen in einem Raum sind, wird es ihnen beim Spielen meist automatisch warm. Aber sie sollten sich auch wärmer anziehen.“

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